
Foto waldrappenteam.at
Eine Schönheit ist der erwachsen Waldrapp nicht
Eine Schönheit ist der erwachsen Waldrapp nicht
Der Waldrapp Ibis hat mich mit meiner Österreich Affinität schon immer fasziniert. Ich konnte mir die ehemalige Waldrappkolonien, die auf Stadthügeln inmitten der Städte wie Salzburg, Graz, Burghausen oder Birecik lagen, sehr gut vorstellen. Als ich das erste mal hörte, dass die Burghausener zusammen mit den Leuten vom Waldrappteam.at etwas unternahmen war ich sehr glücklich. Leider scheinen die Burghausener sich auf ihrer Website nicht mehr zu rühren, umso schöner ist es das sie mit den Österreichern erfolgreich weitermachen:
Nachkommen der Zoovögel werden von menschlichen Zieheltern aufgezogenen und darauf trainiert Ultraleicht-Fluggeräten zu folgen. Im Herbst des ersten Lebensjahres werden sie vom Aufzuchtgebiet in ein geeignetes Wintergebiet in der Toskana geführt. Dort werden die Vögel selbständig und unabhängig. Wie bei vielen anderen Zugvogelarten auch, bleiben die Jungvögel bis zur Geschlechtsreife im Wintergebiet. Erst dann kehren sie in das Brutgebiet zurück um selbst zu brüten und die Nachkommen wieder in das Wintergebiet zu führen.
In den vergangenen Jahren wurden bereits drei menschengeleitete Migrationen durchgeführt. Im Frühjahr 2007 sind die ersten geschlechtsreif Tiere selbständig in das Brutgebiet zurück gekehrt. Ein Paar hat erfolgreich gebrütet. Im Herbst 2007 sind die Vögel wieder zurück nach Italien geflogen. Die Jungvögel sind in Italien verloren gegangen. Die Altvögel sind aber in das Wintergebiet zurückgekehrt. 2008 sind wieder sechs Vögel nach Norden geflogen. Zwei Paare beginnen derzeit bereits wieder mit der Brut.
Somit gibt es nach 400 Jahren wieder die ersten freilebenden migrierenden Waldrappe in Europa, dank der Zuchterfolge in den Zoos und der Bemühungen des Waldrappteams und seiner Partner.
Auch 2008 werden wieder Waldrappe von Burghausen in Bayern aus über rund 1400 Kilometer in das Wintergebiet in der südlichen Toskana geführt. Der erste Teil der Handaufzucht findet ab 19. Mai im Schönbrunner Tiergarten statt.
Die im Rahmen des Projektes erarbeitete Methodik der menschengeleiteten Migration bietet effiziente Möglichkeiten für die Wiederansiedlung von Zugvögeln. Neben den Waldrappen wird dieselbe Methodik auch bereits für verschiedene Gänse- und Kranicharten angewandt. Neben dem angewandten Artenschutz biete die Methodik auch einzigartige Möglichkeiten für vielfältige Forschungsfragen zur Vogelmigration.

Foto waldrappenteam.at
Auch die Jungvögel entsprechen nicht unbedingt dem Kindchenschema
Auch die Jungvögel entsprechen nicht unbedingt dem Kindchenschema
Dabei habe die Tiere ein beeindruckendes Sozialverhalten:
Waldrappe sind hoch soziale Tiere. Sie schlafen und brüten in Kolonien von 30 bis über 400 Tieren auf Felsklippen und in Felsnischen. Die Eiablage findet je nach klimatischen Bedingungen zwischen Ende Februar und Anfang April statt. Die Nester sind einfach, grob aus Zweigen gefertigt und mit Gräsern, Wurzeln und Erde gepolstert. Die Gelege enthalten meist drei bis vier etwa hühnereigroße, grünliche Eier mit braunen Sprenkeln. Die Brut beginnt mit dem ersten gelegten Ei, die Eltern lösen sich dabei mehrmals am Tag ab, mit einer auffälligen Übergabezeremonie. Die Jungen schlüpfen nach einer Brutzeit von 28 Tagen in Abständen von ein bis drei Tagen (asynchroner Schlupf). Während der folgenden Nestlingszeit von 41 bis 52 Tagen füttern beide Eltern abwechselnd die Jungvögel. Auch nach dem Ausfliegen bleibt der Kontakt weiter bestehen. Die bettelnden Jungvögel werden weiter gefüttert, jedoch weniger intensiv. In Volieren können Fütterungen bis zum Ende des ersten Lebensjahres beobachtet werden. Die Jungvögel fliegen mit ihren Eltern in das Winterquartier.

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Solche Bilder sprechen für sich.
Solche Bilder sprechen für sich.
Natürlich kenne ich die Argumentation das ausgestorben eben ausgestorben heißt und angeblich ein natürlicher Vorgang ist, den der Mensch nicht beeinflussen soll. Es gab aber nie eine Gattung Tier, die diesen Planeten so beeinflusst hat wie der Mensch. Wenn Dank menschlicher Erkenntnisunfähigkeit, Dummheit oder bösem Willen, Tiere an den Rand des Aussterbens gebracht worden sind, dann ist es die Pflicht des Menschen dagegen etwas zu tun. Weil er es kann, weil er etwas gut zu machen hat und weil wir nicht wisssen was uns oder unseren Nachkommen fehlen wird, wenn wir unsere Verantwortung nicht wahrnehmen.
Die letzte Kolonie von rund 350 Waldrappen befindet sich an der Atlantikküste in Marokko nahe Agadir. In Syrien wurde 2002 überraschend eine Gruppe von 7 Vögeln entdeckt, die bis heute überlebte. Bis zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts existierte noch eine Kolonie in der Türkei, direkt in Birecik am Euphrat. Dort gibt es heute noch eine Gruppe von zirka 100 Tieren, die zur Zeit der Brut und Jungenaufzucht frei fliegen, den Rest des Jahres aber in einer Voliere verbringen.
Das einstige Verbreitungsgebietes der Waldrappe erstreckte sich von der Nordküste Afrikas über die arabische Halbinsel bis in die Türkei. Die Überwinterungsgebiete reichten die West- und Ostküste Afrikas hinunter bis in nach Äthiopischen. Die Ausbreitung auf Teile des Europäischen Kontinents, insbesondere in die Alpen, erfolgte vermutlich im Gefolge des Menschen, der durch Rodung, Ackerbau und Weidewirtschaft geeignete Nahrungshabitate für die Waldrappe schaffte. Gesichert Nachweise gibt es für die Schweiz, Österreich, Norditalien und Slowenien sowie für Süddeutschland, vermutlich gab es aber auch Vorkommen in Spanien, Ungarn, am Balkan und ich Griechenland. Die bekannten großen Kolonien am Schloßberg in Graz und am Kapuzinerberg in Salzburg erloschen im 17. Jahrhundert. Eine jüngst aufgefunden Vogelliste vom Beginn des 19. Jahrhunderts zufolge kamen Restbestände Vögel in Europa aber möglicherweise bis in das 19. Jahrhundert vor.
Wir haben die Chance, die Mittel und die Möglichkeiten. Fassen wir es an. Hier kann wirklich jeder helfen, auch mit kleinsten Beträgen:
Fördermöglichkeiten
Derzeit fliegen 22 Vögel in der Toskana. Diese Tiere müssen täglich beaufsichtigt und zugefüttert werden.
Zudem werden dringend zusätzliche GPS-Ortungsgeräte benötigt, um den Aktivitätsraum der Vögel kennen zu lernen.
€ 18,- sichern für einen Tag die Kosten der Zufütterung
€ 50,- sichern für eine Woche das tägliche Monitoring der Vögel
€ 100,- sichern für einen Monat den Einsatz eines GPS-Ortungsgerätes
Jede Spende hilft!
Bitte fordern Sie einen Zahlschein und nähere Informationen an.
Oder überweisen sie Ihre Spende per Internet auf das folgende Konto:
Förderverein Waldrappteam.at
Raiffeisenbank Scharnstein, Österreich, BLZ 34 127, Konto Nr. 11 163
IBAN: AT603 412 700 000 011 163 BIC: RZO OAT 2L1 27
Der Förderverein Waldrappteam.at ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein (Vereinsregisterzahl: 017715608). Spenden an den Förderverein Waldrappteam.at können in Österreich steuerlich abgesetzt werden.
Waldrappteam
Schulgasse 28
6162 Mutters
Österreich
www.waldrappteam.at
Allgemeine Anfragen und Shop Bestellungen an
Dr. Johannes Fritz
Mail: jfritz[at]waldrappteam.at
Phone. +43 676 5503244



















