Treuherzig kommt uns der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, dieser Tage daher und löst mal eben die Probleme unserer neoliberalen Ganoven:
BDI-Chef fordert Anzeigen krimineller Manager
Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat sich für die Einrichtung anonymer Beschwerdestellen in Betrieben ausgesprochen. Dort könnten Mitarbeiter Straftaten ihrer Vorgesetzten anzeigen.
Der „Bild“-Zeitung sagte Thumann unter Hinweis auf rechtswidrige Machenschaften in Unternehmen wie Lidl, Telekom und Siemens: „In einigen deutschen Firmen gibt es diese Möglichkeit bereits, aber ich wünsche mir, dass mehr Unternehmen freiwillig so verfahren. Besonders bei Korruption machen solche anonymen Beschwerdestellen Sinn.“
Der BDI-Chef verteidigte die Wirtschaft zugleich gegen pauschale Korruptions-Vorwürfe: „Ich kann nicht bestreiten, dass es derzeit eine Negativserie gibt, aber aus meiner Sicht sind es Einzelfälle. Mehr als 99 Prozent der Unternehmer in Deutschland verhalten sich absolut anständig.“ Er warnte davor, „die gesamte deutsche Wirtschaft in Kollektivhaftung für das Fehlverhalten Einzelner zu nehmen.“
Man sieht es schon förmlich vor sich. In der Eingangshalle des Großunternehmens hängt an prominenter Stelle ein kleiner weißer Briefkasten. DIN A6. Man will ja nicht wirklich wissen worum es geht, sondern nur so tun als ob man es wissen wollte. Der Kasten strahlt im Licht von mehreren 1000 Watt. Im härtesten nur vorstellbaren Licht. Gleichzeitig sind hunderte von Kameraaugen auf ihn gerichtet um die totale Anonymität noch zu unterstreichen. Selbstverständlich sind auch Kameras auf die Vorbeigehenden gerichtet. Die Reaktionen und Blicke müssen ja festgehalten werden. Wer käme vielleicht auf die Idee?
Meier aus der Lohnbuchhaltung geht mit ängstlich abgedrehtem Kopf an der Stelle vorbei, wo er den Kasten sehen könnte, die anderen tun es ihm gleich. Frl. Lehmann aus der Kasse zittert jedesmal vor Schreck, wenn sie nur an den anonymen Briefkasten denkt. Da plötzlich, Riebseder aus Arbeitsvorbereitung bricht aus der Schlange aus. Geht festen Schrittes auf den Kasten zu. Alle bleiben wie angewurzelt stehen und können den Blick nicht mehr von Szene wenden. Riebseder greift in seine Aktentasche. Das Schweigen wird spürbar.
Riebseder zieht einen dicken DIN A4 Umschlag aus der Aktentasche und rammt ihn mit hörbarer Gewalt in den viel zu kleinen Kasten. Mit dem Knacken des Kastens geht ein Seufzer durch die anwesende Belegschaft, das aber sofort durch ein lautes Alarmklingeln übertönt wird. Aus mehreren versteckten Wandöffnungen bricht der Werkschutz in Stärke einer Hundertschaft und stürzt sich auf Riebseder. Harte Knüppelschläge prasseln auf ihn hernieder, während er in Richtung Personalabteilung gezerrt wird, wo er seine freiwillige Kündigung unterschreiben muss.
Da die Aufzüge abstellt und die Treppen vom Werkschutz blockiert wurden, bleiben die Anwesenden stehen wo sie gerade sind. Vom Schrecken der Tat noch ganz gelähmt. Sie sehen wie Riebseder wieder aus der Personalabteilung gezerrt wird, weiter prasseln Schläge auf ihn ein. Dann ein paar letzte Tritte und er fliegt aus der Tür. Die Aufzüge nehmen ihren Betrieb wieder auf, die Treppen sind freigegeben. Die Menge trottet an ihre Arbeitsplätze.
So ähnlich hat sich der Herr Thumann das wohl gedacht mit seinen innerbetrieblichen anonymen Beschwerdestellen. Die Menschen sollen auf die Gerechtigkeit und Selbstreinigunskraft der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten vertrauen. Sollen glauben, das sie anonym bleiben könnten, wo sogar Aufsichtsräte, Politiker, Journalisten überwacht und die Verkäuferinnen beim Pinkeln pinkeln gefilmt werden.
Es mag sein, das Herr Thumann nur ein naiver Idiot ist. Aber selbst ein naiver Idiot kann eigentlich nicht so dämlich sein. Es ist vielmehr anzunehmen, das Herr Thumann seine kriminiellen Freunde schützen will, wie diese Organisation BDI es ja immer getan hat. Sie tat ja nie etwas für die Menschen, sondern hat immer nur etwas gegen die Menschen getan. Wenn es zwei gleichwertige Wege gab haben die Henkels und Thumanns immer den gewählt, der die Menschen am meisten verletzte, erniedrigte und ihnen finanziell am schwersten schadete.
Selbstverständlich kann man einer solchen Organisation vertrauen. Genau wie die Schafe dem Wolf oder dem Bären. Es ist ein garantiert tödliches Vertrauen und es wird kein angenehmer Tod. Herrn Thumann und seinen Gesinnungsfreunden zu glauben, ist Selbstmord durch Folterung.
Allerdings ist er ja ehrlich genug. Sie wollen es innerbetrieblich regeln. Damit nichts nach außen dringt. Es mag ja ein paar Leute geben, die daran gut verdienen werden, weil sie etwas wissen. Allerdings nützt das der Gesellschaft nichts, die den Henkel und Thumanns ja völlig egal ist. Die braucht nämlich Aufklärung durch die Justiz, nicht ein innerbetriebliches Gemauschel. Nicht das die deutsche Justiz jemals einen kriminellen Manager bestraft hätte, aber es könnte ja irgendwann mal sein, das sie nicht mehr anders können. Aus Angst vor dem Volk. Das möchte Thumann verhindern.
Er will verschleiern, betrügen und unter den Tisch kehren. Typisch BDI eben. Dann sitzen sie danach bei Frau Will, dem Plasdingsbums, der Maybrit Überflüssig und all den anderen Sprachrohren des neoliberalen Drecks und regen sich über die Alleinerziehende auf, die vielleicht noch 20 Minuten Zeit übrig hätte um einem Herrn von der Elite doch sexuell gefällig zu sein, anstatt Hartz IV zu beziehen.
Neoliberalismus bedeutet Verantwortungslosigkeit und Rechtsbeugung. Wir müssen das Krebsgeschwür des Neoliberalismus aus unserer Gesellschaft entfernen wenn wir leben wollen. Denn in einem Punkt hat Herr Thumann recht. Es ist nicht die deutsche Wirtschaft die so handelt. Es sind nur seine Truppen. Die zehn Prozent der Deutschen, die allen anderen nichts gönnen, die durch Betrug und Bespitzelung raffen was sie können, nur um es schnell wieder zu verspekulieren, weil ja ständig neues kommt.
Neoliberalismus in all seinen Formen ist schlimmster Abschaum. Kriminell bis ins Mark.
PS: Riebseder hat Krebs im Endstadium. Es war ein abgekartetes Spiel in zwei Wochen hätte er eh aufhören müssen. So bekommen seine Frau und die Kinder noch 10.000 Euro zusätzlich. Billig für ein Exempel des Betriebes. Das wird nie wieder jemand versuchen.



















