Die Hypo Real Estate war ja schon öfter bei mir ein Thema weil ich sie für ein so gutes Beispiel einer gut aufgestellten und grundsoliden Hypothekenbank halt. Moment ich habe ja gar keine Aktien von dem Verein. Da kann ich ja glatt die Wahrheit sagen oder aus rechtlichen Gründen besser nicht. Die Wahrheit war heute auf der Hauptversammlung schon fast deutlich zu hören:
Der Fondsmanager Helmut Hipper von Union Investment warf Funke unter dem Beifall der rund 2000 HRE-Aktionäre eine „katastrophale Kommunikationspolitik“ vor. „Der Vorstand hat die Unternehmenssituation viel zu lange zu positiv dargestellt.“, kritisierte Hipper. Der Verdacht, dass dies nicht Fahrlässigkeit, sondern „vorsätzliche Methode“ sei, dränge sich auf. Nikolaus Pöhlmann von der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, sprach von unakzeptablen „Beschwichtigungen“ Funkes im Vorfeld der Wertberichtigungen. Ein weiterer Vertreter institutioneller Investoren attestierte dem Führungsgremium der Bank „eine gewisse Naivität“ in seiner Kommunikationspolitik.
Auch die Vertreter der Kleinaktionäre gingen mit Funke hart ins Gericht. „Es hat kein Mensch mehr Vertrauen in das Unternehmen“, wetterte Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Behauptung des Vorstands, die Bank habe schon im August 2007 ausreichend auf mögliche Risiken hingewiesen, sei unglaubwürdig. „Glauben Sie im Ernst, der Kurs wäre dann im Januar um 35 Prozent eingebrochen?“, fragte der Kleinaktionärsvertreter. Mehrere Redner äußerten zudem den Verdacht, die HRE habe die Offenlegung von Wertberichtigungen bewusst verzögert, um die milliardenschwere Übernahme des Staatsfinanzierers Depfa nicht zu gefährden.
Tatsächlich halte ich die Depfa Übernahme noch für einen der geschickteren Schachzüge. Denn ich glaube nicht daran das wir das Ende der Verluste bei der Hypo Real Estate auch nur andeutungsweise gesehen haben. Es ist zu vermuten, das nach dieser Hauptversammlung, vermutlich im Sommerloch an andere schlechte Nachrichten anknüpfend, weitere Risiken offenbart werden. Um die Depfa zu schützen wird dann wohl der Staat eingreifen müssen. Alles in allem die typische Situation bei den Neoliberalen. Sie sind nicht in der Lage und auch nicht Willens Verantwortung zu übernehmen.
Allerdings steht dieses System glücklicherweise schon soweit an der Klippe, das der nächste oder übernächste Minicrash dem ganzen ein Ende mit Schrecken macht. Wer nicht involviert ist sollte Chips und Cola bereithalten um das Schauspiel zu genießen.




















Beispiel gefällig: Kalifornische Stadt ist pleite..
Die kalifornische Stadt Vallejo mit 120000 Einwohnern hat am Freitag Konkurs angemeldet. «Wir können unsere Rechnungen nicht mehr bezahlen», gestand Bürgermeister Osby Davis.
Vallejo im Bay-Area ist die bisher grösste kalifornische Stadt, die Konkurs anmelden musste. Einige Stadtratsmitglieder machen einen aufgeblähten Beamtenapparat und hohe Gehaltskosten für Polizei und Feuerwehr für die finanzielle Schieflage verantwortlich.
link: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/12165049