Es kommt wie es kommen muss, war eine dieser Spruchweisheiten meiner Jugend, allerdings kam dieser Satz immer erst dann zum tragen, wenn das Kind im Brunnen war. Vorher wurde alles getan um zu verhindern, das es gar nicht erst so weit kommt.
Fefe klingt heute mit seinem Gedanken des Tages ähnlich fatalistisch:
Dass alles so Scheiße ist wird nicht dadurch besser, dass man es kommen sah. Und davor gewarnt hat.
Dieser Satz ist grundsätzlich falsch. Weil wir es kommen sehen und warnen, bekommen wir ein paar Leute wach. Wir bewirken keine Wunder, weil wir als Einzelkämpfer zu schwach sind und uns nur schwer in Gruppen fassen lassen. Aber wir bewirken etwas. Vielleicht nicht genug. Ich habe für solche Zeiten in denen man die Brocken am liebsten in die Ecke schmeißen möchte immer den einen Text den Rosa Luxemburg an Luise Kautsky schrieb und den ich hier und anderer Stelle schon so oft zitiert habe:
Dein Kopf ist voller Sorgen um die schiefgehende Weltgeschichte und Dein Herz voller Seufzer um die Erbärmlichkeit der Scheidemänner und Genossen. Und jeder, der mir schreibt, stöhnt und seufzt gleichfalls. Ich finde nichts lächerlicher als das. Begreifst Du denn nicht, daß der allgemeine Dalles viel zu groß ist, um über ihn zu stöhnen? Ich kann mich grämen, wenn mir die Mimi krank wird, oder wenn Dir etwas fehlt. Aber wenn die ganze Welt aus den Fugen geht, da suche ich nur, zu begreifen, was und weshalb es passiert ist, und hab ich meine Pflicht getan, dann bin ich weiter ruhig und guter Dinge (...)
Schau z.B. wie ein Goethe mit kühler Gelassenheit über den Dingen stand. (...) Und wenn Du etwa sagst: Goethe war eben kein politischer Kämpfer, so meine ich: Ein Kämpfer muß erst recht über den Dingen zu stehen suchen, sonst versinkt er mit der Nase in jedem Quark.
Da wir kämpfen, sind wir Kämpfer und dann haben wir uns eben nicht von Dingen unterkriegen zu lassen sondern müssen über ihnen stehen, auch wenn das nicht immer leicht ist. Mut verlangt aber immer auch ein fröhliches Herz.
Lasst uns warnen, fluchen oder weinen, aber lasst uns kämpfen und nein sagen.
Und wenn ich wüsste das Morgen die Welt unterginge,
so wollte ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.
Und wenn ich wüsste das Morgen die Welt unterginge,
so wollte ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.




















Aber trotzdem. Es muss raus.