Ungewohnte Worte von der FTD, deshalb will ich auch sofort weitergeben, was Lucas Zeise schreibt:
Sie [die EZB-Banker] wollen, dass es zu keinen Sekundäreffekten kommt. Damit meinen sie, dass sich die Inflation von den Importgütern auf andere Sektoren verteilt. Genauer gesagt, soll der Kaufkraftverlust der Konsumenten von diesen nicht weitergegeben werden. Sie sollen für Benzin, Heizung, Gemüse, Brot und Reis zehn oder 20 Prozent mehr bezahlen. Sie sollen aber deshalb nicht fünf Prozent mehr Lohn erhalten. Kurz, sie sollen Reallohnverluste hinnehmen. Der feinere Ausdruck dafür lautet: Die Notenbank dürfe die gestiegenen Rohstoffpreise nicht akkomodieren.
Man kann sich darüber unterhalten, ob eine solche Haltung sozial gerecht oder volkswirtschaftlich effizient ist. Darum geht es leider aber gar nicht. Denn die Lohnbezieher haben wenig Chancen, ihre Kaufkraftverluste als Kosten für die Arbeitgeber weiterzureichen (und deren Gewinne zu schmälern). Nicht überall ist die Lage so krass wie in Deutschland, wo in den letzten Jahren die Lohnabschlüsse unter dem Produktivitätsfortschritt blieben. Auch die jüngsten Tarifabschlüsse waren wieder bescheiden.
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Welche Wirkung es hat, dass der Zuwachs von Renten und Löhnen in Deutschland im dritten Jahr des sogenannten Aufschwungs hinter der Inflation zurückbleibt, darüber sprechen weder Weber noch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gern. Sinkende Reallöhne und Realrenten erscheinen ihnen positiv. Bestünde die Gefahr, dass dieser triste Zustand - gern als "notwendige Reformen" bezeichnet - ein Ende fände, würden sie höhere Zinsen fordern.
So weit wird es nicht kommen. Vielmehr wird die Euphorie mancher Unternehmer, Exporteure und Bundesbanker darüber, dass man von der US-Finanzkrise hier gar nichts merkt, einer nüchternen Sicht weichen. Der Konsum wird zur Überraschung der Bundesbank-Volkswirte noch schwächer werden. Und die nun hochgelobte Solidität der deutschen Wirtschaft wird wieder Stagnation heißen.
Harte herbe aber vor allem wahre Worte. Ein weiterer Reallohnverlust ist nicht mehr tragbar, weil dieser unsere Binnenkonjunktur zerstört. Was wir jetzt brauchten wären mutige Zentralbanker, die eben genau diesen Inflationsausgleich fordern und gleichzeitig mit den Zinsen rauf müssten. Allerdings nicht halbherzig sondern richtig.
Der Euro muss sich vom Dollar abschotten und den in den Bankrott schicken. Dort wird er so oder so landen, die Frage ist nur wie lange es dauert. Wir haben in den USA eine Rezession und entweder machen wir den Euro zur Leitwährung, was höhere Zinsen, höhere Löhne und eine zeitlang geringere Kapitalerträge bedeutet, oder unsere Arbeitnehmer und Rentner bezahlen die amerikanischen Schulden bis unsere Wirtschaft ruiniert ist.
Wir brauchen die USA in deren momentanen Verfassung nicht und wir tun ihr mit dem hinauszögern des Endes auch keinen wirklichen Gefallen.






















