Es wird langsam aber sicher schwierig noch etwas kritisches über unsere Finanzwelt zu schreiben, wenn alles kritische schon in der Agenturmeldung von Reuters enthalten ist:
Die US-Hypothekenkrise hat nun auch die deutsche Immobiliengesellschaft Patrizia erfasst.
Das Augsburger Unternehmen strich die Dividende und rechnet im laufenden Jahr nicht mal mehr mit der Hälfte des Vorsteuerergebnisses aus 2007. Der Markt strafte die Gesellschaft ab: Die Aktie brach zur Eröffnung um elf Prozent auf 4,19 Euro ein.
Für 2008 werde lediglich ein Vorsteuergewinn von 25 bis 30 Millionen Euro erwartet, teilte Patrizia am Mittwoch mit. Im vergangenen Jahr war der Gewinn vor Steuern noch um 33,8 Prozent auf 63,2 Millionen Euro gestiegen. Die Prognose umfasse nur Mieteinnahmen, Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien und Gebühren für Dienstleistungen. Nicht berücksichtigt wurden eventuelle Effekte aus der Neubewertung von Immobilien oder Zinssicherungsgeschäften, hieß es.
Die Höherbewertung von Häusern und Wohnungen hatte Patrizia im vergangenen Jahr noch einen deutlich höheren Gewinn beschert als 2006.
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Wegen des angespannten Immobilienmarktes blieb Patrizia im vergangenen Jahr bereits auf vielen Objekte sitzen. Der Umsatz ging um 18,7 Prozent auf 193,3 Millionen Euro zurück. Da sich der Immobilienbestand wegen der geringeren Verkäufe und weiterer Zukäufe erhöhte, verfünffachten sich die Mieteinnahmen auf 62,5 Millionen Euro.
Was will man da noch kommentieren. Es steht alles in der Meldung. In 2007 hat man die Objekte einfach höher bewertet, um einen tollen Gewinn vorweisen zu können und konnte für das Zeug keine Idioten mehr finden, die bereit waren derartige Preise zu bezahlen. Deshalb stiegen die Mieteinnahmen um 50 Millionen an, weil man viel mehr Objekte hatte, während der Umsatz insgesamt um 18,7 Prozent zurückging, also 44,5 Millionen Euro zurückging, was einen Umsatzverlust aus Verkäufen um 94,5 Millionen Euro, also einem Einbruch bei den Verkäufen um 39,8 Prozent bedeutet.
Das Ergebnis das man sich für 2008 schön rechnet, beruht darauf, dass man die Objekte nicht neu bewerten muss, und dass der Verkauf nicht noch weiter einbricht. Eins von beiden aber geht nur. Die Preise für die Objekte müssen runter, oder der Vertrieb bricht komplett ein. Werden die Objekt nahe an der Realität neu bewertet, stellt sich die Frage ob dann noch genug Deckung für Kredite vorhanden ist. Egal was Patrizia Immobilien macht, es ist auf jeden Fall verkehrt.
Wer allerdings glaubt das Pratrizia ein singulärer Fall, also der berühmte Einzelfall ist, der sollte sich mal den Bundesbank-Präsidenten Axel Weber , der die Krise genau wie ich auch, für nicht für ausgestanden hält:
Bundesbank-Präsident Axel Weber hält die internationale Finanzkrise für noch nicht ausgestanden. Der «Bild»- Zeitung sagte er, es sei «noch zu früh, Entwarnung zu geben». Die Vertrauenskrise sei noch nicht überstanden. Solange der Preisverfall am US-Immobilienmarkt anhalte, müsse mit weiteren Turbulenzen gerechnet werden. Weber forderte die Vorstände der großen Banken auf, daran zu arbeiten, das verloren gegangene Vertrauen der Märkte wieder zurückzuerlangen.
Der Preisverfall hält nicht nur in den USA an, ist nicht nur in Spanien, Frankreich und Griechenland kräftig am beschleunigen, sondern hat auch längst Deutschland und England erreicht. Es knirscht überall im Gebälk und das Knirschen entwickelt sich über ein Knacken und Knarzen zum Bersten. Wer immer noch in solchen Anlagen steckt, sollte da raus. Die Blüte an den Aktien- und Finanzmärkten ist eine Scheinblüte. So wie sich Todgeweihte oft scheinbar erholen, für kurze Zeit wie das blühende Leben aussehen um dann zu sterben. Man muss dabei nicht solidarischen sein Sterben ist singular, persönlich und ein Einzelfall.
Massenselbstmord machen nicht einmal die Lemminge. Aber es gibt Leute die ihre faulen Papiere noch loswerden wollen. Die warten auf Narren, manipulieren die Kurse bis jemand kauft. Den Letzten den beißen dann die Hunde, oder besser zerreißen die Gerichtsvollzieher.



















