Es gibt Dinge die man in seinem Berufsleben besser nicht aufzuweisen hat. Längere Arbeitslosigkeit wird von vielen dummen Personalchefs immer noch als persönliches Versagen empfunden, bei dem die Gründe nicht interessieren. Seltsamerweise sind es die gleichen Personalchefs, die Zeitarbeit negativ betrachten. In Deutschland geht eben nur der zu einer Zeitarbeitsbude der nicht vermittelbar ist und für billiges Geld alles tun muss.
Das ist ja auch deutsche Realität. Zeitarbeit ist in den meisten Fällen Sklavenarbeit zu miesesten Löhnen und Arbeitsbedingungen. Sie rangiert gesellschaftlich auf dem gleichen Niveau, wie jene armen Schweine die ihre Arbeitskraft jeden Tag neu bei den Vermittlungstellen der Arbeitsämter für Tagesarbeit anbieten müssen, oder jenen noch ärmeren Migranten, die an bestimmten und gut bekannten Stellen in den Städten stehen und darauf warten illegal beschäftigt zu werden. Sie gehört von der sicheren Seite der Gesellschaft aus betrachtet zur Prostitution.
Das ist übrigens auch so gewollt. Die Menschen die hart arbeiten sollen sich ja nicht gut fühlen, sondern die ständige Angst und den Abstieg empfinden. Nur dann sind sie wehrlos und lassen sich alles gefallen. Es ist das was die neoliberalen Wirtschaftsfaschisten und ihre Helfer in allen Medien wollten. Die Bevölkerung in möglichst kleine wehrlose Gruppen zu teilen um sie dann leichter ausbeuten zu können.
Es mag ja gute Gründe für Zeitarbeit geben. Es gab auch gute Gründe für jedes andere Verbrechen. Auch wenn die Süddeutsche mal wieder ihrem neoliberalen Propagandaauftrag nachkommt und von einer Erfolgsgeschichte aus der Zeitarbeit berichtet, damit andere sich verführen lassen, klingt selbst in der Propaganda der Zweifel durch:
Teufelszeug Zeitarbeit
Gabriele Altmann hat schon umfangreiche Erfahrungen in der Branche gesammelt. In ihrem Lebenslauf stehen mehrere Stationen bei Zeitarbeitsfirmen. Mit Unterbrechungen kommt sie auf etwa 13 Jahre. Dabei hat sie auch bei Branchenriesen wie Randstad und Manpower in Hannover und Frankfurt gearbeitet. Doch immer wieder wurde sie von einem Entleihunternehmen zum nächsten weitergereicht. Eine Übernahme kam für ihre Chefs meist nicht in Frage.
Das dürfte auch daran liegen, dass die meisten Zeitarbeitsfirmen eine Übernahmeprovision von bis zu drei Monatsgehältern von ihren Kunden verlangen. Ein Grund, warum für viele Gewerkschafter Zeitarbeit immer noch Teufelszeug ist.
"Die Zeitarbeitsunternehmen haben doch am Ende gar kein Interesse daran, den Mitarbeiter zu verlieren. Sie wollen ihn weiter verleihen und an ihm verdienen", sagt Reinhard Dombre, Leiter der Abteilung Tarifpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Die gesetzliche Höchstdauer für Leiharbeit von zuletzt 24 Monaten ist weggefallen.
Dabei akzeptiert auch Dombre, dass Zeitarbeit in einem gewissen Umfang sinnvoll ist: um flexibel Mitarbeiter einzusetzen, wenn der Krankenstand hoch ist oder wenn sich im Unternehmen die Aufträge stapeln. "Dafür würde aber ein Zeitarbeitsanteil von zehn Prozent am Gesamtpersonalbestand ausreichen. In einigen Betrieben ist es schon ein Drittel der Belegschaft. Da unterstelle ich, dass Zeitarbeit auch dazu genutzt wird, um die Löhne zu drücken."
Da mag ihm auch Zeitarbeits-Unternehmerin Voß nicht widersprechen. "Ein Zeitarbeitsanteil von 20 Prozent oder mehr ist ungerecht", sagt sie. Voß geht es aber bei ihrem Unternehmen um etwas ganz anderes: "Zeitarbeit ist ein Mittel der Personalauswahl und -flexibilisierung. Wir machen es erst möglich, dass Geringqualifizierte beschäftigt werden."
Die Auswüchse von Zeitarbeit sind auch BZA-Vorstandsmitglied Sebastian Lazay ein Dorn im Auge. "Zeitarbeit sollte als flexibles Instrument der Personalpolitik eingesetzt werden, nicht um Löhne zu drücken", sagt er.
Damit ist eigentlich alles über Zeitarbeit gesagt, was man sagen muss. Die Gewerkschaften weinen gerade so viel wie sie unbedingt müssen, finden aber 10 Prozent Zeitarbeit toll. Das es dann dreißig und irgendwann 75 Prozent sind werden sie auch toll finden, solange ihre Funktionäre ihr Geld bekommen. Wahrscheinlich werden sie sich mit den Arbeitgebern auf eine Zwangsabgabe aller Arbeitnehmer zugunsten der Gewerkschaftsbosse einigen. Kein Problem.
Das die Zeitarbeitsfirmen mit Zeitarbeit kein Problem haben ist klar. Ich kenne auch keinen Zuhälter der gegen Zwangsprostitution oder gar die Prostitution an sich wäre. Auch Bankräuber finden Bankraub grundsätzlich in Ordnung, vor allem aber in ihrer besonderen Situation.
Drei Monatslöhne Ablösung ist auch nicht schlecht. Das sagt etwas darüber aus wie Arbeitnehmer heute insgesamt gesehen werden. Das unsere vergammelte Politik alle Grenzen gegen Ausbeutung herausgenommen hat ist klar. Demnächst bringt der Arbeitsminister Scholz ja ganz unverfroren die Arbeitsgesetze von Mohn/Bertelsmann ins Parlament ein. Vielleicht ist er wenigstens so ehrlich und trägt die dem versammelten Haufen von Versagern in Nürnberg vor.
Deutschland ist ein Land in dem der raubtierkapitalistische Neoliberalismus keine Grenzen kennt. Deshalb ist hier auch eine sinnvolle Leiharbeit nicht möglich. Da wo weder Politik noch Wirtschaft Verantwortung kennen, sind solche Lösungen nicht möglich. Dies ist Deutschland, hier geht gar nichts mehr ohne das es eine Katastrophe wird.























Die Praxis der Zeitarbeit zeigt einmal mehr, dass der sog. "Arbeitsmarkt" (noch so ein Euphemismus... es müsste "Arbeitskräftemarkt" heißen... denn nicht Arbeit wird verkauft, sondern Arbeitskraft!) ganz und gar nicht marktwirtschaftlichen Prinzipien gehorcht, und das ewige Geschwätz vom "freiem Markt" ad absurdum führt.
Soviel ich weiß, sind die Zeitarbeiter fürs Unternehmen (bezogen auf die Zeiteinheit) auch nicht preiswerter als FESTE, denn das, was der Arbeitnehmer bekommt, ist ja nicht alles. Auch das ZA-Unternehmen kriegt seinen nicht unerheblichen Anteil. Und doch ist es für Unternehmen günstiger, selbst wenn sie für Zeitarbeiter MEHR bezahlen, denn man wird den Arbeitnehmer auch wieder los ohne das Risiko der Kündigungsschutzklage etc.
Ich finde es legitim, Arbeitskräfte nur phasenweise zu beschäftigen und je nach Marktlage wieder entlassen zu wollen.
Die Absicherung sollte auf ANDERE ART erfolgen, nämlich über ein soziales Netz, das den Namen verdient und Arbeitslose nicht diskriminiert, sondern als Helden der Flexibilität feiert.
Das ist Fakt! Da gibt auch nix zu diskutieren! Um auf der sicheren Seite zu sein, hat der Bundesverband Zeitarbeit ja sogar die Aufnahme in den Entsendeantrag beantragt, wobei dann der Mindestlohn in der Zeitarbeit auf 7,31 Euro brutto die Stunde festgesetzt würde, was der CDU immer noch zuviel ist, und gewissen charistlichen Zeitarbeitsfirmen auch. D.h., damit würden Zeitarbeiter (nur ein anderes Wort für Leiharbeiter) im Zweifelsfall für 7,31 auch bei Firmen arbeiten dürfen, bei der vergleichbare Tätigkeiten der Festangestellten bei 12, 15 oder 18 Euro liegen. Und Olaf Scholz findet das gut. Klasse SPD, ehrlich.
Man hat gar keine Zeit die CDU/CSU zu kritisieren, weil die SPD nur Mist baut.
Neofeudalismus!
Herrschen möchte der Geldadel.