Als ich vor ein paar Wochen auf die vermutlichen Ziele bei der Erzeugung von Chimären hinwies, erntete ich noch ungläubiges Kopfschütteln. Vorgestern sahen schon mehr Leute das was ich auch sehe. Am Montagabend wurden im britischen Parlament praktisch alle Hürden zur Begrenzung solcher Methoden aufgehoben bzw. die Einführung der notwendigen Schranken abgelehnt.
Das ist nicht weiter verwunderlich. Die britischen Regierungen hatten noch nie viel für ihr Volk übrig und seit Frau Thatcher hat sich in diesem Land alles dem neoliberalen Wirtschaftsfaschismus unterzuordnen, was ein Hauptgrund dafür ist, das dieses Land nicht mehr in die Gänge kommt.
Natürlich geht es den Politikern nicht um Chimären, aber die FTD erwähnt sie ausdrücklich, weil auch die mitbekommen haben dürften welches Spiel gespielt wird:
Dabei geht es um die künstliche Zeugung vom Erbgut her weitgehend übereinstimmender Geschwisterkinder, die einem erkrankten Kind Zellen oder genetisches Material für die Behandlung liefern sollen. Zuvor hatten die Parlamentarier bereits einen Antrag zum Verbot der Forschung mit Hybrid-Embryonen aus menschlichem und tierischem Material abgelehnt.
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Premierminister Gordon Brown hatte sich nachdrücklich für die Ausweitung der gesetzlichen Grundlagen zur Stammzellenforschung ausgesprochen. Es sei eine «moralische Anstrengung», mit der Tausende und langfristig Millionen Leben gerettet werden könnten. Befürworter hoffen, damit künftig Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson besser behandeln zu können.
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Bei den sogenannten «Retter- oder Helfer-Geschwistern» (Saviour Siblings) handelt es sich um Kinder, die einem erkrankten älteren Geschwister für die Behandlung notwendige Stammzellen liefern sollen. Dazu werden zunächst Eizellen der Mutter mit Spermien des Vaters künstlich befruchtet. Anschließend wird der Embryo, der die größte genetische Übereinstimmung mit dem erkrankten Kind aufweist, in die Gebärmutter eingepflanzt und normal ausgetragen. Mit Zellen aus der Nabelschnur oder dem Rückenmark des Retter-Geschwisters soll dann dem kranken Kind geholfen werden.
Seit Jahren hören wir ja schon was die Stammenzellenforschung alles Gutes für uns tun kann. Gesehen habe ich davon bisher noch nichts. Ich meine mich allerdings erinnern zu können, das vor einiger Zeit ein angeblich so entstandenes Medikament einer deutschen Firma in den USA als völlig wirkungslos nicht zugelassen wurde. Dort lassen die normalerweise praktisch alles zu was nicht direkt tödlich ist.
Die forschenden Pharmaunternehmen die uns mit ihrer Werbung so hübsch besäuseln um weiterhin mit nur minimal umgebauten Mitteln immer neue und höhere Renditen erwirtschaften zu können, brauchen die Stammzellenforschung wohl eher nicht.
Ein Kind als Knochenmarksspender zu züchten wird diesem Kind wohl immer das Gefühl geben wirklich gewollt gewesen zu sein. Aber nicht als Kind sondern als Ersatzteillager. Ich kann mir den Wunsch der Eltern eines kranken Kindes sehr gut vorstellen. Aber das kann man einfach nicht machen. Es wird natürlich gemacht werden. Genau wie wir bald die ersten Chimären sehen werden. Vermutlich ist man schon viel weiter als man uns jetzt wissen lässt.
Die Entscheidung des britischen Parlaments hat aber noch eine ganz andere Folge. Schon morgen werden unsere Gentechnikbuden auf den Fluren der Parlamente stehen und nun verlangen, das sie die gleichen Chancen wie die englischen Unternehmen bekommen. Mit ein paar Geldkoffern und viel Pressegetöse das auch mit entsprechenden Zahlungen in unseren Medien ja schnell zu haben ist, werden wir in wenigen Monaten Gesetze haben, die noch viel weiter gehen als die britischen und von denen man uns erklärt, das sie aus Harmonisierungsgründen in der EU so sein müssten.
Einer der Konzerne der laut und deutlich die Freigabe fordern wird, dürfte der Bayer Konzern sein. Sicher wird uns dieser Konzern erzählen wie vorsichtig und wie umsichtig er doch mit allen Dingen umgeht. Wenn er das tut, dann sollte man dem Konzern die Geschichte vom "Planzenschutzmittel" Poncho noch einmal erzählen das in Baden-Württemberg ein großes Bienensterben anrichtete und deshalb erst einmal vom Markt genommen werden musste:
Ausschlaggebend für das Verbot waren laut der Behörde jetzt erst bekanntgewordene Probleme bei mit Luftdruck arbeitenden Sämaschinen. Offenbar konnten durch Abrieb giftige Partikel in die Abluft der Sämaschinen geraten und dann mit dem Wind auf benachbarte Raps- und Obstfelder gelangen. Deren Blüten wiederum besuchten die Bienen, wobei sie sich vergifteten - so lautet das derzeitige Erklärungsmuster der Experten.
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In den vom Bienensterben betroffenen Gebieten in Baden-Württemberg müsse das Saatgut mit der zweieinhalbfachen Dosis des Wirkstoffs Clothianidin behandelt werden, sagte Forster. Das Mittel Poncho enthalte diese erhöhte Dosis.
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Das Braunschweiger Bundesforschungsinsitut für Kulturpflanzen (Julius-Kühn-Institut, kurz JKI), das Proben von Bienen und Pflanzenmaterial untersucht hatte, teilte am Freitag mit, dass aus den bisherigen Auswertungen eindeutig geschlossen werden könne, dass eine Vergiftung der Bienen durch Abrieb von Clothianidin von Maissaatgut vorliege.
Über das Ausmaß möglicher Schäden machen sich die Imker Gedanken: «Wir wissen nicht, wie der Nektar kontaminiert ist, wir wissen nicht, ob die Waben vergiftet sind, und wir haben keine Ahnung, ob die Holzkästen verseucht sind», sagte Ekkehard Hülsmann, Vorsitzender des Landesverbands Badischer Imker, der AP.
Um es ganz klar zu sagen. Bei der Geschichte an sich handelt es sich um einen Unfall. Unfälle können passieren. Die Kombination von Abrieb und Zerstäubung des Wirkstoffs Clothianidin, war so nicht vorhersehbar und der Tod der Bienen ist eine schreckliche Folge für die Raps- und Obstbauern der Gegend, die nun ihre Ernten verlieren. Die Gefahr ist gebannt, weil das Mittel nicht mehr eingesetzt werden darf. Jetzt müsste Bayer die Imker und die betroffenen Bauern entschädigen und nach neuen Methoden suchen.
Statt dessen sind die Herrschaften vom Bayer Konzern beleidigt und kritisieren das Verbot:
Der Poncho-Hersteller kritisierte die Entscheidung des BVL, das Mittel vorläufig vom Markt zu nehmen. «Anders als das Ministerium sind wir der Ansicht, dass es eine schnelle technische Lösung geben kann, ohne dass es einer Aussetzung der Zulassung bedurft hätte», sagte Utz Klage, Sprecher von Bayer CropScience.
Ja klar, die Menschen sterben ja auch erst vier Jahre nach dem Tod der letzten Biene. Selbst wenn die Gentechnik den Menschen das Heil bringen könnte, dürfte sie nicht durch solche Firmen genutzt werden. Utz Klage hat deutlich klar gemacht, das Bayer nicht in der Lage ist verantwortlich zu handeln. Wer nicht verantwortlich handeln kann, darf nicht mit Dingen umgehen die eine hohe Qualität, strenge Sicherheitsanforderung und ein sehr großes Verantwortungsbewusstsein erfordern.
Die Bayer Führung hat diese notwendigen Fähigkeiten sichtlich nicht. Deshalb macht es Sinn darüber nachzudenken wie die Aktionäre, die diese Führungsriege zugelassen haben, zu bestrafen sind. Vielleicht müssten die Aktien ersatzlos eingezogen und zu Gunsten der Bundesschuldenverwaltung neu an den Börsen, an verantwortungsvollere Aktionäre verkauft werden, die ein besseres Management beschäftigen.
Aber dieses Problem hat ja nicht nur Bayer. Alle Firmen die an diesem Gendreck mitverdienen wollen operieren ähnlich. Bei Bayer ist es nur im Moment gerade so schön nachweisbar. Diese Firmen sind alle nicht in der Lage und auch nicht Willens die notwendige Verantwortung zu übernehmen. Deshalb müssten weit mehr Verbote deren Chancen auf Fehler vermindern, die, die Menschheit ausrotten könnten. Man gibt kleinen Kindern ja auch keine Streichhölzer in der Munitionsfabrik.
Unsere verantwortungslosen Politiker werden gegen gute Bezahlung aber leider alles genehmigen was diese Firmen fordern. Zu unser aller Schaden.























zwei Punkte:
1.) Es darf der Stammzellforschung nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass wir noch nicht von neuen tollen Medikamenten überschwemmt wurden. Bevor neue und auch sichere Therapien entwickelt werden, müssen erst einmal die Grundlagen gut erforscht sein, und da ist man noch ganz am Anfang. Stammzellgegner machen es sich natürlich leicht, indem sie die Forschung zu verhindern versuchen und ihr dann gleichzeitig vorzuwerfen, noch keine Ergebnisse produziert zu haben.
2.) Ein Kind als Knochenmarkspender zu züchten, kann natürlich nicht das Ziel der Forschung sein. Darum braucht man ja Stammzellenforschung - um Knochenmark ohne Kind herstellen zu können. Wiederum ist das natürlich heute noch nicht möglich - kein Wunder, man darf ja auch kaum anständig forschen daran.
Tolle Ankündigungen, meist aber nur in den Börsenzeitungen, nicht auf den Wissenschaftsseiten. Mehr leider nicht.
Außerdem müssen wir hier klar trennen. Für mich sind diese Chimären und Klonforscher die Gegner. Könnte man diese Leute rauslassen wäre es mir völlig gleichgültig was mit den Embryonen passiert.
Sollen sie forschen. Aber diese Firmen werden es nicht bei der Forschung belassen. Die wollen viel weiter und weil die politische wie die juristische Kontrolle nicht funktioniert, bin ich für ein Verbot.