Seit auch bei den berufsmäßigen informationstechnologischen Embryos der USB Stick wie selbstverständlich nicht nur ins Herren- sondern auch in Damenhandtäschen gehört und selbst an Rockerkleidung schon mit aufgeklebtem Totenkopf und sonstigem Gebein gesichtet wurde, macht sich unter den Herstellern der kreisenden Scheiben die allgemein als Festplatten bekannt sind etwas Unruhe breit. Zumal die Sticks jetzt schon als Werbegeschenke (unbedingt ansehen, ich finde den duftenden toll) verteilt werden.
Auch wenn der 64 GB Stick von Buslink gerade nicht lieferbar ist, so ist der von Patriot wohl seit der CeBit lieferbar. Damit ist ein Produkt im Markt das von den Leuten akzeptiert wird. Diese Akzeptanz lässt sich leicht auf die Solid State Disk übertragen, die im Laienverständis ja nichts anderes als der USB-Stick ist. Zur Zeit sind da wohl durch die 836 GB 2,5 Zoll SSD von Bitmicro die Obergrenzen gesetzt auch wenn der Hersteller schon eine 1,6 TB, 3,5 Zoll Version angekündigt hat.
Natürlich sind die Dinger noch schrecklich teuer, aber die meisten kommen ja mit 256 GB gut über die Runden, die durchaus bezahlbar sind. Rechnet man den geringeren Stromverbrauch (Achtung große Schwankungen zwischen den Herstellern beim Stromverbrauch) mit ein, ist das für mobiles Computing die ideale Lösung. Aber auch im normalen Homebereich dürften diese Werte gut ausreichen.
Selbst in Serverfarmen machen die SSD Sinn, weil die mechanischen "Rüttelprobleme" der routierenden Festplatten entfallen.
In einer solchen Situation müssen die Hersteller von Festplatten reagieren um zu retten was zu retten ist. Wie immer geht man da am besten streng wissenschaftlich vor und lässt eine Studie anfertigen die beweist, das der Mond aus Käse besteht. Damit diese tolle Erkenntnis auch bis ins letzte Dorf dieser Erde gelangt, lässt man die Studie über Pressedienste all überall verteilen.
IT-Marktforschungsunternehmen Avian Securitites http://avianresearch.com hat hohe Rückläufe bei Notebooks mit Solid State Disks (SSDs) beobachtet. Einem namentlich nicht genannten großen Hersteller werden 20 bis 30 Prozent der SSD-Notebooks retourniert, gibt Avian an. Die Gründe dafür seien zum einen häufige technische Defekte und zum anderen, dass die tatsächlichen Leistungsgewinne durch Flash-SSDs nicht den Erwartungen entsprächen.
Technische Defekte bei Flash-SSDs würden Rücklaufraten bei Notebooks von zehn bis 20 Prozent verursachen, berichtet Avian. Nach den Zahlen des Unternehmens liegt diese Fehlerrate etwa zehnmal höher als bei konventionellen Festplatten. Weitere zehn Prozent der SSD-Notebooks würden retourniert, da die Erwartungen in die Leistung der SSD-Notebooks nicht erfüllt würden. So könnten SSD-Notebooks laut Avi Cohen, Managing Partner Avian, etwa bei Video-Streaming nicht mit Modellen mit gewöhnlichen Festplatten konkurrieren.
Soweit so schön. Dummerweise können diese Zahlen durch niemanden bestätigt werden, ja sie werden zum Beispiel von Lenovo sogar laut bezweifelt. Das ist nicht verwunderlich. Sie sollen ja nicht wahr sein, sondern nur ein paar Geisterfahrer irritieren und dafür sorgen, das sich eine veraltete Technologie noch ein Weilchen länger hält. Man möchte den Gewinn gerne mitnehmen.
Besonders witzig ist die Vorstellung, man könne mit seinem Notebook in den Laden zurückwandern und es dort wieder abgeben, weil es nicht die angenommene Mehrleistung durch SSD bringt. Besser kann man die Qualität dieser "Studie" nicht dokumentieren.
Natürlich gibt es Leute die solch einen Unfug glauben. Aber die Entwicklung wird dadurch nicht aufgehalten. Die ließe sich nur durch noch bessere Preise der Festplatten und die Einsetzbarkeit unter allen Betriebssystemen erreichen. Aber das würde ja bedeuten das der gerade beschlossene gemeinsame Kampf mit Microsoft gegen Open Source schon aufgegeben werden müsste, bevor er richtig begonnen hat. Da wird man wohl lieber mannhaft untergehen.
Natürlich werden über lange Zeit noch Festplatten gebraucht werden. Bei sehr großen Kapazitäten oder im Billigbereich. 4 TB und mehr werden wir wohl so schnell nicht bezahlbar in SSD sehen. Aber auch drei Einzelne Laufwerke mit eigenem Controller für die Datensicherung über Generationen, werden auch für kleinere Anwender denkbar. Gerade bei Datenmengen bis zu 1 TB ist das heute eine schöne Lösung um komplexe Sicherungsstrukturen im eigenen Hause aufzubauen und jeweils auch Wochen oder Monatssicherungen auslagern zu können.




















nicht böse sein, aber genau bei diesem Thema hätte ich von dir mehr Tiefe erwartet. Im Großen und Ganzen liegst Du zwar klar richtig (gerade in Hinsicht auf peinliche in Auftrag gegebene Berichte), doch die eigentlich wichtigen Details lässt auch Du gänzlich aussen vor. Gerade in Hinsicht auf die Datensicherheit gäbe es da einiges anzumerken, was viele Nutzer der SSD Technologie einfach nicht wissen...
Was geschieht denn z.B. wenn ein netter kleiner Stromstoß durch sagen wir ein SSD und eine klassische Festplatte rauscht? In wie vielen Fällen von 100 wird man von der Festplatte bzw. der SSD noch durch div. Techniken Daten retten können? Was bedeutet der Zwang zur kontinuierlichen Energieversorgung über Jahre hinaus? Wie viele Daten wird man nach 15 Jahren ohne Stromversorgung noch von der SSD, und wie viele von der Festplatte auslesen können? Etc. pp. usw. usf..
Da ja noch immer viele Leute diese Technologie richtig COOL finden, könnte eine sachliche Darstellung dieser Probleme sicherlich für Aufklärung sorgen. Immerhin ist nicht jede neue Technik unter allen Aspekten tatsächlich nützlich.
Gruß
Deshalb ist für mich die SSD wie auch der USB-Stick etwas für die Mobile Lösung, wobei Spikes und ähnliches aus der Leitung kaum eine Rolle spielen. Ich rechne für derartige Devices mit einer Lebensdauer von drei Jahren, dann sind sei entweder verloren, kaputt oder veraltet.
Langfristige Datensicherung von nicht mehr zu verändernden Daten bedeutet für mich heute DVD und später Blue-Ray.
Die meisten Technologien sind übrigens nur in einem schmalen Anwendungsbereich wirklich ideal.
Zur langfristigen Sicherung gibt es derzeit kein Medium.