Die Bank of England hat die Druckmaschinen angeworfen und lässt sich für 50 Milliarden Pfund wertlose oder besser so gut wie tote Hypotheken andrehen, in der Hoffnung damit die Banken und den Hypothekenmarkt retten zu können. Nette Idee, bremst ein wenig, wird aber vermutlich für die Royal Bank of Scotland (RBS) die gerade im Zuge der Kreditkrise Abschreibungen von bis zu 5,9 Milliarden Pfund (etwa 7,4 Milliarden Euro) angekündigt hat und ihr Kapitalerhöhung mit einem Abschlag von 46 Prozent auf den Montagskurs der Aktie plant, nicht mehr retten.
Wer die geplanten 12 Milliarden Pfund oder 15 Milliarden Euro für die RBS aufbringen soll, lässt sich auch noch nicht absehen. Ich tippe auf den englischen Steuerzahler. Das vor allen Dingen deshalb, weil viele Analysten auch bei anderen Banken mit ähnlichen Schritten in noch höherem Ausmaß rechnen. Die Citygroup hat gerade mal wieder 6 Milliarden Dollar an Vorzugsaktien eingesammelt und ist damit bei insgesamt 36 Milliarden Dollar. Das reicht zwar nicht um die offiziell gemeldeten 45 Milliarden Dollar Verlust zu decken, aber es reicht für die noch vermuteten rund 35 Milliarden Verlust, die noch in den Büchern der Citygroup stecken sollen.
Über die Düsseldorfer Hypothekenbank die ja nicht pleite ist sondern nur verkauft wird, und die Bank of Amerika sprechen wir hier nicht, das hat der Meyer schon bestens für uns erledigt. Den Ölpreis bei 120 Dollar und den Euro stabil über 1,60 braucht niemand mehr vorauszusagen. Das ist völlig klar.
Egal ob die Analysten heute von 1,62 beim Dollar reden und völlig egal ob die EZB, wie vom Chef der Banque de France, Christian Noyer angekündigt und sofort wieder dementiert, die Zinsen anhebt um die Inflation zu stoppen, der Euro ist auf dem Weg nach oben. Ich bin mir ziemlich sicher das wir die 1,75 sehen werden.
Die EZB wird aber handeln müssen. Tatsächlich haben wir einen negativen Realzins. Zieht man die Inflation von den Zinsen für ein Darlehen ab, dann bleibt der Realzins übrig. Bei einem Sparbuch mit 3,5 Prozent Zinsen und der offiziellen Inflation von 3 Prozent würde ein halbes Prozent Realzins übrig bleiben. Da aber der offizielle Inflationssatz so gar nichts mit der Wahrheit und der Realität zu tun hat, sollten wir wohl besser von durchschnittlich 10 Prozent Inflation ausgehen, wobei diese je nach Haushaltstyp anders aussehen kann. Bei Hartz IV Beziehern, die ja ihr Geld praktisch nur für Wohnen, Essen, Energie ausgeben, dürfte die Inflation eher 15 Prozent betragen, bei Herrn Josef Ackermann der sein Einkommen nur minimal in Konsum steckt, dürfte die Inflation eher bei 4,5 Prozent liegen, da höherwertige Produkte im Preis fallen.
Gehen wir aber noch einmal von unserem Sparbuch mit 3,5 Prozent Zinsen und den 10 Prozent mittlerer Inflation aus. Es entsteht ein negativer Realzins von 6,5 Prozent. Das ändert sich natürlich wenn man 10.000 Euro als Festgeld für ein Jahr anlegt, da gibt es ungefähr 4,5 Zinsen und der negative Realzins beträgt nur 5,5 Prozent. Im Mittel verliert das Geld also 6 Prozent in jedem Jahr an Wert.
Nehmen wir einmal an, jemand würden bei einem negativen Realzins von 6 Prozent, heute 100.000 Euro anlegen. Nach 17 Jahren würde auf dem Konto zwar ein Betrag von 168.066 Euro stehen der aber einer Kaufkraft von Null entspricht. Nach 17 Jahren hätte sich das Geld selbst aufgefressen. Natürlich dauert eine solche Phase nicht 17 Jahre am Stück, aber 6 Prozent im Jahr zu verlieren ist auch schon bei drei Jahren nicht lustig, wenn von den realen 100.000 nur noch 85.000 an Kaufkraft bleiben.
Die Preise für Öl werden weiter und schneller steigen, weil es in Zukunft weniger Öl gibt. Die Preise für Lebensmittel werden steigen, weil Lebensmittel zu Biosprit umgewandelt werden, weil Monsantos und andere genveränderte Planzen immer weniger Ertrag, bei immer höheren Giftdosen und mehr Dünger bringen und weil sich Ernährungsgewohnheiten ändern.
Manche meinen das Hunger nur ein Problem der Entwicklungsländer bleiben wird und zwar bedauerlich, aber aufgrund von deren Fehlverhalten nicht zu ändern ist. Das die eben wie alle Schwachen nicht stark genug sind. Aber vorsichtig, vielleicht sind die, die so denken, selbst auch nicht so stark wie sie sich fühlen. Japan ist doch ein starkes Land aber trotzdem musste Mariko Watanabe feststellen, das sie keinen Kuchen backen konnte weil in den Supermärkten in ihrer Nähe die Butterregale leer waren.
Die ständig steigenden Weizenpreise haben zudem das japanische Budget für den Ankauf von Getreide zum ersten mal seit dem zweiten Weltkrieg platzen lassen. Ein Zustand der zur Regel werden dürfte. Japan hat keine Rohstoffe, nicht genügend Ackerfläche und einen sehr hohen Einsatz von tierischen Lebensmitteln. Das wird nicht lange gut gehen. Was aber in Japan vor die Wand läuft, wird es in ähnlicher Form auch bei uns tun.
Wir sollten übrigens immer daran denken das China und Indien die gleichen Probleme haben. Indien oder auch China könnte jederzeit auf die Idee kommen, den ziemlich leeren australischen Kontinent zu besetzen. Vor die Wahl gestellt, zu Hause zu verhungern oder dort eine Chance zu suchen, dürfte die Entscheidung den Menschen leicht fallen.
Ach ja für diejenigen die sagen, das sie bei den schlechten Bedingungen ihr Geld lieber in Aktien anlegen wollen:
Nach all den Rechnungslegungsänderungen über die vergangenen Jahre notieren die nichtfinanziellen Firmen Europas am Cashflow gemessen um die Hälfte über dem Niveau zwischen 1970 und 1996 (dem Beginn des irrationalen Überschwangs) - und gelten angesichts des geschätzten 2008er KGV von 13 dennoch als billig. Nur ist das nichts im Vergleich zu dem, was in den USA passiert. Den gängigen Ergebnisangaben zufolge - also den allenthalben blindlings übernommenen Pro-Forma-Konstrukten gemäß - notiert der S&P 500 mit dem 15,3-fachen Gewinn von 2007 und dem 14-fachen des für 2008 prognostizierten Gewinns. Rechnet man mit US-GAAP-Zahlen, liegt das KGV für 2007 bei 20,8, für 2008 sogar bei 21,7, wobei die Gewinnschätzungen hier nicht von Analysten kommen, sondern von Strategen.
Und wer das nicht wahrhaben will, kann diese Daten ja mal mit jenen aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vergleichen, in der Gewinne anders als in Handelsbilanzen übrigens auf eine im Zeitverlauf konsistente Art und Weise ausgewiesen werden. Danach liegt das KGV des US-Aktienmarktes um rund ein Drittel über dem Durchschnitt seit 1952 - oder um rund die Hälfte, wenn man nur den Durchschnitt bis 1996 zugrunde legt. Besonders krass ist danach das KGV der nichtfinanziellen Sektoren, weil der Finanzsektor 2007 insgesamt ja noch ungemein gut verdient hat.
Dass US-Aktien nach allen Kriterien teurer geblieben sind als europäische, wirkt unterdessen fast schon bizarr. Denn seit dem ersten Quartal 1977 - wir nehmen dieses Datum, weil die BIP-Zahlen für den Euro-Raum nur bis dahin reichen - haben sich europäische Aktien in Dollar gerechnet gut verzwanzigfacht, während sich US-Aktien "nur" knapp verzwölffacht haben. Ist schon eine komische Sache, wenn man bedenkt, dass sich das reale US-BIP seit 1977 angeblich verzweieinhalbfacht hat, während jenes im Euro-Raum sich bloß verdoppelt hat.
Wenn aber selbst die FTD, wenn auch nur mit Bloombergs Hilfe darauf kommt, das mit Bewertung der Aktien wohl etwas nicht stimmt, dann dürfte das Wort Blase wohl kaum zutreffen. Es wird sich wohl eher um einen riesigen Fesselballon oder besser einen der alten Zeppeline handeln. Lakehurst ist allerdings nicht mehr weit. Zur Zeit beginnen in den USA die Kreditkartenkredite und die damit verbundenen Papiere zu platzen. Das wird die Kreditversicherer über die Kante schieben und die letzten Aktiendepots der normalen Amerikaner auf die Märkte drücken, in denen aber schon die Banken nach Geld geiern, um zu überleben.
Natürlich kann man immer noch Geld mit Aktien machen. Jederzeit. Aber ruhiger schläft man, wenn man Abends aus dem Wahnsinn draußen ist und sein Geld da hat, wo man es in Möhren und Zwiebeln oder ein Huhn umwandeln kann. In eigenem Ackerbau und Viehzucht. Wer übrigens einen neuen Sport sucht, sollte sich f'ür ein- und zweispänniges Kutsche fahren interessieren. Das könnte die Mobilität in Zukunft erheblich erhöhen.
Eine Geldanlage in ausdauernde Pferde für Kutsche und Sattel und Kaltblüter für den Acker dürfte nicht das schlechteste sein. Die schweren belgischen Kaltblüter sind meist übrigens sehr kuschelig und auf jeden Fall etwas fürs Herz.























Euro, US-Dollar, Pfund - alles nur Papiergeld.
Mit einem Kleingarten trifft ein Agrar-Neuling eine bessere Wahl. Da hat man schon genug zu kämpfen, gegen Schnecken, Mäuse und andere Eindringlinge.
Lieber klein und überschaubar denken.
Ausserdem denke ich, dass der Solidaritätsgedanke im Deutschen Volk noch nicht ganz verkümmert ist. Und wir auf dem Land werden wahrscheinlich nicht nein sagen, wenn sich bekannte oder verwandte Städter oder Gestrandete ankündigen. Nach dem 2. Weltkrieg haben hier die meisten Familien andere Familien in die leerstehenden Zimmer gepackt. Auf den Bauernhöfen und in den Wäldern wurden damals Arbeitskräfte gebraucht.
So und so wird es schwierig.
Nein der Acker ist nicht die Platz für jeden. Aber viele werden auf den Acker müssen um zu überleben. Alle sollten sich klassisches Wissen sichern. Das ist heute in Büchern billig zu kaufen. Schmiede, Schreinerei, Landwirtschaft. Meist alte Bücher als Replikadruck. Kostet wenig, schadet nicht, könnte aber nützlich sein. Genauso alte Schulbücher. Chemie, Biologie.
Alles nur Kleinigkeiten die die Sache leichter machen könnten. Ich habe auch keine Ahnung wie weit der Absturz gehen wird. Ich schätze mal das wir bis auf 1900 zurück müssen, es könnte aber auch 1850 sein. Wenn wir Glück haben nur bis 1950.
Vielleicht sehe ich zu schwarz. Aber da schlägt meine christliche Erziehung durch. Allzeit breit sein, nicht den Bräutigam zu empfangen sondern in der Krise meinen Mann zu stehen.
Ich bin sicher das wir vor die Wand fahren, weiß aber nicht wie heftig es wird.