Gute Nachrichten müssten doch eigentlich das Herz erfreuen:
Finanzkrise und steigender Preise bessert sich überraschend die Kauflaune der Verbraucher. Das Barometer für das Konsumklima im Mai stieg um 1,1 auf 5,9 Punkte, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit dem Herbst. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang gerechnet.
Die abnehmende Arbeitslosigkeit und die jüngsten Tarifabschlüsse sorgten dafür, dass die Bürger ihre Einkommenserwartungen kräftig nach oben schraubten und wieder eher mit größeren Anschaffungen liebäugeln. „Der Verbraucher geht davon aus, dass er netto trotz Inflation mehr in der Tasche haben wird“, sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst zu Reuters.
Eigentlich doch eine wirklich gute Nachricht, wenn die FAZ ihr nicht folgende Überschrift verpasst hätte:
Verbraucher optimistischer als Manager
In dieser Überschrift versteckt sich die etwas hilflose Frage, warum denn die Manager mehr Angst vor der Zukunft haben als die Verbraucher. Dabei ist die Antwort ganz einfach. Wenn die Medien ihren Lesern nicht die Wahrheit erzählen, sondern ein ewiges Eia Popopeia und es wird schon wieder, es ist Licht am Ende des Tunnels, dann müssen die normalen Bürger eben an das glauben was die Medien erzählen.
Natürlich könnten die Bürger zwischen den Zeilen lesen, aber das wollen sie nicht. Sie wollen ja glauben das alles gut wird, ja das es vielleicht sogar besser wird. Da will man nicht wissen, das die wachsende Beschäftigung eben nicht mehr Geld sondern nur Billigstarbeitsplätze bedeuten von denen niemand leben kann. Das diese Arbeitsplätze Betrug sind. Da will keiner etwas von 9 Millionen echten Arbeitslosen hören, oder gar von 9,5 Prozent realer Inflation, die jede Lohnerhöhung lächerlich erscheinen lässt. Da will keiner etwas von Finanzkise, Peak Oil oder Hunger wissen.
Die Bürger wollen das Lied der Freude gerne hören und tatsächlich kaufen sie auch. Wir ja auch. Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen hat das Sofa und den Esstisch ersetzt. Mit Recht. Aber ihre Argumentation war noch härter: "Billiger wird es sicher nicht.". Kaufe jetzt weil du es dir morgen nicht mehr leisten kannst. Soweit sind jetzt auch schon Banker
Sonst kaufen andere
[ Janwillem Acket ] Der Chefökonom des Schweizer Bankhauses Julius Bär wirbt für Aktien, weil er an ein Wachstum der Weltwirtschaft glaubt
Der Privatkunde müsste sich wie ein strategischer Investor gebärden und jetzt auf Schnäppchenjagd gehen. Er müsste sich einkaufen in die möglichen Flaschenhälse der Zukunft auf dem globalen Markt. Damit meine ich Knappheiten in bestimmten Sektoren und Branchen, wo Preissteigerungen zu erwarten sind wie Rohstoffe und Infrastruktur.
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Natürlich ist es riskant, jetzt am Aktienmarkt einzusteigen. Das kann ohne Weiteres um zehn oder zwanzig Prozent runtergehen. Deshalb raten wir unseren Kunden: Staffeln Sie Ihren Einstieg über Wochen oder Monate.
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Ob das eine Rezession ist, wissen wir sicher erst am Ende des Jahres. Außerdem leben wir in einer multipolaren Welt mit vielen Wachstumsquellen. Drei Milliarden Menschen sind in den Schwellenländern unterwegs, den Abstand von ihrem Lebensstandard zu unserem zu verkürzen.
"Leute kauft Kämme, es gibt lausige Zeiten, ist das was mir zu solchen Aussagen einfällt. Natürlich hat das Bankhaus Julius Bär noch haufenweise Papiere in ihren Depots die sie lieber in den Depots von anderen sehen möchten und zudem die Furcht im Nacken, wann der nächste Mitarbeiter die Wahrheit sagen könnte. Den ersten konnten sie nicht zum schweigen bringen, das ermutigt andere.
Ob das eine Rezession ist kann Herr Acket erst am Ende des Jahres sagen, nachdem er hofft seine maladen Papiere losgeworden zu sein. Schade das es in der Schweiz kein Internet gibt und das er wohl auch den Tagesanzeiger.ch nicht lesen darf. Der sagt ihm nämlich genau das Rezession ist und das es täglich schlimmer wird und er würde auch Herrn Acket erklären warum das so ist
Die USA im Schuldenrausch
Vier von fünf amerikanischen Haushalten sind verschuldet. Auto, TV, Jeans – alles auf Pump gekauft. Nach der Immobiliendroht nun die Konsumkrise.
Schuldner sind in den USA fast alle. Knapp 80 Prozent aller Haushalte stehen bei Banken und Kreditkartenfirmen in der Kreide – per Ende 2007 mit 13 800 Milliarden Dollar. Das Schuldenmachen beginnt schon im Studium. Gut zwei Drittel aller Absolventen beanspruchen inzwischen Ausbildungskredite. Tendenz steigend. Seit 1990 hat sich die Zahl der Studenten verdreifacht, die mit mehr als 25 000 Dollar Schulden ins Arbeitsleben starten, wie die Organisation Student Debt Alert festhält. Wer nach dem Studium keinen gut bezahlten Job ergattert, stottert das Geld zum Teil jahrzehntelang ab.
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Seit 1998 nahm die Summe der Nicht-Hypothekarkredite um 86 Prozent auf 2600 Milliarden Dollar zu. Ein substanzieller Teil jenes Konsums, der die amerikanische Wirtschaft bisher am Laufen gehalten hat, erfolgte somit auf Pump.
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Da der Konsum den bei weitem grössten Teil zum Bruttoinlandprodukt beiträgt, macht sich schon ein kleiner Rückgang stark bemerkbar. «Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die USA dadurch in eine länger dauernde Rezession geraten», sagt Baker. Und das, so erwartet er, würde auch dem System der auf Schulden basierenden Wirtschaft den Garaus machen.
Natürlich gibt es in der Schweiz Internet und auch die Bank Julius Bär weiß genau, wohin die Reise geht. Aber sie sagt ihren und anderen Kunden einfach nicht Wahrheit. Sie weist auf die Gefahren hin, füttert aber gleichzeitig mit dem Rauschgift Hoffnung. Die deutschen Medien, gerade die Wirtschaftspresse nimmt das gerne auf. Es muss doch weiter gehen. Wer soll denn all die schönen Anzeigen schalten von denen sich doch so bequem leben lässt. Welchen Sinn macht Börsenfernsehen wenn man die Wahrheit sagt.
Das ist natürlich Unfug. Eine kluge Wirtschaftspresse spricht die Wahrheit aus um etwas zu bewegen und dafür zu sorgen, das die Kunden ihnen nach der Krise eben auch noch glauben. Die Kunden sind aber nicht die Werbekunden, sondern die Zuschauer und Leser. Egal was die Werbekunden denken und tun, ohne Leser und Zuschauer gibt es keine Medien, weil dann auch die Werbekunden weglbleiben. Wahrheit liefern um Kundenvertrauen zu gewinnen, ist das eigentliche Mediengeschäft. Wer das nicht begreift wird untergehn.
Natürlich kann man auch jetzt noch Aktien kaufen, wenn man selber genau weiß was man tut. Fonds, gerade Bankenfonds ähneln im Moment manchmal den Ladeflächen von fahrenden Schrotthändlern. Da ist oft alles drauf und drin was sich sonst nicht mehr verwerten lässt. Gebündelter Ramsch.























Ich empfehle, mal bei Meinungsumfragen teilzunehmen. Bis vor einigen Monaten waren die Fragen konkreter. Kaufen oder nicht kaufen? Heute findet man immer häufiger Formulierungen wie: wenn Sie den Preis und ihre finanzielle Lage ausser Acht lassen, würden Sie dann dieses Produkt kaufen? .... soviel zum "Liebäugeln".