Interview: Andi Abbas, Sehitlik-Moschee Berlin
Andi Abbas: Einerseits kann ich die Proteste nachvollziehen. Der Islam ist momentan viel im Gespräch, eher negativ: Terrorismus, 11. September und so weiter. Es ist klar, dass manche Menschen, wenn sie von einem Moscheebau hören, zunächst negative Eindrücke haben. Diese Reaktion ist zwar oberflächlich und wird weder den Muslimen noch dem Islam gerecht, aber sie ist menschlich. Das würde man mit jedem anderen auch so machen. In muslimischen Ländern halten es die Muslime mit anderen Minderheiten ebenso.
Das aber kann nicht Sinn der Sache sein. Der aufgeklärte Mensch macht sich da selbst ein Bild und fragt sich vielleicht auch: Haben wir in Deutschland in den letzten vierzig Jahren so viele Attentate gehabt? Inzwischen gibt es ein paar, ja, aber im Verhältnis ist das doch verschwindend gering. Und die wenigen gewaltbereiten Muslime sind gefährlich, ja, aber für alle: auch für Muslime.
Ich finde die Angst ein bisschen übertrieben. Man darf auch nicht vergessen: Muslime sind als Einwanderer gekommen und haben dieses Land mit aufgebaut, sie zahlen Steuern, sind ein Teil der Wirtschaft und wollen ein Teil dieser Gesellschaft sein, ohne ihre Identität komplett zu verlieren. Dazu müssen sie integriert werden, statt assimiliert. Auch ein Gebäude zu bauen, das wie eine Moschee aussieht, gehört dazu. In Berlin gibt es 77 Moscheen: die sieht man nicht. Das sind Hinterhofkabuffs, unter aller Sau. Und jetzt, nach vierzig Jahren, in einer Weltmetropole wie Berlin, kenne ich nur zwei Gebäude, die wie eine Moschee aussehen, obwohl wir seit vierzig Jahren mit zehntausenden Menschen hier leben.
Dabei geht es um kulturellen Reichtum. Ich persönlich freue mich über Kirchen oder die Synagoge in der Oranienburger Straße. Das ist Bereicherung. Und in Berlin gibt es gerade mal zwei Moscheen, die auch nach Moschee aussehen: um Gottes willen. Davon verliert doch niemand seine Identität.
Gleichzeitig eine Kritik an die Muslime: Man muss keine Moschee bauen, wo keine Muslime sind. Im Grunde spricht da nichts dagegen, aber wen wundert es, wenn die Leute dann sagen: Naja, erst kommt die Moschee, dann die Muslime.
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L’Animateur
Ein Video das völlig ohne Worte auskommt.
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Hartz-IV Hamster
Nachdem Wirtschaftsminister Glos jüngster Vorschlag, die Zwangsarbeit wieder einzuführen, auf große Zustimmung stieß, stellten heute Glos und sein innig verbundener Kollege aus dem Umweltressort Sigmar Gabriel ein bahnbrechendes Konzept vor, mit dem die Regierung einerseits den Endsieg über die Arbeitslosigkeit besiegeln will, um Deutschland immerwährende Vollbeschäftigung zu bringen, und gleichzeitig Deutschlands Energiepolitik nachhaltig revolutionieren wird. Das Konzept trägt den eher sperrigen Namen „Human Assignment Manifesto for Sustainable Transformation of Energy Resources“ – kurz HAMSTER – und wurde von der Bertelsmann-Stiftung entwickelt.
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„Monster“
Bundespräsident Horst Köhler hat die Banken hart kritisiert. „Wir waren nahe dran an einem Zusammenbruch der Weltfinanzmärkte“, sagte er im Magazin Stern. Die Finanzmärkte hätten sich „zu einem Monster entwickelt, das in die Schranken gewiesen werden muss“. Dabei wundere ich mich schon, dass der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) jetzt erst solche Äußerungen hervorbringt. Schon zu seiner damaligen Amtszeit hätte es solcher Warnungen und vor allem Aktionen gegen den Lauf der Dinge bedurft.
Dabei ist das „Monster“ doch gar nicht mehr zu bändigen. Wollen die Banken überleben, müssen die Monster wachsen, und zwar schneller als bisher. Das ergibt sich aus der Funktion und Wirkungsweise des Geldes. An den Finanzmärkten hat in den letzten wenigen Jahren ein Monster das nächste abgelöst.
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Gestatten: Glos, Reichsarbeitsminister
So in etwa könnte man den Tenor zusammenfassen, der in blogs und Online-Medien, in denen noch Menschen mit Anstand und Verstand tätig sind, vorherrscht, die sich den menschenverachtenden, demokratiefeindlichen und asozialen Vorschlägen unseres Bundeswirtschaftsministers Adolf Michel Glos (CSU) widmen.
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