Natürlich weiß ich das wir das mit der Inflation völlig falsch sehen. Wir fühlen die nur und sollen sie zwar bezahlen, aber keinesfalls unsere Lohnforderungen daran ausrichten, wie Norbert Walter von der Deutschen Bank uns über n-tv sagte. Der Mann hat Recht. Mit seinem Einkommen und dessen Zuwächsen hat er mit der Inflation nichts zu tun. Der ist er weit voraus.
Nun gibt es allerdings Menschen, die sich ihr Gehalt nicht selbst aussuchen können. Für die ist das etwas schwieriger. Bei denen geht es ganz einfach darum den entstandenen Mangel geschickt zu verwalten. Da nützt es auch wenig, sich auf die festgelegten Inflationswerte des Bundesamtes für Statistik zu beziehen, weil deren Warenkorb von einem theoretischen Bedarf ausgeht, der zudem noch nach politischen Erfordernissen in seiner Zusammenstellung und Gewichtung so verändert wird, dass möglichst niedrige Inflationsraten dabei herauskommen.
Das hat den Vorteil, dass die Notenbank nicht eingreifen und den Zins nicht heraufsetzen muss. Es führt dazu das Bundesschuldverschreibungen nicht nur keine Zinsen, sondern in Wirklichkeit Verluste liefern. Es führt vor allem aber dazu, das den Arbeitnehmern der Inflationsausgleich durch Tarifanpassung verwehrt werden kann und es damit zu hohen Verlusten im Realeinkommen kommt.
Als es noch Systemalternativen zu diesem betrügerischen Raubtierkapitalismus der wirtschaftsfaschistischen Neoliberalen gab, ließ man die Schere nicht so weit auseinanderklaffen wie heute, weil ständig die Gefahr bestand, dass die Bevölkerung einfach das Beispiel DDR nachbauen konnte. Damit hätten die Ausbeuter alles verloren. Diese Gefahr besteht heute nicht mehr. Eine immer feiner strukturierte Überwachung soll zudem verhindern, das Bürger auf die Straße gehen und "Wir sind das Volk" rufen. Lassen sich Volksaufstände nicht vermeiden, soll die Bundeswehr eingesetzt werden um auf das Volk zu schießen und damit das Großkapital und ihre politischen Handlanger zu retten.
Das Bundesamt für Statistik wird niemals ehrliche und korrekte Zahlen liefern, sondern auftragsgemäß lügen. Das bedeutet, dass alle offiziellen Zahlen über Inflation und Entwicklung der Inflation schlicht und ergreifend Murks sind.
Trotzdem die EZB ein Limit von 4,5% p.a. für die max. Steigerung der Geldmenge festgelegt hat, sind seit Einführung des EURO tatsächlich jährlich etwa 8,5% mehr EUROs in den Umlauf gegeben worden. Geht man von einer durchschnittlichen Steigerung des Bruttosoialprodukts von ca. 2% aus, beträgt also die tatsächliche Inflationsrate 8,5% - 2% = rd. 6,5% (1998 - 2007).
Die aktuelle Entwicklung des Goldpreises (2008) stellt eine in etwa realistische Relation von Währung zu Gold wieder her und zeigt die tatsächliche Geldentwertung tendenziell auf.
Es ist also nachvollziehbar, dass Geldentwertung und Teuerung die Folgen der Inflation sind und nicht umgekehrt. Die statistische Teuerungsrate lt. Warenkorb hinkt (noch) hinter der tatsächlichen Inflationsrate her.
In dieser Zahl von Wikipedia ist allerdings nicht das Geldmengenwachstum enthalten, das durch eigentlich wertlose Finanzprodukte geschaffen wurde. Dieses Geld ist zwar zum Teil in ausländische Fiktivanlagen weiter "angelegt" worden und wirkt somit teilweise nicht sofort bei uns. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte führt jetzt aber dazu, das auch diese Geldmenge auf unsere Märkte zurückschwappt. Trotzdem lassen sich für dieses Geldmengenwachstum keine vernünftigen Schätzungen in seiner Inflationswirkung ableiten.
Um auch nur annähernd herauszubekommen was wirklich los ist, hilft es aber andere Statistiken zu rate zu ziehen, wie z.B. die aktuellen Erhöhungen der Großhandelspreise:
m Großhandel sind die Preise im März so kräftig gestiegen wie seit 26 Jahren nicht mehr.
Sie lagen im Schnitt um 7,1 Prozent höher als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Zuletzt hatte es im Februar 1982 mit 8,5 Prozent eine stärkere Teuerung gegeben. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich 6,1 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise um 1,6 Prozent und damit ebenfalls deutlicher als erwartet an.
Nahrungsmittel verteuerten sich erneut überdurchschnittlich. Getreide, Saaten und Futtermittel kosteten 52 Prozent mehr als im März 2007. Bei Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten zogen die Preise um knapp ein Viertel an. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze wurden um 13,2 Prozent teurer. Für feste Brennstoffe und Mineralölprodukte wurden 18,8 Prozent mehr verlangt.
Wir dürfen ruhig davon ausgehen, dass auch diese Zahlen geschönt wurden, also in Wahrheit höher liegen, was aber im Moment für die Betrachtung ohne Belang ist, da sie ja auch schon 1982 nach politischen Interessen gestaltet wurden. Mag sein, das die Einwirkung der Politik heute größer ist, aber das ist nicht zu beweisen. Wir müssen also mit der Lüge leben.
Natürlich wird uns wieder erklärt, dass die Preiserhöhungen nicht eins zu eins durchgereicht würden. Nein. Vermutlich fängt die Deutsche Bank den Preisanstieg auf. Real werden aber die Packungsinhalte geringer und die Preise höher. Wir werden jeden Cent bezahlen müssen.
Übrigens haben sich die Weltmarktpreise für Getreide verdoppelt. Das sind dann 200 Prozent. Um die auf dei genannten 52 Prozent herunterzubekommen, werden dann stabile oder sinkende Preise bei Rübenschnitzeln, Heu, und Fischmehl als Tierfutter damit vermengt. Wenn ein Kinderlutscher gestern 10 Cent kostete und heute 20 Cent, muss ich nur mit berechnen das ein Asus Notebook 1.200 Euro kostet, ein Asus EEE aber nur noch 300 Euro kostet. Weil wir großzügig sind rechnen wir mit jeweils 100 Kinderlutschern Das Notebook und die Lutscher kosten dann zusammen 1210 Euro und der EEE mit den Lutschern 320 Euro. Welch ein Wunder wir haben gar keine Inflation die Preise sinken um 74,4 Prozent.
Den Warenkorb richtig gepackt und Birnen mit Äpfeln verglichen geht alles. Theoretisch. Praktisch geht es natürlich nicht. Die Leute können nur weniger einkaufen. Der Konsum sinkt. Auf der Exportseite werden wir immer leistungsfähiger, weil wir den Export dadurch subventionieren, dass wir unsere eigenen Leute mit ein paar Tricks um die Früchte ihrer Arbeit betrügen. Dummerweise macht der Export in einer gesunden Volkswirtschaft und auch bei uns nur ein Drittel des Bruttoinlandproduktes aus. Die restlichen zwei Drittel müssen aus dem inneren Konsum stammen.
Bei uns kann niemand mehr zusätzlich konsumieren. Die Reichen haben alles was sie brauchen. Mehreinkommen geht nur in die Spekulation. Der Mittelstand muss Altersvorsorge und Bildung der Kinder zurückschrauben um den Lebensstandard halbwegs halten zu können, die Normalverdiener schränken sich nochmal ein und verzichten auf Urlaub, Auto, Zeitung, Kino und Teilhabe am Leben. Die Armen werden in den Hunger getrieben.
Wer heutzutage nicht gleich nach der Schule oder dem Studium einen festen Job mit gutem Gehalt bekommt, gerät in eine Untergangsmühle aus der es kaum eine Befreiungsmöglichkeit gibt. Studienabgänger die mit Bafög-Darlehen, Schulden aus dem Studium und Schulden für Studiengebühren in ein Leben als Dauerpraktikanten gehen müssen, haben schon alles verloren bevor sie angefangen haben.
Es gibt in dieser Entwicklung kein Halten mehr, solange wir nicht grundsätzliche Änderungen am System, an der Politik und der Justiz vornehmen wollen. Tatsächlich haben wir seit langem alle notwendigen Gesetze, sie werden nur nicht angewandt.






















