Fefe sei dank! Er hat aufgepasst. Mir ist diese Nachricht völlig durch die Lappen gegangen, obwohl ich Monsanto auf dem Radar habe. Vielleicht sollte ich mal bei Fefe einen Lehrgang in investigativem Journalismus nehmen. Aber beginnen wir mit dem Anfang.
Im Mai 2004 schien es so als ob Percy Schmeiser in Kanada seinen seine 1998 währenden Kampf gegen Monsanto verloren hätte:
In dem jahrelangen Rechtsstreit um angebliche Saatgutpiraterie entschied der kanadische Supreme Court vergangenen Freitag zugunsten des Biotech-Konzerns Monsanto. Für den Farmer [ Percy Schmeiser hielten die Höchstrichter zumindest ein Trostpflaster bereit. Er braucht keine Schadenersatzzahlungen an den Konzern leisten. Während Umweltschützer dennoch von einem traurigen Tag für Bauern auf der ganzen Welt sprechen, freut sich die Biotech-Industrie.
Wie traurig dieser Tag wirklich war erzählt Percy Schmeiser auf Schrot & Korn:
Meine Frau und ich haben über 40 Jahre lang Raps angebaut und gezüchtet. Wir hatten Sorten entwickelt, die speziell an die regionalen Bedingungen angepasst waren. 1998 stellte sich heraus, dass unsere Rapsfelder und damit unser Saatgut mit Gen-Raps von Monsanto verunreinigt waren. Die Arbeit von über 40 Jahren war zerstört.
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Der Konzern wollte eine Million kanadische Dollar, das sind etwa 700.000 Euro. Das wäre das Ende unserer Farm gewesen. Allerdings mussten wir unsere Gerichtskosten selbst tragen. Die beliefen sich auf 400.000 Dollar.
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Monsanto hat damals gezielt Saatgut-Züchter ausgesucht. Außerdem war ich als Bürgermeister und früherer Abgeordneter gut bekannt. Monsanto selbst hat das als Testfall bezeichnet. Sie wollten wohl ausprobieren, wie weit sie mit ihrer Macht gegen die Rechte der Farmer vorgehen konnten.
Ich selber habe diese Vorgehensweise von Monsanto als "Krieg durch Genpatente und Auskreuzung" bezeichnet, was den Kern der Dinge wohl ganz gut trifft. Es geht darum die Existenzen der Bauern zu vernichten um die Herrschaft über die Ernährung der Menschen zu bekommen. Krieg.
Aber mit dem damaligen Urteil ist die Geschichte zum Glück nicht vorbei. Percy Schmeiser hat nicht aufgegeben und weiter gekämpft. Das war mit Sicherheit nicht leicht, und dürfte ihn viel an Lebensfreude und Kraft und nicht zuletzt auch Geld gekostet haben. Aber er wusste das er für uns und unsere Kinder kämpft. Und er hat eine Schlacht gewonnen:
Percy Schmeiser erhält Schadensersatz von Monsanto
Monsanto räumt Verantwortung für gentechnische Kontamination ein
In einer aussergerichtlichen Einigung zwischen Percy Schmeiser und Monsanto hat Monsanto heute ihre Verantwortung für die gentechnische Kontamination Schmeisers Rapsfelder eingeräumt.
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Im Jahre 2005 fand Schmeiser erneut Monsanto-Rapspflanzen auf seinen Feldern. Er benachrichtigte Monsanto und verlangte, dass der Konzern die Pflanzen entferne. Monsanto bestätigte Schmeiser gegenüber schriftlich, dass es sich um Roundup-Ready-Raps handle und dieser Eigentum von Monsanto sei. Auf das bestehende Urteil bezugnehmend, dass der Besitzer einer Pflanze auch für die Schäden, die durch Kontamination verursacht wurden, haftbar gemacht werden müsse, liess Schmeiser die Pflanzen professionell entfernen und schickte dem Konzern die Rechnung.
Da in einem ersten aussergerichtlichen Einigungsversuch Monsanto nicht bereit war, die Rechnung über 660 Dollar zu zahlen, verklagte Schmeiser die Firma vor Gericht. Monsanto hätte nur unter der Auflage den Schaden bezahlt, dass Schmeiser eine Schweigevereinbarung über die Sache unterzeichnet hätte, die ihm oder seiner Frau für den Rest ihres Lebens das Recht entzogen hätte, jemals über den Fall öffentlich zu sprechen oder Monsanto wegen Kontamination ihrer Ernte in Zukunft vor Gericht zu belangen. Schmeiser lehnte ab. Die von Monsanto erhobenen Bedingungen seien sittenwidrig.
Auf Nachfragen des Richters, weshalb denn ein Konzern wie Monsanto eine Rechnung von 660 Dollar nicht einfach bezahle, antwortete der Monsanto-Anwalt Richard W. Danyliuk, bei dieser Sache gehe es um weit mehr als 660 Dollar.
Eine Stunde vor der auf den 19. März 2008 terminierten Gerichtsverhandlung hat nun Monsanto sämtliche Forderungen Percy Schmeisers akzeptiert und ihre Verantwortung für die Kontamination auf Schmeisers Feldern eingeräumt. Monsanto bezahlt nicht nur den Schaden, sondern akzeptiert auch, dass Schmeiser über die genauen Hintergründe öffentlich berichtet und Stellung bezieht. Das Eingeständnis Monsantos, als Eigentümerin des Patentes auf Transgene auch für die Kontamination benachbarter Felder verantwortlich zu sein, öffnet den betroffenen Bauern auf der ganzen Welt nun den Weg für Schadensersatzforderungen an Monsanto.
Liebe Umweltverbände, liebe Bauern. Wenn ihr jetzt nicht reagiert dann ist euch nicht mehr zu helfen. Raus auf die Äcker, nachprüfen, wo Monsanto durch Auskreuzung seinen Krieg führt und dann sofort vor Gericht. Gemeinsam. Greift euch diese Genbude und macht sie fertig. Endlich gibt es einen Haken an dem man diese Leute zu fassen bekommt. Das wird in Deutschland schwieriger sein als anderswo weil unsere Richter viel zu oft weder auf der Seite der Vernunft, noch auf der Seite des Rechtes stehen, sondern sich lieber der Macht, oder vermeintlichen Macht unterordnen. Aber ein paar Tausend Klagen werden das Ruder herumreißen.
Ein Urteil in Kanada wäre nicht so schön gewesen für Prozesse in Deutschland, aber ein freiwilliges Schuldeingeständnis in Kanada ist ein Schuldeingeständnis für die ganze Welt. Die Zahnpasta bekommen die nie wieder in die Tube. Wenn die Menschen schnell sind. Denn ansonsten kauft sich Monsanto unsere Justizministerin oder andere Leute, die Gesetze machen und dann gibt es eine Vorschrift dass freiwillige Schuldeingeständnisse nicht für andere Prozesse gelten. Die Bauern müssen schnell sein. Was von unserer Justizministerin zu halten ist, wissen wir alle.
Wer sich weiter informieren will, findet bei mir unter Monsanto oder Gentechnik noch einiges, über das Suchfeld im Blog. Ja ich sollte mal Dossiers anlegen, aber ich bin faul und gut beschäftigt. Die deutsche Seite von Percy Schmeiser bietet auch einiges.
Wir müssen an dem Thema dranbleiben. In Südamerika sterben schon Menschen weil die Dosen an sogenannten Pflanzenschutzmitteln immer größer werden, da die Gentechnik das erwünschte Ziel nicht erreicht, weil Freßfeinde sich einfach schneller entwickeln. Um es noch einmal deutlich zu sagen Pflanzenschutzmittel sind tödliches Gift. Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen ein Gift produzieren, das Freßfeinde tötet. Irgendwann tötet dieses Gift auch die Menschen, die daraus hergestellte Produkte essen müssen. Es muss jedem im Kopf klar sein, die werden in ihrer Gier auch nicht vor Toten zurückschrecken.













Die Büchse der Pandorra ist schon geöffnet....