Der Telemedicus greift dankenswerterweise eine Pressemitteilung des Zentralrates der Juden zu rassistischen und Hassvideos bei Google auf, die ich schon wieder tief bei mir vergraben hatte:
Mit drastischen Worten hat der Zentralrat der Juden in Deutschland das Unternehmen "Google" angegriffen. Mit seiner Tochter, der Videoplattform YouTube, mache sich das Unternehmen zu einem "Mittäter an Rassenhass und Diskriminierung", wird der Generalsekretär des Zentralrats Stephan Kramer von der Nachrichtenagentur "pressetext" zitiert
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Google wies die Vorwürfe als unbegründet zurück ... Zudem könnten Videobeiträge mit brisanten Inhalten jeder Zeit von den Nutzern gemeldet werden.
Der Zentralrat der Juden und Google haben beide recht und beide unrecht. Die gezeigten Videos sind oft rassistisch, predigen den Hass und dienen nur dazu die Menschen aufzuwiegeln. Google kann das hochladen nicht verhindern, weil sich die Mengen gar nicht überprüfen lassen. Eine vorgeschaltete Zensur würde aber bedeuten das diese Hassprediger ihr Ziel erreicht haben. Sie hätten unsere Freiheit beeinträchtigt während sie das gleiche Material auf geschlossenen Kanälen weiterhin zur Verfügung stellen.
Natürlich würde man sich manchmal wünschen, dass bestimmte Inhalte gar nicht erst im Netz auftauchen. Dies ist insbesondere in Deutschland ein Problem, weil oft derjenige der zum Beispiel mit harten und deutlichen Worten auf die Parallelen zwischen der Hatz auf Muslime und dem Anfang der Shoa aufmerksam macht, bestraft wird, während die kritisierten Inhalte keine Rolle spielen.
Egal ob ein Geert Wilders mit seinem Filmchen, eine Akte Islam mit ihren höchst zweifelhaften Inhalten, oder jenen Leuten die das Bild Paul Spiegels vor Hakenkreuzen verbrennen, es bleibt uns immer das gleiche Problem. Wir können diesen Leuten ihre Freiheit nicht nehmen, ohne unsere eigene Freiheit zu beschränken. Das wäre etwas was ein Paul Spiegel nie gewollt hätte. Vor allem gibt es die unterschiedlichsten Spielarten und Konstellationen über die vorgegangen wird und die sich eben nicht alle über einen Kamm scheren lassen.
Wir müssen etwas anderes schaffen. Wir brauchen ein Netzwerk gegen jeden Hass und vor allem gegen die Dummheit, die ja immer Grundlage jedes Rassismus ist. Rassenhass hat ja nie wirkliche Ursachen sondern besteht nur aus gebildeten oder aufgeblasenen Geschichten. In diesem Zusammenhang appelliere ich an den Zentralrat der Juden sich genau mit dem zu beschäftigen was heute mit den Muslimen gemacht wird.
Vielleicht bin ich ja nicht der einzige der sich daran erinnert, das der Vorwurf die Muslime würden auf Schweinefleisch spucken, in diesem Lande, in der gleichen deutschen Sprache auch schon einmal den Juden gemacht wurde. Ich möchte das alle denen an der Freiheit liegt, sich zusammentun um eine Wiederholung des Grauens von Auschwitz zu verhindern. Natürlich weiß auch ich das sich Geschichte nie ein zu ein wiederholt, aber es gibt Ähnlichkeiten deren
Es ist egal wer als erster in die Kammer muss, genau wie es egal ist wer an der Schiene steht und selektiert. Am Ende werden sie alle nehmen, die nicht ihren dumpfen Idealen entsprechen. Die Saat die heute gesät wird kann uns morgen alle treffen. Heinrich von Treitschke war bereits 31 Jahre tot, als sein Satz "Die Juden sind unser Unglück!" 1927 in den Titel des Stürmers wanderte. Egal ob wir nun den 9. November 1938 als Beginn der Shoa sehen oder ihn wie ich lieber früher ansetzen, dieser eine Satz war eine von vielen scharfen Sätzen, die die Untaten begründeten und rechtfertigen.
Deshalb ist es wichtig nicht mit Verboten zu operieren sondern eine laute und harte öffentliche Diskussion zu führen, die verhindert, das sich die Täter hinter Gerichten, in Parteien oder seltsamen Gruppierungen verstecken können. Wer seinen Keller oder Dachboden aufräumt, stellt sich ja auch nicht hin und verbietet den Schmutz, sondern schafft Licht, räumt auf, entfernt den Schmutz und hält es dann ordentlich.
Je klarer sich die Menschen positionieren, desto geringer ist die Gefahr die von solchen Randgruppen ausgeht. Das gilt natürlich auch für Parteien die sich viel deutlicher von Personen und Gruppen distanzieren müssten, die ein völlig anderes gewalttätiges und unfreies Deutschland wollen.



















