Bei der Bewertung amerikanischer Präsidentschaftskandidaten tut man sich als Deutscher immer schwer. Die amerikanischen Medien die man liest, sind meist schon lange auf ihre Kandidaten festgelegt, also alles andere als neutral. Das was die deutschen Medien melden kann man in die Tonne drücken, weil da zu den beeinflussten amerikanischen Informationen noch die Wünsche der Verlegerfamilien und der Werbekunden berücksichtig werden, so dass zumeist nur Propaganda übrig bleibt. Grundsätzlich wollen es sich Deutschland und die deutschen Medien mit keinem möglichen Präsidenten verderben.
Webster Griffin Tarpley ist für mich das Gegenteil einer objektiven Quelle. Alleine seine Verbindungen zu Lyndon LaRouche macht ihn in höchstem Maße suspekt. Andererseits kann man ihn auch nicht in eine ständige Mithaftung nehmen für das was LaRouche verbrochen oder was die von LaRouches Ehefrau Helga Zepp-LaRouche geführte "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" und das "Schiller-Institut" mit der Europäische Arbeiterpartei anstellten.
Es bleibt also Vorsicht geboten wenn man das Interview bei Schall und Rauch bewertet und weitergibt. Andererseits dürfte Tarpley tief genug in den Innereien der Demokraten stecken um wirklich wichtige Zusammehänge erfahren zu können:
Tarpley: Ja, auf Deutsch bedeutet der Titel „Obama der postmoderne Staatsstreich – das Erzeugen eines manchurischen Kandidaten“, ein Mensch der durch Gehirnwäsche zu einem „Mordinstrument“ umfunktioniert wird, und genau das ist was wir in den USA jetzt erleben. Wir haben die Kandidatur von Barak Hussein Obama, ein Mann der aus dem Nichts kam, der eigentlich nichts vertritt, sein Lebenslauf ist ein weisses Blatt, er hat nichts zustande gebracht, und trotzdem schaut es aus, wie wenn er der Präsidentschaftskandidat der Demokraten sein wird.
So was ist in dieser Welt unmöglich, aus dem Nichts zu so einer Position aufzusteigen. Wenn man so ein Phänomen sieht, muss man immer hinter den Kulissen schauen, wer sind die Hintermänner, wer sind die Drahtzieher, wer steckt eigentlich dahinter ... und in diesem Fall können wir sagen, dass Obama eine Marionette des Finanzkapitals ist, der Trilateralen Kommission, der Bilderberger Gruppe, der Council on Foreign Relations, und sehr wichtig, der Ford-Foundation und anderen reaktionären Machtzentren. Am deutlichsten sieht man das, durch die Rolle von Zbigniew Kazimierz Brzeziński, der Hauptdrahtzieher und Guru der ganzen Obama-Kampagne. Daran sieht man auch den Zweck den Obama erfüllen soll.
Das klingt zunächst einmal wie die typische Verschwörungstheorie, wenn man allerdings den Namen Zbigniew Kazimierz Brzeziński ins Spiel bringt leuchten auch bei mir alle Warnlampen auf. Brzeziński kennt absolut keine Hemmungen und nimmt auch auf nichts mehr Rücksicht. Das mag zum einen Altersstarrsin sein, vermutlich ist es aber eher reines Machtbewusstsein. Der Mann hatte mit Demokratie, Freiheit oder Gerechtigkeit noch nie etwas zu tun.
Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, dass es etwas viel schlimmeres gibt als die Neocons. Für die Neocons ist Israel und der Nahe Osten das Zentrum der Welt und sehr wichtig. Brzeziński interessiert das nicht, er sagt nein, die Machtzentren der Welt sind Russland und China, wenn wir mit denen fertig werden, dann haben wir die Weltherrschaft für das nächste Jahrhundert. Das setzt eine weltweite Strategie voraus und Obamas Aussenpolitik zielt zunächst darauf hinaus, die Chinesen aus Afrika zu jagen, damit sie kein Erdöl und andere strategische Mineralstoffe von dort beziehen können. Deshalb auch der Konflikt im Sudan, denn von dort bekommt China schon 7% seines Erdöls.
Als nächstes kommt Pakistan dran. Obama hat in einer Rede von der Bombardierung Pakistans gesprochen und er hat es ja sogar jetzt erreicht. Trotz des Widerstandes von Bush, führt die US-Luftwaffe gezielte Angriffe im Norden von Pakistan durch und tötet damit Pakistaner, ohne Rücksprache mit Musharrafs zu halten, und das ist ein Sieg für diese neue aggressive Linie von Obama.
Obama sagt auch, wir müssen mit dem Iran reden ... worüber will er reden? Seine Absicht ist, nach dem Plan von Brzeziński, den Iran umzudrehen und gegen Russland einzusetzen ... und Syrien auch ... er sagt, warum sollen wir diese Länder angreifen ... wir können sie als Marionetten benutzen, als Kamikaze gegen Russland und China.
Das Endziel dieser Strategie von Brzeziński ist, wenn China kein Erdöl mehr aus Afrika und dem Nahen Osten beziehen kann, wenn alle Verbündeten zerschlagen sind, wie der Sudan, Pakistan oder Burma, und China von allen Quellen abgeschnitten ist, dann rechnet Brzeziński damit, dass China sich nach Norden wendet und Sibirien überfällt ... dort gibt es sehr viel Erdöl, aber wenige Russen die es verteidigen. Er will China gegen Russland ausspielen ... was den III. Weltkrieg bedeuten würde.
Ich bin mir nicht sicher ob Barak Obama weiß wofür er stehen soll, könnte mir aber jederzeit vorstellen das er ähnlich George W. Bush eine Marionette ist, die brav auf die gezogenen Fäden reagiert. Das amerikanische Großkapital ist die letzten Jahre damit sehr gut gefahren und könnte an einer Verlängerung dieses Spiels arbeiten. Dabei ist es egal ob Republikaner oder Demokraten. Beide würden alles tun um an die Macht zu kommen und an der Macht zu bleiben. Das sieht man ja bei uns.
Ganz anders sieht es mit einem Politikwechsel in den USA aus. Der Irakkrieg ist verloren. Er kann nur gewonnen werden, wenn ein neuer Präsident den Iran umarmt. Das könnte zeitlich sehr gut klappen, weil sich auch die iranische Politik eigentlich schon selbst überlebt hat. Das die USA China in Afrika bekämpfen und von den restlichen Ölbeständen am Golf und in Südamerika trennen wollen ist auch klar. Natürlich weiß die amerikanische Regierung um die sinkende Ölförderung und hat längst kapiert, das China gebremst werden muss um die USA zu stärken.
Der Konflikt China gegen Russland ist das ideale Ziel amerikanischer Politik. China und Russland die einander zerreißen um die Bodenschätze Sibiriens und diverser Tan-Republiken. Das wird aber aus sich heraus kein Weltkrieg. Erst wenn die europäischen ehemaligen Satelliten der UDSSR und jetzigen Satelliten der USA aufmüpfen könnte das zum Weltkrieg III werden. Trotzdem bleibt es fraglich ob diese Staaten sich trauen werden. Der Schutz der Nato ist dann kaum wirklich sicher.
Tarpleys Gedanken gehen in die richtige Richtung, ob er Barak Obama gerecht wird, wage ich zu bezweifeln. Hillary Clinton wäre für diesen Plan genauso gut zu gebrauchen. Es ist sogar denkbar das dieses Buch und dieses Interview nur zur Unterstützung der Clintons erstellt wurden. An dem was zwangsläufig passieren wird, ändert sich dadurch nichts.
China hat einen riesigen Überschuss im Handel mit den USA. Die Dollar die China heute besitzt, sind so gut wie nichts wert und auf den Ölmärkten stehen sich die USA und China als Gegner gegenüber. Was liegt da näher als einen Krieg zwischen China und Russland zu provozieren, der zum einen Indien zum stillhalten zwingt und auch die EU bindet. Es ist zu logisch um nicht wahr zu werden.




















Es ist doch eindeutig. Ein Wahlkampf in den USA kostet Geld. Er kostet sogar sehr viel Geld. Da gilt dann auch, wer zahlt der bestimmt. Die Wähler haben da nur immer die Wahl zwischen den Übeln. Diesesmal scheint es ja nicht einmal ein Geringeres zu geben.
Aber es gibt größere und kleinere Übel. Obama ist zumindest intelligent. Er wird nur die Dinge im Wahlkampf sagen, die er sagen kann. Ist halt so.
Besser als McCain ist er allemal. Vielleicht reisst ihn der Enthusiasmus sogar wirklich zu guter Politik hin.
Und es sieht so aus, als lebt sein Wahlkampf von Kleinspenden der Bürger. Das ist schon ein Vorteil.
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Zensur...
mfg
Ansonsten möchte ich gerne entscheiden für wen ich wegen eines dusseligen Kommentars am Ende bezahlen muss. Deutscher Rechsstaat.
Mir ist wenig bange vor einer Persönlichkeit, deren Umfeld nicht völlig klar ist. Im Gegenteil: Wenn man sich anschaut, wer hinter den Bushs und Clintons steht wie eine Mauer, wenn man sich deren Herrschaftsanspruch vergegenwärtigt (Chelsea Clinton wird schon jetzt als Kandidatin der Zukunft angekündigt), dann kann einem bange werden. Die Konkurrenz zwischen Clinton und Obama hat überdies deutlich unterschiedliche Positionen hervorgebracht. Die Wähler, vor allem junge und potentielle Nichtwähler, die Obama hinter sich schart, sind ein Potential von Kontrolle, wie es sie so wohl noch nie gegeben hat in den USA. Man kann es so oder so interpretieren, daß immer mehr Parteiprominenz sich hinter Obama stellt. Für mich steht aber fest: Wenn nicht ohnehin alle Politiker in den USA gekauft und verschworen sind (dann kann man sich ja auch die Diskussion sparen), ist Obama ein Glücksfall. Das Nähere wird seine Präsidentschaft zeigen.
Was nun einen Krieg zwischen China und Rußland anbetrifft, bin ich auch ganz sicher. So dämlich sind die Chniesen nicht. Sie werden sich weder von irgendwem im Westen zu irgend etwas bewegen lassen, noch sich als Milliardenvolk mit einem militärisch hoch überlegenen Gegner einlassen. Solche Spekulationen finde ich, mit Verlaub, erzdumm und ahnungslos.
Fakt ist, das weiß niemand besser als Du, Jochen, daß der Sprit bald alle ist. Dieses Problem kennt keine einfachen Lösungen. Es wird so oder in ein Desaster führen. Ich traue Obama durchaus zu, zumindest Lösungen zu suchen. Daß niemand darauf wetten würde, sollte nicht zu heilloser Indifferenz führen.
Zur Klarheit: Ich werfe letzteres auch nicht Dir vor, sondern vielen Diskutanten, die sich lieber genußvoll gruseln, anstatt ihren Verstand zu gebrauchen.