Die Idee ist grundsätzlich ja gar nicht schlecht. China möchte im Rahmen von Joint Ventures oder zu Miete Farmland außerhalb Chinas beschaffen:
China 'may lease foreign fields'
China could lease overseas farming land to beat rising food prices, according to reports from Beijing.
Soaring grain prices have encouraged the ministry of agriculture to consider the scheme, according to the Beijing Morning newspaper.
Chinese enterprises would lease or even buy farmland in Latin America, Australia and the former Soviet Union.
Vor zehn Jahren als Nahrungsmittel im Überfluss vorhanden waren hat das mit Cuba und Mexiko mal geklappt. Aber heute ist die Situation eine völlig andere. Der Hunger und die Nahrungsmittelknappheit macht sich überall bemerkbar. Selbst in den reichen Ländern. China verliert im Moment jährlich mindestens 1 Prozent seiner Ackerfläche durch das voranschreiten der Wüsten. Dagegen wird so gut wie nichts getan, was den Prozess beschleunigen wird. Gleichzeitig wird Wasser in unheimlichen Mengen verschwendet und das nicht verschwendete sinnlos verschmutzt, wie es bei uns bis in die 70 er Jahre auch noch der Fall war.
Die ehemaligen Staaten der Sowjetunion werden sich hüten China allzuviel Entgegenkommen zu zeigen. China schielt immer mit einem Auge auf die dort vorhandenen Bodenschätze und die steigenden Aufwendungen für Lebensmittel und Energie nehmen China die wirtschaftliche Kraft für eine weitere Aufrüstung. Gleichzeitig geht China auch das Geld aus, da viele Produkte eben in anderen Ländern billiger als in China gefertigt werden und die Finanzmarktkrise den Absatz insgesamt sinken lässt.
Niemand wird China Felder vermieten oder verkaufen. Die Rattenplage in der inneren Mongolei wird sich eben nicht durch Giftköderabwurf vom Flugzeug aus beseitigen lassen sondern bestenfalls die Resistenz erhöhen. Tatsächlich kommt für China jetzt sehr viel Negatives zusammen. Die Streiks um bessere Löhne und die Probleme mit den Bauern, die sich ebenfalls einen noch größeren Anteil erhoffen. Dazu Umweltschäden an allen Orten. Das sieht nicht gut aus.
Die Frage ist ob ein innerer Feind wie die Tibeter ausreicht um den Dampf aus dem Kessel zu bekommen, oder ob der Platz des himmlischen Frieden während der Olympiade wieder eine Rolle spielen wird. Innerer Aufruhr oder weitere Landnahme. Burma, Birma oder Union Myanmar sind das naheliegendste Ziel. Es ist rohstoffreich und einer der führenden Reisproduzenten der Welt. Ich glaube nicht das die Chinesen eine große Wahlmöglichkeit haben werden und China würde wahrscheinlich für die Bevölkerung besser sein als die jetzige Militärjunta.
Genau die gleichen Sorgen macht mir Indien. Eigentlich sogar noch größere Sorgen weil so wenig nach außen dringt. Tatsache ist, das Indien eigentlich die Selbstversorgung geschafft hatte, aufgrund der ständig fallenden Lebensmittelpreise auch dank europäischer Agrarsubventionen immer mehr Bauern aufgeben mussten oder gar 10.000 im Jahr in den Selbstmord getrieben werden, weil sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen können.
Da klingt es wie purer Hohn, wenn die Weltbank das ständige Absinken der Nahrungsmittelproduktion in Indien und Indonesien abmahnt und davon spricht das auch Technologiemüdigkeit zwischen 25 und 50 Prozent der möglichen Erträge nicht erwirtschaftet werden. Das ist weniger Technologiemüdigkeit als einfache Mittellosigkeit.
Das Indien bestimmte Haarfärbemittel verbietet mit denen sich viele Bauern umgebracht haben ist auch keine Lösung. Noch mehr als China hat Indien das Problem das die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sich mit großer Geschwindigkeit von einander entfernen. Das würde jeden Staat zur Zerreißprobe bringen und Indien schielt immer auf das für indische Verhältnisse völlig leere Australien, das für Millionen Inder eine Hoffnung sein könnte, für die sie auch bereit wären zu kämpfen.
Sicher stehen wir noch nicht morgen vor diesem Problem, aber man sollte sich klar machen, das der Druck wächst. Die Finanzkrise verhindert das genügend Geld in die jeweiligen Landwirtschaften gepumpt werden könnte, oder das neue Flächen erschlossen werden. Die Israelis die dort unheimlich helfen könnten stecken fest im Kampf gegen die Palästinenser, anstatt das beide die israelischen Erfolge vermarkten und in die Welt bringen. Das knapper werdende Öl, egal ob wegen Mehrverbrauch oder Peak Oil wird ebenfalls nicht durch Sonnenkraftwerke in Afrika gelindert, was neues Geld und neue Möglichkeiten schaffen würde.
Durch diese praktische Stagnation bei den Problemlösungen, die paar Cent der UN stellen da nur Tropfen auf einem heißen Stein dar, ist festzustellen, das die globale Lage nicht sicherer wird und das auch die Versorgung mit Nahrungsmittel nicht dauerhaft sicher gewährleistet ist. Auch bei uns nicht.
Schall und Rauch hat deshalb sicher nicht unrecht mit seiner Forderung:
Hohe Lebensmittelpreise zwingen zur Selbstversorgung
Investiert in euch selber und in eure Mitmenschen. Werdet autark und pflanzt einen eigenen Garten mit Lebensmittel an. Lernt neue Fertigkeiten die im Notfall gebraucht werden. Tut euch zusammen, gründet Kooperativen. Unterstützt die lokalen Bauern, kauft Lebensmittel aus der Region. Führt sogar ein eigenes lokales Geld ein oder ein Barter-System des Warentausches. Zahlt eure Schulden zurück und benutzt nicht das Bankensystem.
Das mag revolutionär klingen aber wie er anführt genehmigen die USA den Kauf von Saatgut zur Selbstversorgung mit Lebensmittelmarken und in Haarlem werden auf leerstehenden Grundstücken Schrebergärten angelegt.
Was haben wir zu verlieren, wenn wir genau das tun. Eigenanbau kostet eigentlich nur Arbeit. Bücher über Fähigkeiten die man in der Krise brauchen könnte, sind gar nicht so teuer. Klar man könnte sich lächerlich machen. Aber alle wollen doch Bio. Nennt es Bio aber macht etwas und denkt daran Samen muss man immer wieder anbauen. Er hält nicht ewig in der Tüte.




















Das Problem des schwindenden Ackerlandes und der daraus resultierenden Lebensmittelknappheit ist schon lange im Visier Pekings. Schon vor 8-10 Jahren, soweit ich mich erinnere, gab es eine Propaganda an die Bauern gerichtet, nachdem die Erdbestattung im ganzen Land verboten wurde. Man hat damals dem Volk vorgerechnet, wie viel fruchtbares Ackerland jedes Jahr für Gräber verschwendet wird und welche Folgen sich daraus ergeben. Für den Bau von Krematorien ist kein Geld bereitgestellt und somit werden bis heute die Verstorbenen in alter Tradition mitten auf dem Kornfeld nach Feng-Shui-Prinzip beigesetzt. Natürlich konnte Peking nicht gegen das uralte Bedürfnis der Ahnenverehrung ankämpfen. Hinzu kommt die Wüste und natürlich der Bau-Boom(=Immobilien-Bubble). Fährt man mit dem Zug von Shanghai nach Hangzhou (ca. 200km), haben alle Bauern auf Baumschulen umgestellt - Gemüse dazwischen für den Eigenbedarf. Hinzu kommt das Wachsen der Städte und Projekte, wie der 3-Schluchten-Staudamm, die in der Summe auch beachtliche Flächen einnehmen. Dass fruchtbarer Boden wertvoll ist, kann man schon lange einfach daran erkennen, dass wirklich jeder Quadratzentimeter - oft auch der Strassenrand - bebaut wird. So sieht China in weiten Teilen des Landes wie eine "Kleingarten-Anlage" aus.
Fährt man dagegen durch Russland - jenseits des Urals - dann liegen Felder brach - so weit das Auge reicht. Nur die Kleingärten vor den Holzhäuschen sind in Schuss.In Usbekistan steht es ebenfalls schlecht um die Landwirtschaft. Früher war dieses Land die Baumwollkammer der SU, heute werden von Jahr zu Jahr die bewirtschafteten Flächen geringer, weil der Vertrieb nicht mehr funktioniert, und es an Arbeitskräften fehlt, die damals "freiwillig" in der Erntezeit dem Vaterland dienten. Ich sehe grundsätzlich Potenzial. Arbeitskraft und Vertrieb... da fällt einem doch als erstes China ein.
Seit 2006 beobachte ich die Treffen und Resultate der SCO (Shanghai Cooperation Organisation). Eine im Westen kaum beachtete, aber durchaus ernst zu nehmende Vereinigung der Länder: China, Russland, Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan. Es sind Gastländer wie Iran, Pakistan, Afghanistan, Indien, Mongolei herzlich Willkommen. Eine Aufnahme neuer Mitgliedsländer ist geplant. In der Hauptsache geht es zwar um militärische Zusammenarbeit unter dem allseits anerkannten Deckmantel "Terrorismus", aber auch Kooperation in anderen Bereichen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Hinter den Kulissen geht es um weit mehr als gemeinsame "Friedensmanöver". Und im eigentlich lässt sich der Bogen ja auch spannen: Nahrung = Friede. Ob diese Vereinigung für alle Staaten klug ist, wie sich Abhängigkeit entwickelt, etc. wird sich zeigen.
Auch die Nachbarschaftsbeziehungen zu den Südostasiatischen Ländern zielen auf Zusammenarbeit ab. Ausnahme: Vietnam, das hat einen geschichtlichen Hintergrund und geht von den Vietnamesen aus. Jedoch Laos und Myanmar sind ganz oben auf der Liste für Umsiedelungen. China schenkt Laos Infrastruktur und bekommt dafür Land. In Vientiane werden in absehbarer Zeit 30.000 Chinesen angesiedelt!!! Auch mit Myanmar wurden Pläne ausgeheckt, während das Militär "Freundschaftsmanöver" im Dschungel durchführt.
Eines ist sicher, Peking regiert mit langfristigen Strategien mit der Risikofaktor: Volk, im Nacken. Die Weichen zu exterritoralem Ackerland sind schon lange gestellt.
Natürlich wird Laos klappen und Myanmar hatte ich ja schon gesagt. Aber wird das reichen und geht das schnell genug bevor das Volk kommt.
Was siehst du nach diesem Regime? Zersplitterung?
Zu Tibet kann ich momentan wirklich nicht viel sagen, nur, dass es faul riecht. Die Uiguren sind schwer erreichbar, da schlecht organisiert (=kein Exil Dalai Lama mit PR-Abteilung). Das ist dort, wie in Monty Pythons "Live of Brian" - die judäische Volksfront und die Volksfront Judäas - die die meiste Energie darauf verwenden, sich gegenseitig anzugiften. Ab und zu gibt es mal, aus eigener Kraft, eine kleine Aktion.
Die Russen werden China nicht aufstacheln - da bin ich mir ziemlich sicher. Auch Putins Vorgänger haben von China weitgehend die Finger weg gelassen. Gezankt haben sie sich, aber nicht versucht zu demontieren. Das Konstrukt: "Bruderstaaten" wird neu erfunden.
Das chinesische Volk kann mit den Herrschenden unerbittlich sein, das hat es in der langen Geschichte oft genug bewiesen. Aber die Leidensfähigkeit ist ebenso überdurchschnittlich. Dann darf man nicht vergessen, dass in den letzten 10 Jahren eine Art "Kulturrevolution" stattgefunden hat, die ein überspitztes Selbstbewusstsein und Nationalismus hervorgebracht hat - in der Hauptsache bei der jungen Generation. Ich schätze mal, dass die Mehrheit für den Erhalt der Nation eintritt. Die über vierzig Jährigen ducken sich eher, als auf zu stehen. Da gab es viel schlimmere Zeiten, auch Hungersnöte, in dem man ruhig gehalten hat. Außerdem beweist Peking gerade, wie gut der alte Apparat noch oder wieder funktioniert. Genau wie Moskau...
Natürlich wird diese Staatsform nicht ewig währen... wie ich schon schrieb: der nächste "-ismus" kommt bestimmt (auch bei uns). Welcher wird erst noch ausgetüfftelt. Zersplittung - vielleicht, muss aber nicht. Kommt drauf an, wer den Zug anführt... es gab genug Beispiele, bei denen der Verlust des Territoriums sehr gering war. Die Hauptstadt wird wahrscheinlich mal wieder nach Süden verlegt.
Ganz ehrlich, um unser Land mache ich mir viel mehr Sorgen!!!