Nein keine Sorge, ich komme nicht wieder mit dem platten Witzchen vom Wixxa. Schon deshalb nicht weil Selbstbefriedigung eine Kunst ist und zumindest erfordert, das man Fantasie hat und wenigsten sich selbst liebt. Nein, wenn es denn ein Gag sein muss dann doch lieber den
Walter von Mike Krüger. Auch wenn Walter Mixa nicht verheiratet ist, trifft dieses Lied den Kern der Dinge wohl eher.
Unser Walter war ein Spätberufener, zumindest ging er auf eine solche
Schule die um das Unglück noch voll zu machen auf die seltsame Heilige
Resl von Konnersreuth zurückging. Das ist schon eine schwere Bürde und erzeugt ein Weltbild, das ich meinem schlimmsten Feind nicht zumuten würde.
Ob in Schrobenhausen oder Augsburg, Mixa entkam dem geschlossenen Weltbild seiner Religion in ihrer extremsten Ausformung eigentlich nirgendwo. Als er dann auch noch Militärbischof wurde war sein Dilemma komplett.
In seiner Religion gibt es 10 Gebote, die die Kernregel dieses Aberglaubens darstellen. Eines davon, das fünfte Gebot lautet: "Du sollst nicht töten". Der Zweck von Militär ist aber nun einmal zu töten. Neben Mixas Gefangenschaft in seinem Weltbild kam nun auch noch ein zentraler Bruch mit den Kernsätzen seiner Religion, zum tragen, die sein Leben nicht leichter machten.
Nun wird Walter Mixa bald
66 Jahre alt, und anders als bei Udo Jürgens fängt für ihn das Leben eben nicht erst an, sondern im Gefängnis seiner Religion beginnt er seinen Tod zu bedenken.
Auch das ist ja innerhalb seines Aberglaubens eine gefährliche Hürde. In seinem religiösen Wahn muss er fürchten, gewogen und als viel zu leicht befunden zu werden. Er hat Angst vor der Hölle, die eine der wichtigsten Fantasien seiner Religion darstellt. Er hat Angst dort im Feuer gebraten, oder sonstwie bestraft zu werden. Das ist für die Anhänger dieser Religion eine häufige Wahnvorstellung, der auch mit keiner Ratio beizukommen ist.
Es ist nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst vor dieser eingebildeten Hölle, die vielen Anhängern dieses Glaubens schon das Leben selbst zur Hölle macht. Sie sind Opfer.
Innerhalb dieses Wahns gibt es aber auch einen Ausweg. Man kann sich das Wohlwollen seines Gottes durch gute Taten kaufen. Käuflichkeit ist übrigens ein Zeichen der meisten Religionen. Schließlich will das Bodenpersonal des jeweiligen Gottes ja wenigstens gut leben.
Genau das versucht Mixa nun. Er versucht seinen Gott zu kaufen, in dem er Kinderkrippen bekämpft. Das ist innerhalb seines Weltbildes völlig in Ordnung und richtig. Sein Aberglaube verbindet ja sehr bewusst Sex mit Kinderkriegen, um die Menschen für die Freude an der Lust zu bestrafen. Kinder sollen eine Last sein, sie sollen nach dem Weltbild Mixas jede Freude am Leben vergällen und alle Chancen vernichten. Vergessen wir nicht, das er der perversesten Form seiner Religion anhängt, die dem Zöllibat, jener widernatürlichen Grundlüge huldigt.
Krippen für Kinder haben schon in der DDR für viel Sex und viele Kinder gesorgt. Weil eben Sex und Kinder Spaß machen und Erfüllung bringen, wenn man sein eigenes Leben nicht vollständig dafür opfern muss. Krippen schaffen sogar die Freiheit für Frauen, sich von untauglichen, leider aber auch von tauglichen Männern zu trennen und alleinerziehend zu leben, oder neue Gemeinschaftsformen zu suche. Krippen sind Freiheit, Entwicklungsmöglichkeit.
In Mixas Gehirn, das durch seinen Aberglauben geprägt ist, will er aber keine Freiheit für Frauen oder Eltern. Er will Zwang, Not und Bitterkeit, weil ja nur so, seine Religion ein unbeweisbares Leben nach dem Tod verkaufen kann. Im Grunde glaubt er, das er durch seinen Kampf gegen Krippenplätze, seinem Gott wohlgefällig ist, und dieser ihm deshalb verzeiht, das er als Militärbischof nicht nur Soldaten und Waffen segnet, sondern auch noch seinen Gott betrügt.
Es bleibt für Walter Mixa zu hoffen, das sein erdachter Gott so blöd ist, oder sein Geist ihm wenigstens erlaubt mit dieser Hoffnung zu sterben. Das mag seine Angst eindämmen. Ein angst- und schmerzfreier Tod ist das was wir jedem Menschen gönnen sollten.