Eins muss man ja den Finanzjongleuren, Spekulanten, Haien und sonstigem Pack lassen. Kaum haben sie mit dem einen Betrug, dem Subprimehypotheken und wertlosen Papieren auf diese, eine Finanzkrise ausgelöst, setzen sie sich nicht etwa ruhig hin und bewundern ihr Werk. Nein weit gefehlt. Sie spucken in die Hände und bereiten den nächsten Betrug vor:
„Eine neue Börse zu gründen, macht sehr viel Spaß“, sagt David Silverman, Chief Operating Officer der Intellectual Property Exchange International (IPX) mit Sitz in Chicago. Die erste offizielle Börse für Patente und Lizenzen, die aus geistigem Eigentum abgeleitet werden, will schon bald mit Finanzprodukten auf diese immateriellen Vermögenswerte an den Start gehen. „Das Potenzial für diese Anlageklasse ist riesig", sagt Christian Lederer von der Kanzlei Taylor Wessing in München.
„Derzeit ist die Nutzung patentierter Innovationen im Großen und Ganzen eher suboptimal“, kritisiert Peter Ratzer von Deloitte. Die neue Börse könnte hier Abhilfe schaffen, sagen Fachleute in aller Welt. Ein Grund für den auf Erfinder- und Unternehmensseite wenig optimalen Umgang mit Intellectual Property (IP) – also mit geistigem Eigentum – ist unter anderem darin zu sehen, dass Patente und Lizenzrechte eine zu geringe Fungibilität – also Handelbarkeit – aufweisen.
Da kommt aber doch gleich richtig Freude auf, da zittert das Spekulantenherz. Da werde ich gleich morgen international mein Patent auf Schneeflocken und Wasser einreichen. Die auf Kohle und Atemluft, sowie Holz und Weizen darf ich nicht vergessen. Selbstverständlich auch nicht meine Computerprogramme und nicht meine wertvollen Mordarten aus meinen Krimis. Vielleicht verkaufe ich der besten aller Lebensabschnittsgefährtinnen auch eine Lizenz aufs Furzen. Das könnte sie auch ohne Lizenz, aber so können wir die an die Börse bringen. Wir müssen uns unbedingt das Vögeln in allen Variationen patentieren lassen. Das wird eine Freude. Vor allem wenn wir alles durchprobieren.
Sicher übertreibe ich. Aber was wollen wir wetten, das zwei Drittel von dem Mist der an dieser Börse gehandelt werden wird, reiner Betrug sind. Die Verluste werden die Jungs dann von den Gewinnen abschreiben, die die Arbeitnehmer hier und anderswo erwirtschaften. Wenn es richtig kracht, werden die Verluste sozialisiert, wie jetzt auch.
Wir brauchen keine Börse für immaterielle Werte sondern wir brauchen einen Knast für materielle Betrüger. Da redet der US-Finanzminister Henry Paulson davon die Gesetze für die Finanzmärkte zu verschärfen. Nachdem er und seine Mitgauner erst die Tore weit geöffent haben. wollen sie nun den Zaun reparieren. Gleichzeitig lassen sie aber die nächste Betrügertruppe los.
Börsenhandel der sich nicht auf Firmenanteile und Rohstoffe beschränkt ist Glückspiel und sollte einer 50-prozentigen Spekulationssteuer unterliegen, wobei Verluste nicht anrechenbar sind. Fonds dürfen sich bilden wenn sie sich mit Rohstoffen oder Firmenanteilen beschäftigen. Sämtliche Derrivate gelten als Glückspiel. Damit brauchten wir keine schärfere Finanzaufsicht und hätten trotzdem Ruhe.
Die Banken und Börsen würden zunächst schlechtere Geschäfte machen, aber die Banken würden sich schnell wieder auf ihre Aufgabe konzentrieren nämlich Kredite für erfolgversprechende Vorhaben auszureichen, anstatt das Geld ihrer Kunden zu verzocken.
Statt dessen bekommen wir eine neue Börse.




















Auszug von duckhomeEine Börse für geistiges Eigentumvon Jochen HoffEins muss man ja den Finanzjongleuren, Spekulanten, Haien und sonstigem Pack lassen. Kaum haben sie mit dem einen Betrug, dem Subprimehypotheken und wertlosen Papieren auf diese, eine Fina ...