Der Struck macht uns den Stiegler. Natürlich ist es gut das er endlich geht, aber hätte er das nicht vor dem 4. Dezember 2002 und vor seinem unsäglichen Satz tun können:
Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.
Auch ohne die Tatsache, dass unter seiner Leitung sehr zielgerichtet in großem Umfang brisante Daten etwa zu Auslandseinsätzen aus der Zeit der SPD-Regierung (1999–2003) vesehentlich gelöscht wurden, war Struck eine der großen Katastrophen der SPD. Ich erinnere mich noch gut, das er einer Abgeordneten die nach ihrem Gewissen und nicht nach seinen Befehlen entscheiden wollte, so viel Druck machte, bis diese weinend zusammenbrach und ich habe sein Lächeln in diesem Moment noch wie eingebrannt vor meinen Augen.
Da geht kein Demokrat, da geht schon gar kein Sozialdemokrat. Ausgesorgt hat er schon lange, es werden auch noch Belohnungen auf ihn warten. Aber wie Stiegler geht er natürlich auch zum richtigen Zeitpunkt. Die Bundestagswahl 2009 wird zum Desaster für die SPD. Von Rüttgers in der Koalition links überholt, werden auch die letzten halbherzigen Themen in kleinen Rauchwölkchen am Himmel verblassen.
Diese SPD hat keine Kraft und auch keinen Rückhalt mehr in der Bevölkerung. Wahrscheinlich hat sie auch gar kein Interesse mehr an einem Wahlkampf. Es ist ja auch unerheblich ob am Ende 18, 22 oder gar 26 Prozent dabei herauskommen. Eine Regierungsbeteiligung wird es für die SPD auf lange Sicht nicht mehr geben.
Schwarz-Grün oder Jamaika werden die Farben der nächsten Legislaturperiode, wobei ich auf Jamaika tippe und die FDP mit der Drohung von Schwarz-Grün-Rot kleingehalten wird, bis sie sich auf Dauer selbst zerreibt.
Da ist es an der Zeit für die Verantwortlichen sich langsam aber sicher aus dem Staub zu machen. Der Auftrag die SPD zu ruinieren ist erfolgreich abgeschlossen, zu gewinnen oder gar zu entscheiden gibt es in Zukunft nichts mehr, also geht man aus der Macht in die Pension. Das sieht dann hinterher in den Biographien sehr viel freundlicher aus.
Wer der Nachfolger von Struck wird ist völlig egal. Gabriel dürfte die Pension noch nicht beisammen haben, auch wenn er viel für die Atomindustrie und die Ölmultis getan hat. Schließlich hat er den einen ein Endlager und den anderen ein großes Geschäft dadurch verpasst, das er deutschen Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen künstlich verteuert hat. Atomkraft, nicht nur Schacht Konrad, da kommt auch noch Gorleben. Er weiß schon wem er verpflichtet ist.
Steinbrück und Steinmeier werden in die Wirtschaft gehen. Aufsichtsräte. Auch sie haben ja ihre Aufgaben erfüllt, ebenso wie Sarrazin, der seinen Absprung ja mit aller Macht vorbereitet. Den Wiefelspütz wird es in die Rente ziehen, aber vielleicht macht er auch noch eine Runde. Das ist ja bares Geld und er muss ja nicht in Berlin sein.
Gespannt bin ich nur auf die Begründungen von den Leuten, die erst nach der Wahl offiziell abspringen.



















