Den Bogen überdehnt
Gestern taten wir noch so, als ob wir Deutschland verteidigen wollen, heute erobern wir im Auftrag der USA die ganze Welt.
Das Politiker zu blindem Aktionismus neigen ist altbekannt. Besonders gerne lassen sie dabei andere aktiv werden, ohne über die Folgen nachzudenken. Egal ob sie in Ex-Jugoslawien vermeintlich Gutes tun oder für Peter Struck am Hindukusch angeblich die Freiheit Deutschlands verteidigen, sich aber in Wirklichkeit nur dafür entschuldigen sollen, das wir den Irak nicht mit überfallen haben, um dessen Öl für die USA zu stehlen.
Fest steht seit langem, das die Bundeswehr für das, was sie da machen sollen, in keiner Weise vernünftig ausgerüstet ist. Hinzu kommt jetzt noch, was man als Bürger in Gesprächen mit Soldaten ja schon seit langem gespürt hat, das sich die Bundeswehr allein gelassen fühlt. Wichtig ist dabei, das sich die Bundeswehr auch von den Bürgern verlassen glaubt. Das unsere Poltiker uns veraten und verkaufen, sind wir als Deutsche ja gewohnt, das erstaunt niemanden mehr.
Umso wichtiger ist es das wir als Bürger uns um unsere Soldaten kümmern, die ja unsere Söhne und Töchter sind. Die Lektüre des Berichtes zur Mitgliederbefragung auch Strohmeier-Studie genannt, ist da sehr empfehlenswert und auch hilfreich um die Probleme zu verstehen.
Für mich und einige andere die sich mit dem Thema beschäftigt haben, gibt es eigentlich nur zwei Maßnahmen, die man sofort aus diesem Bericht ableiten kann. Zum einen müssen die Auslandeinsätze sofort, oder doch schnellstmöglich, zumindest halbiert werden. Ein guter Ansatz wäre der vollständige Rückzug aus Afghanistan, wo unsere Soldaten doch nur dazu mißbraucht werden, us-amerikanische Schurkereien mit dem pakistanischen Diktator (der übrigens mit amerikanischer Billigung Atombomben besitzen und damit drohen darf) und den Drogenbaronen unter CIA-Führung, zu decken.
Die Gelegenheit ist übrigens besonders günstig, weil der französische Präsidentschaftskandidat Sarkozy, nach Medienberichten, die französischen Truppen ebenfalls zurückziehen möchte, wenn er gewählt wird. Selbst wenn das nur ein billiges Wahlkampfmanöver ist, könnten wir es benutzen, um uns zu verabschieden.
Aber leider haben wir ja eine Meute blutgieriger Politiker, die nichts mehr wünschen, als das viele deutsche Soldaten in Leichensäcken nach Hause kommen, weil sie dafür von ihren Auftraggebern geschmiert werden und auch noch die Besuchertoilette des weißen Hauses benutzen dürfen. Dafür ist den Herrschaften kein Opfer unter den Kindern anderer Leute zu groß.
Es sind die gleichen Politiker, die lieber Eurofighter kaufen, die niemand brauchen kann, als für klimatisierte Schiffe zu sorgen, wenn sie schon Schiffeversenken im Golf von Aden oder im Mittelmeer spielen wollen. Es sind die Politiker die keine zehn Minuten in der Hitze der Wüste oder der Kälte der Berge in einem Leopard aushalten würden, die andere mit einem Lachen dazu verurteilen.
Für den so gerne beleidigten Herrn Struck, noch einmal zur Verdeutlichung. Wenn ich hier im allgemeinen von Politikern rede, dann meine ich insbesondere ehemalige Sozialdemokraten, die alles verraten haben, für das Sozialdemokratie einmal stand und die ich nur deshalb nicht direkt beschuldigen kann, weil mir kein Staatsanwalt bei der Aufklärung der Frage helfen würde, wie bestimmte Meinungswechsel bezahlt wurden oder nach dem Ausscheiden aus der Politik noch bezahlt werden. Für Müller, Clement und Schröder haben wir da ja schon die Antwort, auch wenn wir die Wohltaten immer noch nicht Bestechung nennen dürfen. Bei Struck warte ich in Ruhe ab. Besonders bezeichnend für unsere Politiker ist, das sie heute darüber abstimmen ob wir nicht auch noch Soldaten in den Sudan schicken, wo die USA ebenfalls ein ganzes Volk dafür bestraft, das Osama bin Laden dort mal gewohnt hat.
Unsere Politiker können wir mit demokratischen Mitteln nicht mehr ändern. Die werden auch unserer Bundeswehr nicht helfen. Was wir aber tun können, ist Vernunft walten lassen und vernünftiges vorschlagen. Dazu gehört in erste Linie die Verkleinerung der Bundeswehr auf ungefähr die Hälfte des heutigen Mannschaftsstandes. Das macht aus Kostengründen Sinn und erlaubt auch die Anforderungen an den einzelnen Soldaten wieder etwas höher zu schrauben.
Wo wir früher vielleicht noch dumm und stark zum Sandsack füllen und Schützengänge graben, gebrauchen konnten, brauchen wir heute kluge Menschen mit hohem technischen Verständnis und hoher körperlicher Fitness. Die sind schwer zu bekommen, weil solche Leute überall gesucht werden. Sie sind ganz sicher nicht für den jetzigen Wehrsold zu haben, der ja eher eine Beleidigung als eine Bezahlung darstellt.
Die Verkleinerung der Bundeswehr wirft automatisch aber auch ein weiteres Problem auf. Die allgemeine Wehrpflicht bedingt, das von jedem Jahrgang ein großer Teil gezogen werden muss, um eine Art Gerechtigkeit zu schaffen. Ist dies nicht mehr möglich, weil zu wenig Leute benötigt werden, wird die Wehrpflicht höchstrichterlich gekippt.
Wenn wir mal von dem schwachsinnigen Spruch, des Bürgers in Uniform absehen, hat die Wehrpflicht für die Wehrbereitschaft nur negative Folgen. In der kurzen Zeit der Wehrpflicht mit der Grundausbildung ohne Sinn und Verstand, sind keine brauchbaren Soldaten auszubilden. Die heutige Waffentechnik ist etwas, was man ernsthaft lernen muss. Schon alleine deshalb ist eine Berufsarmee sinnvoll. Da in einer deutschen Armee auch nur deutsche Bürger Dienst tun, haben wir dann auch den Bürger in Uniform, der ja unbedingt gewollt ist. Allerdings werden wir die Bundeswehr in ihrer geistigen Haltung auch weiterhin beobachten müssen, aber das müssen wir ja auch jetzt schon.
Natürlich verstehen Politiker nicht das Soldaten gut ausgebildet und ausgerüstet sein müssen. Für ihren eigenen Beruf benötigen sie ja weder das eine noch das andere. Sie brauchen nur Ohren um zu hören was ihnen befohlen wird und Hände um sie aufzuhalten.
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