Suburbia ist der amerikanische Traum schlechthin. Endlose Reihen von Eigenheimen, die meist ihren Besitzern, oder besser deren Banken gehören und innen wie außen viel Platz für die amerikanische Art zu leben bieten. Bauen war in den USA immer billiger, da es unsere Regulierungswut, aber auch unser Anspruchsdenken dort nicht gibt.
Als ich das erste amerikanische Haus entstehen sah war ich entsetzt. Aber es funktioniert. Dünne Latten mit seltsamen Dämmmaterialien, Installationen die nicht dem rechten Winkel sondern dem kürzesten Weg folgen. Holz innen, Holz aus. Immer sehr dünn. Viel Pappe. Sowie sich ein Deutscher die schlechteste Art von Fertighaus in seinen Alpträumen vorstellt. Trotzdem werden auch diese Dinger bei guter Pflege leicht 200 Jahre alt.
Die Amerikaner lieben sie. Viel Platz für wenig Geld auf Grundstücken die für deutsche Verhältnisse schamlos billig sind. Man hat Nachbarn, sitzt sich aber nicht auf der Pelle, die Grundstücke sind groß, erfordern aber auch Arbeit, genau wie die Häuser. Die Nachbarschaft bietet gesicherte Infrastruktur und Sicherheit, da diese Vorstädte meist über personell und technisch besser ausgestattete Polizei verfügen.
Ein Freund von mir wollte in so einer Stadt dass Haus seiner Schwester an einen Käufer zu einem festgesetzten Preis verkaufen. Nichts dramatisches, es ging nur um die Abwicklung, da seine Schwester seit Jahren in Berlin lebt. Der Freund kennt die Gegend gut, weil er selber bis vor ein paar Jahren auch da gewohnt hat.
Was er mir erzählte ist erschreckend und hat ihn wohl auch erschreckt:
Ich hatte mich richtig gefreut mal wieder in Bellevue zu sein. Nicht das ich noch wirklich an dem Kaff hänge, aber es ist doch ein Stück Heimat. Das letzte mal war ich vor anderthalb Jahren hier, um mit dem Mieter meiner Schwester ein paar Reparaturen zu besprechen. Damals wäre das Haus auf dem großen Grundstück ungefähr 650.000 Dollar wert gewesen. Meine Schwester hat es für 380.000 Dollar vor 12 Jahren gebaut. Jetzt wird es für 250.000 Dollar verkauft. Das ist wenig, entspricht aber wohl der aktuellen Marktlage.
Da das Haus voll ausgestattet ist, hatte ich mir kein Hotel genommen, sondern habe dort übernachtet. Als ich abends ankam, sah ich zwar das einige Häuser nicht erleuchtet waren, habe mir aber nichts dabei gedacht. Erst beim joggen am nächsten Morgen wurde mir klar, was passierte. Vor vielen Häusern standen Schilder, das sie zu verkaufen waren.
Der Polizeichef erzählte mir später am Tage, das ungefähr jedes fünfte Haus betroffen sei. Das ist dramatisch, da es sowohl bei Feuerwehr als auch bei der Polizei schon Entlassungen geben musste, weil weniger Bewohner und Steuerzahler eben auch weniger Einnahmen bedeuten. 4 Streifenwagen von 20 weniger im Einsatz, sieht zunächst nicht nach viel aus, aber es sind eben 20 Prozent weniger.
Ähnliches erzählte mir die Maklerin. Häuser bis zum abwinken und ich hätte damals noch rechtzeitig verkauft. Die Preise hätten sich seitdem fast halbiert und trotzdem gäbe es kaum Käufer. Als ich wieder zum Haus meiner Schwester fuhr, achtete ich bewusst auf diese Häuser. Im Rasen zeigte sich die wilde Möhre, die in dieser Gegend schnell kommt, die Hecken und Büsche waren zwar beschnitten, aber eben von Leuten die dafür bezahlt wurden und die keiner wirklich kontrollierte.
Da wo ein Besitzer geschickt das Grün über dem vertrockneten Teil stehen gelassen hätte, sind jetzt kahle Stellen in Hecken und Büschen. Rasen mähen bedeutet nicht Unkraut ausstechen und die vielen kleinen Reparaturen die in bewohnten Häusern einfach so nebenbei gemacht werden finden nicht statt. Es ist noch nicht Verfall, aber auf dem Wege dort hin.
Hier ein loses Brett, dort eine kaputte Scheibe. Graffiti an den Rückseiten der Häuser. Man sieht die Anfänge und es macht traurig. In den ärmeren Bereichen sollen auch schon Häuser von Durchfahrenden einfach okkupiert worden sein. Ich glaube ich werde nicht noch einmal herkommen. Ich habe mein altes Haus gesehen, da ist sogar die Tür aufgebrochen. Ein ehemaliger Nachbar wohnt jetzt zwischen lauter leeren Häusern. Er kann nicht mehr verkaufen, er bekommt nichts für sein Haus und fürchtet sich in der Nacht, weil sich die Polizei auf die bewohnten Bereich beschränkt..
Natürlich soll man nicht verallgemeinern. Aber das ist ein Bild das Amerikas Vorstädte an vielen Orten zeigen. Ein Bild das sich auch nicht bessern wird, weil einfach die Bewohner fehlen, die den Verfall aufhalten könnten. Ohne Bewohner keine Polizei und keine Feuerwehr. Zum Schluss werden diese Gegenden einfach sich selbst überlassen.
Anders als bei uns gibt es in den USA Grund und Boden genug. Es macht keinen Sinn an einer solchen Stelle der Niederlage zu renovieren. Da bauen die Leute lieber in neu erschlossenen Gebieten und schaffen Zuzugskommissionen die festlegen wer dort wohnen darf. Dabei geht es weniger um Moral, als um anhaltende Wirtschaftskraft. Suburbia ist eben nur für Sieger. Was aber wird aus Suburbia wenn alle verlieren.
Die gleiche Frage stellt sich auch bei manchen Flächen in Berlin. Am Potsdamer Platz bröckeln Fassaden, in der Friedrichtstraße haust der Schimmel fingerdick in einigen Zwischendecken. Überall in teuren, nicht vermieteten Bürohäusern, schlägt sich die Feuchtigkeit nieder. Undichte Fenster, Dächer werden wochenlang nicht bemerkt. Die Schäden steigen und Nachts fährt einsam der Streifenwagen, an einer völlig toten Gegend vorbei.
An anderer Stelle wird nach gleichem System neu gebaut. Die, die es sich leisten können, ziehen aus den schnell alternden Gebäuden weg und bevölkern für ein paar Jahre die neuen, aber meist schon zu billigeren Mieten. Bei ein paar Bauten wird auch schon ernsthaft über Abriss geredet, aber auch der kostet Geld.
Es ist auch nicht nur Berlin. In allen anderen Städten gibt es ähnliche Bereiche. In Frankfurt verlassen die Firmen die Stadt. Ganz leise und ohne viel Aufhebens. Aber wer einmal weg ist, kommt nicht wieder. Alles Geld in die Büroflächen führte natürlich dazu die Wohngebäude zu vernachlässigen. Neubau statt Sanierung oder Instandhaltung. Aber was tun wenn diese Neubauten, weder in Sachen Wärmedämmung noch beim Schimmel zu gebrauchen sind? Weggehen als Mieter.
Ich weiß nicht was wir an Blase in unseren Büroflächen stecken haben. Aber ich sehe, das selbst Vermietungsschilder abgenommen werden, weil diese Schilder in der Menge untergehen. Interessanterweise gibt es aber immer mehr Schilder an den Häusern auf denen dezent die Anschrift des Vermieters vermerkt ist. Falls denn mal wer kommt, der mieten möchte.
Es ist nicht nur Amerika, England oder Spanien. Es ist längst hier. Wir müssen es nur wahrnehmen wollen.




















Die Hausbesitzer haben die Finanzkrise nicht gemacht. Sie haben ihr Geld in diese Häuser gesteckt die jetzt ohne ihre Schuld massiv an Wert verlieren und das immer schneller je mehr ihr Viertel verfällt.
Wenn es deine Freunde diese neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Arschlöcher mit ihrer Gier nicht geben würde, hätten diese Menschen und Millionen anderer viel weniger Probleme.
Ach was solls. Du bist zu blöd selbst deinen Blog richtig zu verlinken. Wenigstens machst du was mit Marketing, da schadest du niemand, weil du ja direkt für den Papierkorb arbeitest. Und nun schleich dich.
Es muss so schön sein, immer zu wissen, wer für alle Probleme verantwortlich ist.
Gier und wirtschafts"faschismus" ekeln mich vermutlich in ähnlichem Rahmen an wie dich. Aber dein Faschismus widerum ist regelrecht beängstigend.
Ich mache die Nachrichten nicht, sondern ziehe sie nur zusammen. Mit meinem Bewertungen liege ich oft um Wochen und Monate vor dem Zeitpunkt an dem Qualitätsmedien das gleiche berichten. In letzter Zeit geht das allerdings immer schneller.
Es tut mir ja leid, das die Welt nicht so ist wie du sie gerne hättest. Du wirst damit leben müssen, das du eher in Kletterseilen alt wirst, als in deinem Beruf überhaupt eine Stelle zu bekommen. Allerdings vermute ich das solche Kletterparks auch sehr schnell am Ende sind, wenn die Menschen kein Geld mehr haben.
Ach übrigens. Es zwingt dich keiner hier zu lesen. Du kannst es einfach wie Kinder machen die sich fürchten. Beide Augen festzupressen und glauben, dass dich das Unglück nicht sieht, weil du es auch nicht siehst.
Funktioniert zwar nicht wirklich und meinen Kindern bringe ich bei, das nicht zu machen, sondern eher auf das Unglück zuzugehen und jeden Millimeter Raum zu verteidigen, aber das ist nichts für dich.
Nur eines ist seltsam. Du magst nicht was ich schreibe, du bist anderer Meinung, aber ständig kommst du wieder. Warum tust du dir das an. Bleib doch einfach weg. Such dir ein heiles Fleckchen und lebe dort in deinem Traum, solange das noch geht.
Schau mal, in den letzten Kommentaren habe ich immer versucht eine sachliche Diskussion anzustoßen. Zugegeben, mit einem Augenzwinkern. Alles was von dir kam war persönlich.
Du sagst meine Argumente sind schlecht, weil ich einen Nickname benutze, weil mein Blog unpolitisch und manchmal witzig ist, weil ich noch Student bin, weil ich scheinbar nicht richtig verlinken kann,...Das ist doch lächerlich.
Darüberhinaus würde mich interessieren, in was für einer Gesellschaft du leben wollen würdest. Sozialer Kapitalismus ist schiefgegangen, da würde ich dir zustimmen. Sozialismus kannst du nicht wollen, da würdest du Millionen von Menschen widersprechen, die für die Abschaffung ihr Leben gesetzt hätten.
Schreib doch mal nen Eintrag darüber wie du Deutschland ordnen würdest. Mir geht Meckern ohne anschließende Taten furchtbar auf den Keks.
Nein es ist wichtig ob du richtig verlinkst. Du hast es trotz Hinweis wieder nicht geschafft eine Url einzugeben wo eine Url verlangt wird. Das zeigt wie du arbeitest. Wenn ich dich einstellen sollte, würdest du an solchen Kriterien scheitern. Ohne jemals zu ahnen weshalb du scheiterst. Du darfst auch einen Blödelblog machen, aber dann eben nicht erwarten das man dich ernst nimmt. Das müsstest du dir dann schon erarbeiten.
Ich weiß übrigens nicht ob der soziale Kapitalismus schief gegangen ist. Er wurde nur einfach durch einen Systemwechsel abgeschafft, als die Gefahr durch den real existierenden Sozialismus nicht mehr da war.
Was ich will ist hier überall leicht abzulesen. Mindestlohn von dem der arbeitende Mensch leben kann. Gleiche Steuersätze für alle ohne Ausnahmen und ohne Betrug. Gleiche Gesetze für alle. Abbau von Subventionen. Leider bekomme ich gerade Besuch, aber du kannst es hier immer wieder lesen.
Und mit Verlaub, ich weiß nicht wie gewissenhaft deine Arbeitseinstellung ist. Aber meine ist mit Sicherheit ebenbürtig. Noch dazu beleidige ich noch nichtmal grundlos meine Mitmenschen.
Ich muss mir außerdem überhaupt nichts erarbeiten, und niemandem etwas beweisen. Wer sich zu fein ist Argumente aufgrund von willkürlich mutmaßlichen Charaktereigenschaften zuzulassen hat imho per se verloren.
Ich kann deine gesellschaftliche Wunschrichtung übrigens durchaus nachvollziehen. Die Frage, die ich mir nur immer stelle ist "wo läge der Haken, warum würde das nicht funktionieren?" und wenn du dir diese Frage nicht stellst, warum zur Hölle wird das nicht schon wenigstens irgendwo auf der Welt erfolgreich praktiziert?
Ich bin mir übrigens sicher, dass das politische System wie wir es heute haben nicht mehr lange halten wird. Betrachtet man die Zeit vor '45 gab es spätestens alle 10-30 Jahre einen radikalen Umbruch. Nur heute scheint jeder zu glauben, es würde ewig so bleiben.