Da hat der Henryk Marcin Broder den Dieter Bartetzko von der FAZ aber ganz schön an der Nase herumgeführt. Wie ein alter Tanzbär sucht Bartezko Sinn im Unsinnigen. Ein müßiger Versuch:
Sie sehen es als Ihre Aufgabe, darauf zu achten, was Ihre elfjährigen Kinder im Fernsehen anschauen? Dann sind Sie ein hoffnungsloser Fall, der wohl auch von Verantwortung faselt. Natürlich haben Ihre Kinder das Recht der freien Wahl. So wie Sie berechtigt sind, Ihre sechzehn- oder siebzehnjährigen Sprösslinge in Shows wie „DSDS“ („Deutschland sucht den Superstar“) zu lotsen, auch zu zwingen.
Sollte ein zerrütteter Fast-Sieger dieser als Talentsuche getarnten Schauprozesse wie der zeitweise prominente Daniel Küblböck sagen, er sei von quoten- und profitgeilen Sendern und Konzernen missbraucht worden, dann lachen Sie und reden von Freiwilligkeit; schließlich leben wir in einer Zeit, in der Ellbogen nicht früh genug stahlhart werden können. Und sollte eine phänomenale Rock- und Jazzsängerin wie Joy Fleming widersprechen, machen Sie sie mit einem Hinweis auf ihr methusalemisches Alter stumm und weisen sie aufs Altenteil.
Diese Einsichten verdanken wir dem Journalisten und Publizisten Henryk M. Broder, der, gerade mal ein Jahr jünger als Joy Fleming, am Mittwochabend in der Sendung „Hart aber fair“ die Frage, ob Shows wie „DSDS“ ein Brennspiegel unserer verrohten Gesellschaft seien, durch seinen Auftritt bejahte
Dieter Bartetzko gibt sich ernsthaft Mühe die Absonderungen Broders zu verstehen und einzuordnen. Gerade zu verzweifelt versucht Bartezko Verstand oder gar Verantwortung aus den Worten Broders herauszulesen. Das kann natürlich gar nicht gehen. Der alte Broder ist lange tot. Hat sich scheinbar verbraucht wie ein Radiergummi. Einer dieser Bleistifte die zu kurz zum Schreiben geworden sind und deren Radiergummi verbraucht ist, die aber trotzdem nicht in den Müll geworfen werden, weil man sie schon so lange hat.
Natürlich zerreißen sie nur das Papier wenn man mit ihnen radieren will und bestenfalls liefern sie grobes Gekrakel wenn man mit ihnen schreibt. Es ist sinnlos sie zu behalten und noch viel sinnloser auf sie zu reagieren. Sie sind einmal mehr Muster und haben bestenfalls noch Erinnerungswert.
Für Broder ist es egal wozu er etwas sagt, es ist ihm egal von welcher Seite er Beifall bekommt. Er merkt schon lange nicht mehr in welcher Ecke er festsitzt. Aber er ist entschuldigt. Henryk M. Broder richtig verstehen ist die Kunstform die man beherrschen muss, um sich nicht von der Wut über seine Pöbeleien davontragen zu lassen. Er kann nicht anders.
Natürlich imitiert er Dieter Bohlen. Sie sind ja beide von ähnlicher Nutzlosigkeit und Unbeliebtheit. Zumindest bei den denkenden Menschen. Mit Bohlen kenne ich mich nicht so aus, aber bei Broder geht es darum, das er sich in seinem Alter immer noch mit Schreiberei ernähren muss. Das ist harte Arbeit. Er meinte mit der Islamophobie und der bedingungslosen Unterstützung der USA einen sicheren Hafen und Absatzmarkt für seine Schreibereien gefunden zu haben.
Statt dessen lag er plötzlich mit den Leuten von PI im Bett. Natürlich hat er mittlerweile den Link zu PI von seiner Seite entfernt, aber genau wie Ulfkotte ist er deren Held. Natürlich sind das auch potentielle Käufer von Büchern, wobei sie wie auch die Leute von Kewil wohl eher nicht die großen Leser sein dürften. Aber plakative Überschriften verstehen sie dann doch.
Für Broder wie für Ulfkotte ist jede Fernsehsendung ein Segen. Das bringt Schwung in die Anhängerschaft und ist auch gut für den Umsatz. Ich merke es ja auf diesem Blog. Wenn mich Robert Basic oder ein anderer der Großen mal verlinkt, dann rennen mir die Besucher die Türe ein, auch wenn es ansonsten hier eher beschaulich ist.
Fernsehen, Abendprogramm. Das hat schon was. Da muss man Show liefern. Natürlich wären sie lieber bei Anne Will oder Maybritt Illner, aber da sind die Plätze schon auf Jahre fest an die INSM und die Mietmäuler von Mohn/Bertelsmann vergeben, da müssen sie halt zu Frank Plasbeck in die zweite Reihe. Der hasst seinen Platz in der zweiten Reihe genau wie ihn Broder hasst. Aber der Broder ist nicht mehr gut genug für die erste Reihe und der Plasbeck gehört eher in die vierte Kreisklasse.
So sitzen sie denn da. Der alte Tanzbär Broder versucht die Zuschauer mit der millionsten Wiederholung längst vergangener und längst verlernter Kunststücke zu beeindrucken. Er wird damit unfreiwillig zu einer Karikatur seiner selbst. Traurige Lächerlichkeit. Nein da geht es nicht um Inhalte, schon gar nicht um Menschen, um Umgang oder gegenseitige Achtung. Da geht es nur um Selbstdarstellung. Verzweifelte Selbstdarstellung.
Ich bleibe dabei. Wir sollten uns über Broder nicht erregen. Der Mann braucht unser Mitgefühl. Schließlich ist er in besseren Zeiten, als er noch Menschlichkeit zeigen wollte, oft für uns aufgetreten. Hat uns zum schmunzeln, manchmal sogar zum Lachen gebracht. Lasst uns gnädig mit ihm sein. Auch wir werden alt und der Geist schafft die Höhenflüge der Jugend nicht mehr. Vielleicht brauchen wir dann den Applaus nicht so sehr wie er. Vielleicht haben wir Glück und merken rechtzeitig wenn der Applaus von der falschen Seite kommt. Aber sicher bin ich mir da nicht.




















Broder ist dieser Roulettspieler der alles auf grün setzt - was in diesem Fall eher gegen grün bedeutet - und einfach nicht wahrhaben will, das man zum mitspielen auf schwarz oder rot setzen müsste. Er agiert wie das Kind das beim Mensch ärgere dich gewinnen will, aber nicht bereit ist zu würfeln oder zu setzen.
Ich habe Angst das wir uns zuviel mit Broder beschäftigen. Seinem offensichtlichen Versagen und die im Dunkeln dahinter im Dunkeln lassen. Während auf Broder eingeprügelt wird, zieht Ulfkotte von CDU-Veranstaltung zu CDU-Veranstaltung.
Während wir mit Broder beschäftigt sind haben Herre und Kewil jeden Tag um die 30.000 Leser, und in den Kommentaren werden Juden, Muslime, Linke,Schwule und jede Art von Andersdenkende gerne schon mal mitteinander in den großen Topf geworfen unter den ein großes Feuer lodert.
Den brauchen auch diese Leute nicht mehr. Er giebt nur noch den alternden traurigen Clown.