ein ziemlich toter deutscher
Politiker. Nun ist tot zu sein für einen deutschen Politiker nicht unbedingt das Schlechteste. Sorgen machen den Bürgern mehr die Lebenden.
Aber so richtig tot ist Jürgen Möllemann irgendwie noch immer nicht. Zumindest nicht so tot, wie ihn die FDP und ihr Spritus Rectum Westerwelle gerne hätten. Vielleicht ist ja wirklich etwas dran, an dem alten Volksglauben, das die Toten erst dann in ein anderes Reich gehen können, wenn sie ihre Aufgabe hier erledigt haben.
Gestern Abend dürfte die Tante Westerwelle die kalten Hände Möllemanns direkt an ihrem kleinen Hälschen gespürt haben. Da sagte doch
Wolfgang Kubicki klipp und klar das unser Guido den berühmten Flyer, vor der Drucklegung auf seinem Schreibtisch gehabt habe. Er fügte noch süffisant hinzu, dass er natürlich auch nicht alles lese, was auf seinem Schreibtisch liege.
Zum damaligen Zeitpunkt hatte Westerwelle aber alle Antennen und Mitarbeiter auf Jürgen Möllemann ausgerichtet. Er befand sich sozusagen in einem nicht erklärten Krieg mit Möllemann, der wenn man schon unsinnigerweise etwas mit der FDP zu tun haben will, nicht nur damals der deutlich sympathischere war. Ich schätze das der Guido damals sogar das benutzte Toilettenpapier von Möllemann gelesen hat um auf dem Laufenden zu sein.
Wenn er den Flyer aber vor Drucklegung gelesen hat, und nicht eingeschritten ist, dann hat er ihn für gut und richtig befunden. Grundsätzlich eine verständliche Haltung. Michel Friedman trat als kritikloser Applaudierer für die Politik Sharons auf, während er gleichzeitig für die CDU deutsche Politik zu machen versuchte. Natürlich musste man den Flyer nicht bringen, aber das gilt im Prinzip für die gesamte Wahlpropaganda.
Es sieht so aus, als hätte Westerwelle wieder einmal abgewartet, wie die Öffentlichkeit und die Medien reagieren. Hätte Möllemann gewonnen, wäre er Minister geworden, bei den acht Prozent für die FDP musste er halt Fallschirm springen.
Ich hatte ja damals auf das Hotel
Baur au Lac gewettet und habe mehrere Kisten Bier verloren. Aber vielleicht wollte Möllemann auch nicht in die Badewanne. Dabei hatte das doch bei dem anderen toten Politiker, dem
Uwe Barschel so gut geklappt. Aber Möllemann musste halt Fallschirmspringen.
Im Ergebnis war es dann doch egal. Zwei Selbstmorde. Kein Fremdverschulden. Alles geklärt. Dem Barschel hatte ich schon keinen Selbstmord geglaubt, dem hatte ich einen weinerlichen Zusammenbruch zugetraut, aber nichts was ihn wirklich gefährden könnte. Dann das Stehaufmännchen Möllemann. Wenn man den zur Eingangstür rausgeschmissen hat, kam der durchs Fenster wieder rein. Der Mann war viel zu sehr von sich überzeugt, um sich wegen ein klein wenig falschem Umgang mit Parteispenden umzubringen. Wir dürfen ja nie vergessen das Otto Graf Lambsdorf gerade wegen solcher Delikte zum Ehrenvorsitzenden der FDP ernannt wurde.
Aber nun sind es eben zwei Selbstmorde. Ganz offiziell. Glauben müssen wir das ja nicht. Wir sind ja schließlich nicht in der Kirche.
Kennen sie übrigens den:
Als
Wolfgang Gerhardt nicht so wirklich als Vorstandvorsitzender der
Friedrich-Naumann-Stiftung aufs Altenteil geschoben werden wollte, soll der Guido ihm gesagt haben: "Entweder Stiftung oder du musst Fallschirmspringen."
Da ging der Wolfgang lieber in die Stiftung.
6.000 Euro für ein Gespräch mit Herrn Jürgen Rüttgers. Warum nicht? Gut im Bundle mit Platz auf dem Parteitag kostet er sogar 20.000 Euro und mehr. Das liegt ungefähr in der Größenordnung dessen, was der Autor dieses Beitrage ...