Beginnen wir die Woche mit unseren amerikanischen Brüdern. Brüder, weil man sich Freunde ja aussuchen könnte. Brüder werden einem geschenkt. Wenn ich Andrian Kreye auf seiner "FLUCHT IN DIE WILDNIS" folge, kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Ja so sind sie die Amerikaner. Stets auf der Suche nach dem einen, dem wahren Glauben der dann aber auch gegen jede Anfeindung verteidigt werden muss. Große Kinder mit großen Gefühlen, viel Herz und oft genug wird überraschend wenig, vom zweifellos vorhandenen Verstand eingesetzt:
Die amerikanische Peak-Oil-Bewegung glaubt an das Ende der Weltwirtschaft und das Überleben in der Einöde
New York im September '06 - Es war ein langer Marsch durch den regnerischen Central Park, doch auf der Höhe der 102. Strasse wird Steve Brill auf einer versteckten Lichtung endlich fündig. “Klettenwurzeln!", ruft er aus. Gut gekocht schmecken die wie eine Kartoffel. Dann kniet er auch schon im feuchten Erdreich und stichelt mit seiner Gartenkelle einen graubraunen Strunk frei. “Wild Man" nennt sich Steve Brill auf seiner Webseite, auf der man sich zu seinen botanischen Rundgängen anmelden kann, und um den “wilden Mann" zu unterstreichen, trägt der 57jährige zu seiner Nickelbrille und dem Professorenbärtchen kurze Safarihosen und einen Tropenhelm.
Gut dreißig Interessierte führt er an diesem Samstagvormittag auf der Suche nach essbaren Pflanzen durch den Central Park. Ein paar Familien sind dabei, die ihren Kindern ein wenig Gespür für die Natur nahe bringen wollen. Aber da sind auch die Damen und Herren mit den Notizblöcken und den vielen Fragen, die den Rundgang viel ernster nehmen, als die Familien. Die ernsthaften Damen und Herren gehören zu einer neuen Sorte Klientel, die seit einigen Monaten auf Steve Brills Rundgängen durch Stadtparks und umliegende Wälder anzutreffen sind. Für sie ist die Suche nach essbaren Pflanzen im Stadtpark kein Wochenendspaß, sondern ernsthafte Vorbereitung auf die finsteren Zeiten, die da kommen und mit dem Begriff der “posttechnologischen Gesellschaft" eigentlich viel zu freundlich beschrieben sind, wie sie versichern. Aber genau das ist es, was da auf uns zukommt, wenn man Bill, Dan oder Gusti glaubt - eine Welt ohne Technologien, ohne Maschinen, ohne Massenfabrikation und vor allem ohne fossile Energiequellen, was natürlich zunächst einmal den Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystemes und die Rückkehr der Menschheit in die Zeiten der Jäger, Sammler und Kleinbauern bedeutet. Genau deswegen sollte man sich möglichst bald auf die harten Zeiten des Rückschritts von der technokratischen, globalisierten Moderne zurück in eine vorzivilisatorische Geselschaftsform vorbereiten, in der wieder jede Familie, jede Gemeinde für sich selbst sorgen wird.
Man sollte den Artikel unbedingt ganz lesen. Es lohnt sich. Natürlich ist das alles Quatsch. Nicht die Frage ob es Peak Oil gibt, ob es vor oder hinter uns liegt, sondern die Reaktion. Obwohl Russland, Norwegen und Saudi Arabien Peak Oil, also den Höhepunkt der Fördermenge gemeldet haben, bedeutet dies ja nicht, das die Flasche leer ist. Es bedeutet, das die höchstmögliche Fördermenge erreicht wurde und es von nun an bergab geht.
Ich kenne alleine drei unterschiedliche Rechenmodelle, die jeweils noch einen Haufen Parameter zusätzlich haben um den weiteren Förderverlauf nach Peak Oil zu berechnen. Die zu erklären würde die Verwirrung noch zusätzlich vergrößern, weil es einfach zu viele Stellschrauben gibt. Es gibt auf der Welt ganz wenige Felder, bei denen der Druck so hoch ist, das sie spätestens 10 Jahre nach dem jeweiligen Peak Oil leer sind. In der Mehrheit der Felder reden wir je nach Lesart von einer kontinuierlich sinkenden Förderung und einem Ende nach 20 - 45 Jahren.
Das sollte niemanden hindern sich wieder für essbare Pflanzen und deren Anbau zu interessieren. Aber Peak Oil ist daran nicht schuld. Wir haben praktisch alle Möglichkeiten um den Verlust von Öl und Gas zu überleben, ohne mit der Waffe in der Hand unsere drei Möhren auf dem Balkon verteidigen zu müssen.
Jochen Bard vom Kasseler Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) meint das wir ein Drittel des Weltstrombedarfs aus Meeresnergie gewinnen könne. Selbst wenn es nur 15 Prozent werden, wäre das schon hilfreich.
Wir können in der Welt ein Drittel unseres Energiebedarfes durch Dämmung, verbesserten Transport, Abbau von Verschwendung und besserem Energierecycling einsparen. Andere Rechnungen meinen sogar das es bis zu 45 Prozent reicht. Wir gehen wieder nur von 15 Prozent aus um auf der sicheren Seite zu sein.
Mit großen Thermischen Solarkraftwerken in den Sonnenwüsten unserer Erde, auf nicht landwirtschaflich nutzbarem Land könnten wr sogar sehr schnell unseren aktuellen Energiebedarf an Strom und Treibstoff herstellen, wenn wir uns beim Treibstoff auf die Brennstoffzelle und Wasserstoff oder Batterien einlassen.
Leider interessiert uns weder Einsparung, noch Meeresenergie und in den Wüstengebieten beleidigen wir lieber die dort lebenden Menschen durch Leute wie Herrn Wilders und seine Freunde, anstatt zu unser aller Nutzen mit allen Menschen vernünftig zusammen zu arbeiten.
Deshalb gibt es auch neben der Hoffnung auf eine machbare und gute Zukunft, die schlechten Nachrichten. Eine davon sieht auf den ersten Blick sehr positiv aus, ist aber eine Riesengeldverschwendung die zudem für noch erhebliche Gefahren beinhaltet:
Neben dem Transport durch Pipelines gewinnt deshalb der Transport von verflüssigtem Erdgas per Schiff an Bedeutung. Der Bedarf an Flüssigerdgas wird sich bis zum Jahr 2015 auf 400 Millionen Tonnen im Jahr verdoppeln, prognostiziert die IEA. Vor allem die boomende Wirtschaft Asiens setzt auf das sogenannte "Liquefied Natural Gas" (LNG).
..
Mit großen Flüssigerdgas-Tankern könnten deutsche Versorger zusätzlich Gas aus Afrika, Asien oder Nahost beziehen. Der Transport lohnt sich nur in flüssiger Form, weil die Energie so kompakter zu speichern ist. 600 Kubikmeter Gas schrumpfen bei gleichem Energiegehalt auf einen Kubikmeter Flüssigerdgas.
Der Energiekonzern Eon plant, in Wilhelmshaven das erste Regasifizierungsterminal in Deutschland zu bauen. Es wird benötigt, um das für den Transport verflüssigte Gas wieder in den verbrauchsfertigen Aggregatszustand zurückzuversetzen. Eine Machbarkeitsstudie ist bereits abgeschlossen.
Die Anlage könnte schon 2011 ihren Betrieb aufnehmen. Die Jahreskapazität entspräche dem Gasbedarf von fast drei Millionen Haushalten. "LNG ist eine vielversprechende Option", sagt Eon-Chef Wulf Bernotat. "Das geplante Terminal in Wilhelmshaven gibt Deutschland Anschluss an den weltweit wachsenden LNG-Markt."
Dummerweise wird Peak Gas schon für 2025 erwartet, so dass der schöne Eon Plan gerade noch rechtzeitig fertig wird, um sich nicht zu rentieren. Aber davon mal ganz abgesehen, ist es immer wieder bewundernswert wie blauäugig ein so hochbezahlter Manager, wie Herr Bernotat ist, durch die Gegend läuft. Wenn er einmal in Rotterdam zugesehen und zugehört hätte was es bedeutet wenn ein Gastanker einen Hafen anläuft und wie gefährlich das ist, dann würde er diese schwimmenden Bomben nicht durch den Ärmelkanal, bis nach Wilhelmshaven fahren lassen wollen.
Aber Herr Bernotat muss eben keine Ahnung haben. Vielleicht kann ihm jemand klar machen, das so ein Terminal und eine derartige Anlage nach Rotterdam gehört oder an einen anderen Punkt an der Atlantikküste der möglichst menschenleer ist.
Viel schlimmer aber ist, dass mit dem Geld, das für solchen Schwachsinn verballert wird, die ersten Solarkraftwerke gebaut werden könnten. Wie bekommt man einen deutschen Manager nur dazu in die Zukunft zu investieren, anstatt sich wie ein Affenbaby an seine Mutter, an die Vergangenheit zu klammern.
Auch die andere Nachricht ist nicht besonders gut, weil zwei Probleme sich aufeinander addieren:
Wegen förderbedingten Engpässen sind Öl-Förderunternehmen immer häufiger dazu gezwungen, auch Tiefseeregionen anzuzapfen. Gleichzeitig gestaltet sich die Finanzierung derartiger Projekte angesichts des Dollar-Tiefs und der internationalen Finanzkrise aber immer schwieriger. Nachdem der Ölpreis zuletzt einen neuen Rekordstand von 119,90 Dollar für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate erreichte, prognostizieren Analysten noch immer eine steigende Nachfrage durch aufstrebende Schwellenländer wie Indien und China. Somit seien höhere Ölpreise auf längere Sicht unvermeidbar. "Die Öl-Vorkommen haben sich über die Jahrzehnte hinweg aufgrund der hohen Nachfrage massiv verkleinert, sodass Öl-Multis inzwischen zu kostenintensiven Tiefseeborungen übergehen müssen. Das unlängst entdeckte Ölfeld vor der brasilianischen Küste ist nur ein Beispiel von vielen", so HSH-Nordbank-Analyst Andy Sommer im Gespräch mit pressetext.
Wir erinnern uns an die Felder vor Brasilien in 5.000 Meter unter dem Salz. Aber der Experte hofft noch auf weitere Felder in Alaska, an der Westküste Afrikas und am russischen sowie norwegischen Polarkreis. Ich will das auch gar nicht in Abrede stellen, am eigentlich Problem werden auch diese Funde nichts ändern.
Wenn uns jetzt aber, bei diesen hohen Ölpreisen, aufgrund der Finanzkrise das Geld für die Förderung und weitere Exploration fehlt, dann beginnt die Katze sich selbst aufzufressen. Kein Geld für Öl, kein Geld für Förderung von bekanntem Öl, kein Geld für Solarkraftwerke und für Kraftwerke die Meeresenergie nutzen. Wenn wir diese Entwicklung nicht in den Griff bekommen, könnten die amerikanischen Peak Oil Extremisten doch noch Recht bekommen, ohne es wirklich zu haben. Dann kommt der Hunger auch sehr schnell zu uns.























Man muss schon ziemlich dämlich sein, um als Neoliberaler durch die Welt gehen zu können. Ewiges Wachstum, 25 Prozent Rendite und Reichtum für wenige erfordern nicht nur Armut für viele sondern eben auch ständig neues Öl. Ohne Öl ist g ...