Der Ölpreis hat Gestern die 130 Dollar Marke geschafft. Er ist fleißig auf dem Weg die 200 Dollar Marke zu erreichen. Im Gegensatz zu den offiziellen Zahlen scheint jetzt auch der Konsum in den USA zusammen zu brechen:
Die von Preissteigerungen für Benzin und Grundnahrungsmittel strapazierten Budgets der Privathaushalte lassen immer weniger Spielraum. Bei Elektronik und Kleidung planen die Konsumenten Einschnitte, ergab eine Umfrage des Branchenverbands National Retail Federation (NRF). Danach wollen die Käufer in Möbelhäusern nur 2,7 Mrd. $ der Steuerrückzahlungen ausgeben, die derzeit anlaufen. Im Februar hatten sie noch Möbelkäufe für 4 Mrd. $ geplant. Zugleich erhöht sich die Benzinrechnung von 12 auf 17 Mrd. $.
Insgesamt brechen die Umsätze oder Gewinne teilweise erschrecken schnell ein. Beides gehört in diesem Zusammenhang zusammen, weil man ja durch Gewinnverzicht Umsatz generieren kann. Das ist übrigens noch keine Auswirkung der Krise bei den Kreditkartenkrediten und auch noch keine Auswirkung der Inflation. Es ist lediglich das Öl das direkt durchgeschlagen ist und zusammen mit den anderen Nachrichten die Konsumenten verunsichert.
Das hat allerdings dramatische Folgen für die FED und Ben Bernanke. Selbst wenn die daran gedacht haben, eventuell die Zinsen wieder etwas hoch zu nehmen oder doch zumindest wieder etwas Geld aus dem Markt zu nehmen, bleibt ihnen dieser Ausweg verwehrt. Ein Anziehen der Zinsen würde die schon auslaufende Restkonjunktur endgültig beerdigen. Ein Abziehen von Geld, die Kreditkartenbanken zum fallen bringen. Bernanke kann nur weiter runter mit den Zinsen, was mehr Inflation bedeutet.
So ähnlich scheint das auch Meredith Whitney zu sehen, die ja schon letztes Jahr den Verlust von 30 Milliarden Dollar bei der amerikanischen Citigroup in einer Studie angekündigt hatte und damit wie sich zeigte nicht übertrieb:
Die Analystin vom Bankhaus Oppenheimer hat nun die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr für die Bank of America, Citigroup, JPMorgan, Wachovia Corp und Wells Fargo im Durchschnitt um 17 Prozent gesenkt und die Erwartungen für 2009 um 20 Prozent reduziert. Alles in allem werden die Gewinne der Banken 72 Prozent tiefer sein als sie dem Konsensus entsprechen, schätzt Whitney. Weiter rechnet sie mit zusätzlichen Abschreibungen bei den Banken von 170 Milliarden US Dollar.
Ich würde auch in diesem Fall darauf tippen das Meredith Whitney eher unter- als übertreibt. Als amerikanische Analystin kennt sie die Gefahr von Schadensersatzforderung im amerikanischen Recht und dürfte sich wohl mehrfach abgesichtert haben.
Es kann also keine Entwarnung gegeben werden. Es ist weiterhin zu größter Vorsicht zu raten. Überall sind die Bullenfallen schon lange aufgestellt.




















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