Heute, beim so genannten Streitgespräch auf N24, hat Bilges es uns allen mal wieder gesagt. Tu etwas Falsches, und wenn es rauskommt, setz noch mehr Falsches oben drauf. Bilges der als Mitglied der Bild-Chefredaktion so manches üble Blatt der deutschen Pressegesichte mitgeschrieben hat, fordert ungeniert dazu auf, den Freiheitskampf der Iraker gegen ihre Besatzer mit noch mehr Gewalt zu beantworten.
Die Spanier, die sich per Wahlentscheid auf ihren Rückzug festgelegt hatten, sind für ihn Feiglinge. Mutig sind nur die ewig Gestrigen mit dem gleichen begrenzten Horizont, über den auch er selbst verfügt
Als Jahrgang 44 hatte er mit dem letzten Krieg in Deutschland nichts mehr zu tun, was er sicherlich zutiefst bedauert. Gegen die Russen durfte er auch nicht kämpfen, nun sollen wenigstens andere für ihn im Irak sterben. Seine Begründung ist ebenso einfältig, wie auch sein sonstiges Geschwätz. Wer sich jetzt zurückzieht öffnet dem Terrorismus weltweit die Tore. Pustekuchen. Als ehemaliger Bild-Mitarbeiter muss Herr Bilges über ein kurzes Gedächtnis verfügen, wer will schon mit seinem eigenen Unfug vom Vortag konfrontiert werden? Trotzdem sollte es auch Herrn Bilges klar sein, dass die Amerikaner den Irak völkerrechtswidrig angegriffen haben und aufgrund der immensen militärischen Übermacht nur ein paramilitärischer Widerstand möglich ist. Diesen als Terrorismus zu bezeichnen ist eine Infamie. Aber eine geschickte Infamie.
Normalerweise würde man Herrn Bilges empfehlen sich von den Amerikanern bewaffnen zu lassen und doch bitte schön selbst in seinen heiligen Krieg zu ziehen und uns andere mit diesem Unfug zu verschonen. Tatsächlich ist Herr Bilges in Deutschland aber ein wichtiger und einflussreicher Mann, ohne das dies der Öffentlichkeit so richtig bewusst geworden ist.
Zusammen mit seinem Bild-Kumpanen Hans-Hermann Tiedje betreibt er nämlich die Berliner PR-Agentur WMP EuroCom AG. Das ist genau der Verein, über den bereits Florian Gerster als Chef der Bundesanstalt für Arbeit gestolpert ist. Für knapp 1,3 Mio. Euro wollten die beiden das Image dieser Behörde heben. Für die WMP arbeitet auch Hans-Dietrich Genscher und der Möllemann-Jäger Günter Rexrodt ist zugleich Vorstand der WMP. Anders als Moritz Hunzinger, der für Verteidigungsminister Rudolf Scharping die Anzüge bezahlte und ihn zu neckischen Pool-Fotos animierte, macht die WMP aktuelle Tagespolitik. Bilges und Tiedje versuchen mit ihren Medienkontakten zum einen Deutschland schlecht zu reden, und wollen zum anderen die Interessen ihrer Auftraggeber mit Macht durchsetzen. Kampagnen gegen Tarifrecht, für Teile der deutschen Rüstungsindustrie und für den türkischen EU-Beitritt schließen sich dabei nur scheinbar aus.
Um ihre Ziele zu erreichen, tauchen sie in den verschiedensten Maskierungen überall in Politiktalkshows auf und versuchen eine Atmosphäre der Angst zu schüren. Ihre willigen Helfer in der aktuellen Politik, wie jener Rexrodt, der sich gleichzeitig für WMP und seine Tätigkeit im Bundestag bezahlen lässt, schaden unserer Volkswirtschaft und den Menschen in unserem Land. Sender wie N24, die solchen Propagandisten dunkler Kreise Raum zur Verbreitung ihrer wirren Gedanken geben, müssen sich fragen lassen, ob sie ihrem Auftrag gerecht werden. Aber vielleicht ist ihr Auftrag ja Desinformation?
Gestern ploppte die Nachricht hoch, dass Rainer Wend nicht mehr für den Deutschen Bundestag kandidiert, sondern von nun ab ohne das Mäntelchen des Politikers gleich als Vollzeit-Lobbyist für die Deutsche Post tätig sein wird. Natürlich ist ...