Ich bin kein großer Freund von Indexen, weil ich meist die Fragen der entsprechenden Institute von einem Auszubildenden oder irgendjemand der gerade dumm im Wege rum stand, beantworten lassen habe und glaube das es viele Manager so machen. Zeit ist Geld und der Unsinn kostet viel Zeit. Aber es gibt Leute die an solche Wahrsagerei glauben:
Zuletzt verdeckten starke Wirtschaftsdaten und steigende Börsenkurse die Krisensorgen - nun folgt die Ernüchterung: Erst sackt das ZEW-Barometer in den Keller. Und dann fällt der Ifo-Index für die Weltkonjunktur auf ein Sechs-Jahres-Tief.
Um das Weltwirtschaftsklima stehe es angesichts von Inflation und Finanzkrise so schlecht wie zuletzt vor mehr als sechs Jahren, teilte das Ifo-Institut am Dienstag mit. Die etwa 1000 befragten Experten beurteilten demnach sowohl die gegenwärtige Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter. Der entsprechende Index für das zweite Quartal fiel auf 81,4 Zähler - tiefer lag er zuletzt Ende 2001.
Was los ist wurde hier in diesem Blog oft genug geschrieben. Wir befinden uns auf einer schiefen Ebene, rutschen ab und sind noch lange nicht unten angekommen. Anstatt einer platzenden Blase, haben wir zur Zeit einlangsames Enweichen aus der Blase, der mit extremen Mittelzuflüssen durch die Notenbanken geholfen wird, damit sie sich in viele Minicrashs auflöst.
Gleichzeitig steigt der Ölpreis, weil die Ölförderländer zwar mehr Förderung versprechen aber nicht halten können. Die Förderung hat ihren Höhepunkt überschritten. Mehr Ölförderung wird es auf diesem Planeten wohl nie mehr geben. Die Förderung wird sinken müssen und angesichts steigender Preise in wertlosem Geld auch schnell sinken. Es ist besser das Öl im Boden zu lassen als es gegen Dollar zu tauschen mit denen man bald nichts mehr kaufen kann.
All dies ficht Gottfried Heller in der Börse-Online aber nicht im mindesten an. Er glaubt wie Josef Ackermann das die Finanzmarktkrise überwunden ist:
Die meisten Investoren sind pessimistisch, der Kursrutsch bis Mitte März hat sie tief verunsichert. Ich betrachte die Lage jedoch aus einem anderen Blickwinkel: Mich hätte es geärgert, wenn ich im Vorfeld der Abgeltungssteuer zu Höchstkursen hätte einkaufen müssen. Wer noch 2008 Aktien kauft, kann Kursgewinne künftig steuerfrei vereinnahmen. Daher sind die niedrigen Kurse für alle, die sich noch mit Aktien oder Aktienfonds eindecken wollen, wie ein Geschenk des Himmels. Das Chance-Risiko- Verhältnis ist bei den heutigen Notierungen sehr günstig und bei vielen Blue Chips im DAX oder MDAX ist die Dividendenrendite höher als die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen.
Während der auf Steuer sparen erpichte deutsche Anleger normalerweise erst im November / Dezember Investitionen tätigt, sollte er im Hinblick auf die Abgeltungssteuer und angesichts der günstigen Einstiegskurse diesmal schon bald auf Einkaufstour gehen. Für Anleger hat es sich meist als profi tabel erwiesen, ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn – wie heute – die Leute ängstlich sind.
Die Börse-Online macht kein Geheimnis daraus, das Gottfried Heller Chef der Fiduka Depotverwaltung. Was aber macht die Fiduka? Sie macht in Fonds und scheint das Können ihres Gründers, des verstorbenen Börsenaltmeisters André Kostolany nicht gerettet zu haben denn alle Fonds auf ihrem Internetauftritt haben für dieses Jahr so komische Minuszeichen.
Herr Ackermann hat auch Fonds. Fonds besitzen Aktien. Wenn keiner Aktien kauft sinken die Werte der Aktien, es gibt keine Gebühren aus dem Aktienhandel und die Fonds werden wertloser und lassen sich ebenfalls nicht mehr verkaufen. DAnn gibt es auch keine Gebühren mehr aus dem Fondhandel.
Was Heller und Ackermann also dringend brauchen, sind Leute die Aktien kaufen. Deshalb wird mit viel Radau und den absurdesten Begründungen immer mal wieder eine Bullenrallye gestartet. Da werde kurzfristig Aktien in großen Mengen gekauft, damit andere auf den Zug aufspringen und dann gibt man die zugekauften Aktien wieder in den Markt und hofft das genügend Dumme auf den Zug aufspringen und kaufen. Bei jeder dieser Aktionen wird man auch einiges von dem Altpapier los, das man in den eigenen Fonds hat.
Dummerweise kommt dann immer sofort der nächste Knall und die Kurse fallen. Das Spiel beginnt von vorne. Die Bullenfalle hat aber meist geklappt. Es sitzen andere Leute auf dem Altpapier. So können sich Fonds und Banken die sich eigentlich komplett verspekuliert haben, doch noch teilweise sanieren. Wenn aber nach der 16. Bullenfalle immer noch zuviel Altpapier im Depot der Fonds liegt, wird der eine oder andere aufgeben müssen. Dann reisst es die anderen mit. Das kann schon morgen passieren.
Diese Kurse sind noch lange keine Kaufkurse. Kaufkurse sind sie nur für die Verkäufer von Altpapier. Nur die gewinnen an den Bullenfallen.



















