30. Russisches Ballett
Die Technik lernst du im Training.
Kämpfen nur im Kampf.
Sven van Meerendonk
29. März 2006 19 Uhr 15
Obwohl die Strecke Wien-Moskau mit der Bahn sicher eine Reise wert gewesen wäre, hatten Helga und Tatijana den Flieger genommen. Die zweiunddreißig Stunden mit der Bahn konnten ganz schön anstrengend sein und hätten auch nicht in ihren Zeitplan gepasst.
Tatijana hatte im kleinen, aber feinen „Savoy“ in der Moskauer Altstadt gebucht. Helga fand die Zimmer einfach schick und die Fassade war ein echter Hingucker. Kaum hatten sie es sich bequem gemacht, rief Sergejewitsch Sminakov an, um sie zum Abendessen einzuladen.
An der Tür holte die Damen eine Eskorte ab und brachte sie ins Restaurant Genatsvale auf der Arbat-Strasse. Es war berühmt für seine georgische Küche und das Fischangebot, erklärte Tatijana Helga, die das erste Mal Moskau besuchte.
Sergej erwartete sie mit seinem Freund Iwan, den die Russin auch sehr gut zu kennen schien, sie küsste beide innig auf den Mund. Es gab den ewigen Wodka und Krombacher Bier vom Fass. Dazu Tschaschuschuli vom Kezi-Ofen mit Lamm, Kalb und Huhn.
Helga verliebte sich sofort in das Kalbfleisch und nach einigem hin und her konnte die Küche eine deutsche Übersetzung des Rezeptes herstellen. Als Ofen könnte man einen Römertopf verwenden, ließ der Koch durch den Kellner ausrichten.
Iwan erläuterte die Planung für den Zugriff in der nächsten Nacht und die Ziele, die erreicht werden sollte. Besonders viel Wert legte er darauf, die Menschen dort nicht zu verletzen: „Gestohlene Bilder zu kopieren mag zwar kriminell sein, aber das sind vermutlich die am besten ausgebildeten jungen Künstler, die unser Land hat und die darf man nicht verhungern lassen.“
„Keine Sorge. Helga und ich interessieren uns noch nicht einmal für die Namen der Maler. Die Materialien und die Fälschungen müssen sichergestellt oder vernichtet werden. Die Vernichtung müssten wir dokumentieren, mir wäre eine Sicherstellung lieber, um weitere Untersuchungen machen zu können. Wir wollen nur den Namen des Auftraggebers und desjenigen, der das Material beschafft hat. Das war es dann auch schon.“
„Du bist nicht an einer Verhaftung interessiert?“
„Nein, wozu? Jemand gibt denen ein Bild und will eine oder mehrere Kopien. Dazu stellt er das Material, um die Kopie so echt wie möglich zu machen. Wo ist das Verbrechen? Allerdings solltet ihr den Leuten klarmachen, dass diese Sichtweise nur das eine Mal gilt.“
Mittlerweile war das Essen beendet und Helga spürte eine seltsame Spannung zwischen den Dreien.
Tatijana grinste Iwan an. „Na, was ist, hast du einen Gym aufgetan?“
„Viel besser. Ein Tanzstudio mit einem Schwingboden aus Tartan. So etwas hätte es in unserer Jugend geben müssen. Ich hab heute noch Holzsplitter im Hintern von der ollen Arena in Sankt Petersburg.“
„Das liegt nur daran, dass du immer so langsam warst“, flachste Sergej. „Und was ist mit Helga? Wir können sie ja schlecht ins Bett schicken.“
„Sie kommt mit. Hat schon mal einen nackten Mann gesehen und wird davon nicht sterben.“
Helga stimmte dem innerlich zu, aber was ein Gym mit einem nackten Mann zu tun hatte, war ihr nicht klar.
Unter Eskorte fuhren sie in die Tanzschule.
Es war ein großes, altes Gebäude, das Iwan aufschloss. Nachdem er die Schalter gefunden hatte, wurden die Räumlichkeiten in gleißendes Licht getaucht. Viele Säle durchquerte das Quartett. Helga staunte über die alten Sternparkettböden, die riesigen Spiegelwände und lugte auch in die kleinen Studios mit Übungsstangen und wiederum Spiegeln. Die Besichtigung endete in einer mittelgroßen Turnhalle mit einem blauen Boden.
Helga suchte sich einen Platz am Rand in einer logenähnlichen Einbuchtung mit Brüstung. Sie saß noch nicht einmal richtig, da flogen schon die Klamotten der drei. Iwan griff über die Logenabrenzung, hinter der eine Anlage verborgen war und schaltete Musik an. Nackt begannen sie mit Aufwärm- und Dehnübungen. Es erklang der Pas de deux von Tschaikowski aus der Nussknacker-Suite.
Helga traute ihren Augen nicht, als die drei die schwierigen Tanzschritte aus dem gewohnten Paartanz in eine Dreierbeziehung übertrugen.
„Pas de trois“, flüsterte sie und verfolgte entzückt Entrée, Adage, Variationen und Coda. Durch geschicktes Schneiden des Tonbands waren die einzelnen Phasen verlängert und zwei Variationen für die beiden männlichen Tänzer eingefügt worden, die jeweils von einer Variation der Tänzerin angeführt wurde. Es war einfach schön, Helga klatschte, als die Drei die Tarantella tanzten. Sie winkten ihr zu und verbeugten sich, nachdem die Musik zu Ende war.
Erst als Iwan aus einer Ecke drei lange Stöcke holte und jedem der anderen einen zuwarf, begann Helga aufmerksam auf ihre Nacktheit zu werden. In dem vorangegangenem Tanz, der dem Aufwärmen der Muskeln gedient hatte, wäre jeder Stofffetzen der Harmonie abträglich gewesen.
Aber nun schien es um echten Sport zu gehen. Um mögliche Verletzungen. Helga war gespannt.
Die Stöcke hatten an den Enden Metallkappen und waren ihrer Schätzung nach zwei Meter lang. In den Händen der kleinen Tatijana sah das Teil riesig aus. Sie benutzte den Stab zum Springen, um von dem einen Ende der Halle in die Mitte des Raumes zu kommen. Kaum hatte sie sich dort angriffslustig hingestellt, drangen beide Männer mit den Stöcken kämpfend auf sie ein. Tatijana lief mit hoher Geschwindigkeit rückwärts, wickelte sich plötzlich um den Stab und rollte vorwärts. Iwan hatte nicht aufgepasst und stolperte über Tatijanas Stab. Dann wurde Sergeij überrumpelt. Fast spielerisch stieß Tatijana mit dem Metallende gegen sein Ohr.
Der artistische Kampf wogte hin und her. Helga hatte eine solche Waffe noch nie gesehen, aber ihr wurde schnell klar, wie tödlich sie sein konnte. Es schien eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten und Griffen zu geben. Eine Stunde später warf Sergeij seinen Stock in Luft und ergab sich.
Die Stöcke landeten bei Helga. Jetzt fiel ihr wieder ein, was der Begriff „Gym“ bedeutete. Griechische Sportschule – Gymnasium. Auch die alten Griechen übten nackt. Allerdings verklumpten sie sich dann nicht ineinander wie die drei es jetzt auf dem blauen Boden taten. Jeder gegen jeden, ein Ringkampf, der Helga atemlos machte.
Tatijana war eindeutig im Vorteil. Was ihr an Gewicht fehlte, machte sie durch die Höhe der Sprünge und ihre Wendigkeit in der Luft wett. Helga konnte es nicht beschwören, aber manchmal sah es aus, als ob sie in der Luft die Richtung zumindest geringfügig ändern könnte.
Sergeij kam in Rage. Er versuchte wirklich alles, um Tatijana zu besiegen, aber immer wieder musste er die angedeuteten Treffer hinnehmen. Dann kam, was kommen musste. Ein Moment der Unachtsamkeit und Tatijanas Fuß erwischte ihn mit Wucht mitten auf der Brust.
Er verdrehte die Augen und Iwan konnte ihn gerade noch schnappen, damit er nicht mit voller Wucht auf den Boden schlug. Tatijana warf sich auf Sergeij, der langsam wieder ins Leben zurückkam. Sie küsste ihn heiß. Als sich Iwan dazu gesellte, schenkte Tatijana auch ihm einen leidenschaftlichen Kuss. Völlig ausgepowert lagen sie eine Weile dort. Übereinander, verschlungen ineinander und Helga ahnte, alle drei kannten sich nicht nur vom Training.
Die drei verschwanden lachend zum Duschen und kamen eifrig diskutierend wieder. Sie besprachen offensichtlich die Übungssequenzen, denn Iwan machte einen Ausfallschritt und deutete Angriff an.
Während die drei sich wieder anzogen, nahm Helga einen der Stöcke in die Hände. Er schien völlig ausgewogen zu sein und kaum spürbare Ringe, die in das Holz gefräst waren, gaben Anhaltspunkte, an welcher Stelle man gerade seine Hand hatte. Der Winkel der Phase jedes dieser Ringe kam am Stock nur einmal vor.
„Schöne Sache, diese Quarterstaffs. Ziemlich effektiv. Leider nichts für die Handtasche“, witzelte Tatijana. „Wir haben als Kinder mal Modesty Blaise von Peter O'Donnell gelesen. Da kamen die Dinger in einer Folge vor. Das wollten wir probieren und wir haben welche aus England von der British Quarterstaff Association bekommen. Die kamen mit der Diplomatenpost. War ein ziemlicher Aufstand.“
„Das möchte ich auch mal üben. Aber eine andere Frage, weshalb übt ihr nackt? Da ist das Verletzungsrisiko doch viel höher“, wollte Helga wissen.
„Wenn du nackt bist, vor allem als Mann, lernst du dich um deinen Schutz zu kümmern, anstatt wie ein Wilder anzugreifen“, antwortete Sergeij.
„Also eine Weiterführung der griechischen Sportradition?“
„Genau, Helgalein“, sagte Tatajana und gab ihr einen Schwesterkuss.
Iwan und Sergeij brachten die Damen zum Hotel zurück. Sie würden erst am nächsten Abend kurz vor Mitternacht abgeholt werden.
30. März 2006 Moskau 10 Uhr 30
Tatijana und Helga blieben bis zum späten Vormittag liegen. Nachdem das Zimmermädchen zum dritten Mal an die Tür donnerte, standen sie auf.
„Die letzten Monate sind ganz schön anstrengend gewesen, findest du nicht, Tati?“ Helga nuschelte mit der Zahnbürste im Mund.
„Ja, sehr schön waren sie“, rief Tatijana aus der Dusche, „vor allem, weil ich so viele alte Freunde wieder getroffen habe.“
„Anstrengend, habe ich gesagt!“
„Wieso? Ist doch die schönste Beschäftigung der Welt.“ Sie trat aus der Duschkabine und trocknete sich ab.
Helga lachte. „Ach, das meinte ich nicht.“ Sie spülte den Mund aus, „ich meine, wie du dir mit jeder Menge sinnlicher Situationen den Johann aus dem Kopf zu treiben versuchst.“
„Das hat mit den letzten Monaten nichts zu tun – es ist schon immer so.“ Tatijana cremte sich ein, hielt dann inne. „Wenn ich nur wüsste, warum er mich ignoriert, damit ich es verstehen kann ...“
„Soll ich ihn einmal fragen? Ich mach das gern für dich, Tati. Ganz unauffällig, ohne dass er überzuckert, woher der Wind weht. Aus persönlichem Interesse, werde ich sagen. Soll ich?“
„Hm ...“, antwortete sie scheu.
Helga spürte, wie Tati litt und seufzte anteilnehmend.
Tatijana hüstelte verlegen, atmete tief durch und sagte: „Okay, mach es. Aber lass Johann niemals auf die Idee kommen, du fragst meinetwegen. Bitte!“
„Ich schwöre es bei unserer Freundschaft!“, gelobte Helga.
Nachdem das „Savoy“ zu Fuß nur zehn Minuten vom Roten Platz entfernt lag, machten sich die beiden nach dem Frühstück auf.
Das Lenin-Mausoleum im Kreml ließen sie aus, die wartende Menschenschlange war nicht zu bewältigen, zudem hier weit und breit kein Kunstexperte auf sie wartete, der sie daran vorbeischleusen könnte, wie Iwan es vor ein paar Wochen in der Petersburger Eremitage gemacht hatte.
„Sieht aus wie eine Zelloluid-Puppe, du versäumst nichts. Außerdem ist er töter als tot, daher als Mann komplett uninteressant“, sagte Tatijana.
Helga kicherte.
„Wir laufen jetzt zur Ulica Twerskaja“, Tatijana deutete in zum Ende des Platzes, „die vornehmste Einkaufsstraße Moskaus mit ganz vielen feinen Boutiquen. Da bummeln wir einfach mal durch, schlagen uns mit Kaviar und Krimsekt voll, suchen uns ein paar fesche Weißrussen – oder ist dir mehr nach Mongolen a la Dschingis Khan? – und sind abends richtig gut drauf für den Einsatz. Was meinst du, meine Liebe?“
Sie hakte Helga unter, die sich vor Lachen krümmte. „Ach, ich liebe dich, Tati!“
„Gut, dann verzichten wir auf die Russen.“
Tatsächlich verbrachten sie den restlichen Tag vergnüglich, indem sie eine neue Russenkappe für Hubsi erstanden und ein Hirtenhemd aus weißem Leinen für Drago. Tatijana schenkte Helga einen ukrainischen Folklorerock und deckte sich selbst mit zwei Bolerojäckchen aus Shanghaiseide ein.
„Johann bekommt nichts, er hat keine Belohnung verdient, Homer trägt nur Italienische Maßanzüge und die Störchin kennen wir noch zu wenig. Tschikowski ...“
„... könnte am ehestens ein Strickzeug für den Knast brauchen, um sich die Zeit zu vertreiben“, vollendete Helga Tatijanas Satz.
Kaviar allein wäre nicht ausreichend für ihren Hunger gewesen, deshalb suchte sie das „Yolki Palki“ auf und schlugen sich den Bauch mit Ukha, einer Fischsuppe und einer mongolischen Termican-Platte voll.
31. März 2006 Moskau 00 Uhr 30
Helga bekam von Tatijana eine umfassende Ortsbeschreibung, die sie aber nicht so recht genießen konnte, da ihr Konvoi unter Blaulicht mit Höchstgeschwindigkeit und Krawall durch die Stadt in Richtung Kunzewo jagte.
Früher hatte es eine Extraspur für die Mitglieder des Politbüros in der Mitte der Straßen gegeben und viel weniger Autos. Heute war Moskau genauso verstopft wie jede andere Metropole, aber der Konvoi erkämpfte sich seine freie Durchfahrt mit aller Härte.
Erst als sie aus den Häuserschluchten in die lichten Birkenwälder kamen, ließ der Verkehr geringfügig nach. Einst hatte es auf diesem Weg einige Milizstationen gegeben, die verhinderten, dass die falschen Leute in die Nähe der Datschen des Politbüros kommen konnten. Für Ausländer war das gesamte Gebiet verboten gewesen.
Die Stationen waren schon lange nicht mehr besetzt und zum Teil abgerissen. Aber die Überwachung stand immer noch. Auch wenn sie heute nur aus Kameras und Radarfallen bestand. Diese wenigen Kilometer waren das an Strafen einträglichste Straßenstück in ganz Russland.
Kluge Köpfe vermuteten, die Geschwindigkeit war deshalb zurückgenommen worden, weil die Sicherheitsorgane hinter den Kameras automatische Personenerkennungssysteme geschaltet hatten. Biometrische Datenverarbeitung war lange kein Geheimnis mehr.
Ungefähr eine Stunde vor dem geplanten Einsatz erreichten sie den Bereitstellungsraum, eine fahrbare militärische Kommandozentrale, die früher mal für den Abschuss von SS-20 Raketen entwickelt worden war. Eine Mitarbeiterin der Miliz überreichte ihnen Tarnanzüge, kugelsichere Westen und Helme, sowie die Tarnschminke.
Hier saßen sie nicht nur in der ersten Reihe, hier durften sie auch mittun. Helga hatte erst einmal mit einer Kalaschnikow geschossen, nahm sie aber genauso entgegen wie die Pistole und das Kampfmesser. Die Militärschuhe rochen nicht vertrauenerweckend, schienen trotzdem neu zu sein.
Zu dem weltweit üblichen Knopf im Ohr mit der Sprechgarnitur kam ein Nachtsichtgerät. Tatijana bat Helga, die Augen schnell zuzukneifen, wenn irgendwo Licht anging. So toll die Restlichtverstärkung oder das Infrarot im Dunkeln waren, so schnell konnte man bei Licht oder Hitze geblendet werden.
Das Signal zum Zugriff ähnelte der Pfeife ihres Wasserkessels zuhause, dachte Helga.
Dann brach ein schrecklicher Lärm aus und das Anwesen wurde gestürmt. Das Geschrei der Angreifer, Lichtblitze und Kanonenschläge. Die Bewohner wussten nicht, wie ihnen geschah. Es gab keine Gegenwehr.
Schnell stand fest, dass in der Schule 40 der 60 Schüler, die unterrichtet wurden, auch übernachteten. Ebenso wie die vier Lehrer und der Besitzer der Schule, Hassan Gegoriwitsch Rosskoie.
Die Schule sah nicht nach viel Geld aus. Auf den Staffeleien der Meisterklasse standen Kopien gestohlener Bilder in den verschiedensten Fertigungsstufen.
Es gab keinerlei Versuche, etwas zu verheimlichen. Hassan Gegoriwitsch Rosskoie, der wegen eines langen Aufenthaltes in der DDR hervorragend Deutsch sprach, zeigte ihnen das Röntgengerät und händigte ihnen die Originale aus, an deren Kopien sie gerade arbeiteten.
Rosskoie nahm alle Schuld auf seine Kappe. Er verteidigte sich gar nicht erst mit den wirtschaftlichen Problemen seiner Schule, obwohl diese aus den Büchern abzulesen waren. Darin war jedes einzelne Bild, das seine Schule angefertigt hatte, verzeichnet und sogar steuerlich berücksichtigt.
Er hatte sogar ein Foto aus einer Überwachungskamera, das den Japaner zeigte, der ihm die Vorlagen und Materialien brachte und die fertigen Bilder wieder mitnahm.
Ein Blick darauf genügte Helga, um auszuschließen, dass es sich um einen geborenen Japaner handelte. Zwar gab es die Epikanthus medialis, jene Augenfalte, die das Auge sichel- oder mandelförmig erscheinen lässt, aber alle anderen Merkmale deuteten auf einen Koreaner hin.
Da Rosskoie nicht nur seine Aufzeichnungen mustergültig geführt hatte, sondern das gleiche für seinen Terminkalender galt, war es leicht, darüber herauszufinden, wann der Koreaner in den letzten Jahren Moskau besucht hatte.
Noch am selben Abend stand fest, dass es sich um Won Hae-Kyung handelte, der eigentlich in Saipan auf den nördlichen Mariannen lebte und mit einem Privatjet zwischen den unterschiedlichsten Orten der Welt hin und her flog.
Da Saipan Teil des U.S. Commonwealth Territory ist, gibt es zwar eine eigenständige Regierung, alle Bürger sind aber automatisch US-Staatsbürger, wenn auch ohne Wahlrecht in den USA. Das war ein Fall für Homer Milhouse Nixon, den Tatijana sofort informierte.
Russland übergab die gestohlenen Bilder, die Kopien und alle dazu verwandten oder verwendbaren Materialien an Tatijana zur Weiterleitung an die Besitzer und zu Untersuchung in anderen Labors.
Auf dem Rückflug fertigte Tatijana ihren Bericht für alle Ermittler an. Helga saß schlafend neben ihr Sitz und träumte von wilden Gefechten mit hübschen Männern und langen Stangen.
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