Manchmal frage ich mich wirklich wie völlig schmerzbefreit man als "Qualitätsjournalist" sein kann:

Deutsche setzen auf geförderte Rentenversicherungen
Berlin (dpa/tmn) Die Deutschen haben in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 annähernd eine halbe Million staatlich geförderte Rentenversicherungen abgeschlossen. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres sei das ein Rückgang von 5,6 Prozent.
Wenn im ersten Quartal des Jahres 5,6 Prozent weniger dieser wahrscheinlich wertlosen Rentenverträge abgeschlossen werden, dann setzen die Bürger eben nicht auf diesen Quatsch, sondern lassen sich immer weniger veralbern.
Wenn die Versicherungswirtschaft am heutigen Tage offenlegen müsste, was die bisherigen Verträge an für den Kunden nutzbarer Substanz enthalten, gäbe es eine Revolution. Die meisten dürften obwohl sie schon länger zahlen, noch nicht einmal die Provisionen und Verwaltungskosten eingezahlt haben. Der Wert solcher Verträge liegt im negativen Bereich.
Wie schlimm es aussieht zeigen ja die Pressemitteilungen der Branche, die sich nur wenig von den Siegesmeldungen des deutschen Rundfunks unterscheiden, als die Fronten im zweiten Weltkrieg überall zusammenbrachen. Es ist dümmste Propaganda.
Ein Journalist, der eine solche Agenturmeldung durchlässt verdient diese Berufsbezeichung nicht. Das Ding hätte auffallen müssen.
Aber die Schwäbische Zeitung ist klein und da kann so etwas vielleicht passieren. Wenn aber Tobias Kaiser von Börse-Online mit dem gleichen Mist kommt, dann ist es ein grundsätzliches Problem:
Deutsche Sparer setzen für die private Altersvorsorge zunehmend auf die Riester-Rente; im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Riester-Fondssparpläne fast verdoppelt. Dafür sinkt das Interesse an vermögenswirksamen Leistungen.
..
Das Interesse an Riester-Versicherungsverträgen scheint sich allerdings abzuschwächen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vermeldet, dass im ersten Quartal 2008 etwas mehr als 457.000 Riester-Versicherungverträge abgeschlossen wurden – rund 6 Prozent weniger als im gleichen Quartal 2007.
Da lügt die Recklinghäuser Zeitung neben der FTD.
Lediglich die Welt und zwei kleine Onlinedienste haben den Betrug gemerkt, wobei die Welt dann eben für Bankenriester wirbt. Natürlich ist das ganze eine Nebensache. Nicht wirklich wichtig. Aber will diesen Medien und dieser Art von Journalisten denn bei wichtigen Sachen vertrauen, wenn sie schon bei Belanglosigkeiten lügen. Auch wenn die Quelle tausendmal dpa ist, so ist es die Pflicht eines Journalisten nachzuprüfen, zumindest aber zu überfliegen was da für ein Mist steht.
Wollen Sie Börse Online noch eine Empfehlung glauben oder der FTD. Was ist mit den Leuten die Anzeigen in solchen Zeitungen schalten. Kaufen die mit der Anzeige gleich die Redaktion? Das Vertrauen ist weg. Nach Politiker wird wohl demnächst auch der Begriff Journalist ein Schimpfwort.
Ach ja, als Anmerkung für die Rechtsabteilungen dieser Verlage. Ich habe die Texte archiviert.






















