Als ich ziemlich provokant im Februar dieses Jahres die Frage stellte: "Wollen Sie Braunschweig noch mal sehen?" sah ich sie zwar als langfristig berechtigt an, war mir aber nicht darüber im klaren das es so schnell gehen würde:
Radioaktiv belastete Lauge im Endlager Asse
In das umstrittene Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel in Niedersachsen läuft nach Angaben von Atomgegnern radioaktive Lauge. Der Betreiber habe erstmals zugegeben, dass in 750 Metern Tiefe, wo große Mengen Atommüll lagern, mit Cäsium-137 radioaktiv belastete Flüssigkeit nachgewiesen worden sei, hieß es am Dienstag in Hannover.
Die Konzentration sei gering, die Ursache unklar. Da Cäsium-137 in der Natur nicht vorkomme, sei der Stoff "zweifelsfrei der technischen Kernspaltung zuzuordnen", sagte Udo Dettmann vom Asse-II-Koordinationskreis. Eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover sagte, es handele sich nur um eine geringfügige Belastung, die überdies seit Jahren bekannt sei. Heinz-Jörg Haury vom Helmholtz-Zentrum in München, das die Anlage betreibt, sagte: "Dadurch wird niemand gefährdet."
Wir halten das jetzt mal ganz in Ruhe und ordentlich fest. Die Dödel von der Schwäbischen Zeitung Online schreiben von Atomgegnern die irgendetwas behaupten, obwohl sie in ihrem eigenen Artikel zugeben müssen, dass sowohl das zuständige Umweltministerium als auch der windige Betreiber, zugeben dass dort Cäsium-137 an Flüssigkeit gebunden austritt.
Flüssigkeit ist meist Wasser. Ich habe es gerade noch mal als Scherz am morgen, mit meinen drei kleinen Kindern ausprobiert die das notfalls bezeugen werden. Wenn wir zwei Eierbecher Salz in ein Glas schütten und dann zwei Eierbecher Wasser darauf kippen, löst sich das Salz auf. Durch rühren lässt sich der Prozess beschleunigen. Im sogenannten sicheren Endlager Asse II wird keiner rühren, aber der stete Tropfen höhlt das Salz. Da sind ja auch hoffentlich keine ungeduldigen Kinder dabei.
Die Fässer rosten durch und das sie dort einfach hineingeworfen wurden, anstatt es anständig stapeln, dürften einige schon kaputt sein und der Inhalt wie die Fässer löst sich in dem Salzwasser auf. Sie wollten sie nie wieder herausholen, sie wollten auch nichts testen, sei wollten sie nur verschwinden lassen, egal was mit den Menschen passiert, ging es nur um die Gier nach Profit. Das ist wahrscheinlich auch nach unseren Gesetzen ein Verbrechen, aber da wird nie ein Staatsanwalt ermitteln. Ein Feuer im Garten bei dem Laub verbrennt, ist zwar auch unnötig, holt aber mindestens zwei mutige Staatsanwälte aus den Löchern hervor, in die sie sich sonst feige verkriechen wenn es um die Reichen und Mächtigen geht.
Alles natürlich völlig ungefährlich. Nur etwas mehr als 125.000 Fässer, 102 t Uran, 87 t Thorium und nur 11,6 kg Plutonium. Nicht der Rede wert. Wer braucht schon Braunschweiger, Hanoveraner oder Bremer. Bis das Plutionium bei denen ist, haben wir vielleicht schon gute Krebsmittel und wenn nicht. Egal. Es geht um höhere Werte. Es geht um Profit.
Für die Sprecherin des Umweltministerium ist das eine geringfügige Belastung die übrigens seit Jahren bekannt ist. Mit anderen Worten der verantwortungsvolle Ministerpräsident Wulff will nicht etwa deshalb nach Berlin und in den Bundestag, weil er Karriere machen möchte, der hat einfach nur die Hosen gestrichen voll. Was passiert wenn die ersten Menschen an dem Dreck sterben.
Mutig war der Wulff ja noch nie. Unternehmen kann er nichts, weil dass Geld kosten würde, das er seinen neoliberalen Freunden versprochen hat und weil er Atomenergie ja für sicher erklären muss, damit noch mehr Menschen vergiftet werden können. Ja so sind christliche deutsche Politiker. Wer brauchst schon Niedersachsen? Wer braucht schon Braunschweiger, Hanoveraner oder Bremer. Hauptsache Wulff kann sich aus der Verantwortung stehlen. Waren da nicht auch mal Gabriel und Schröder zuständig?
Noch besser gefällt mir allerdings Heinz-Jörg Haury vom Helmholtz-Zentrum in München, das die Anlage betreibt:
Dadurch wird niemand gefährdet.
Natürlich nicht. Im Helmholtz-Zentrum in München wird dadurch niemand gefährdet. Der Mann hat recht. Deshalb sind die Bayern ja auch immer für Atomkraftwerke, wenn sie den anderen die Kosten für die Endlagerung und alle Gefahren aufdrücken können. Das ist wie mit bayrischem Gammelfleisch. Das fressen die auch nicht selber.
Dadurch wird niemand gefährdet. Wahrscheinlich wird er uns übermorgen erklären das dadurch im Moment niemand gefährdet wird. Also nicht in den nächsten drei Tagen. Es sei denn wir schütten ihm einen Liter von dem Zeug in seinem Bauch, damit er die positive Erfahrung sammeln kann, wie ungefährlich das ist. Das ist es sogar, für die nächsten drei Wochen, aber dann frisst der Krebs ihn auf. Das wäre eine gute Erfahrung, für all die netten Menschen die uns immer erzählen wie ungefährlich das alles ist.
Die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. meldet:
Udo Dettmann vom ASSE-II-Koordinationskreis und selbst Bürgermitglied im Umweltausschuß des Landkreis Wolfenbüttel:
Auf der gestrigen Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages Wolfenbüttel wurde erneut die "Zusammenfassende Darstellung der Laugensituation Asse, Stand 29.2.1008" behandelt.
In diesem Bericht des Helmholtzzentrums Münschen (HZM) wird dargestellt, das täglich 220 Liter Lauge auf der 750-m-Sohle in der Südflanke aufgefangen werden. In 10 der 12 Abbaukammern in diesem Bereich wurden radioaktive Abfälle eingelagert, ein Großteil dieser Kammern ist heute nicht mehr zugänglich.
Weiter heißt es im Bericht des HZM, die "auf der 750-m-Sohle aufgefangene Lauge wird regelmäßig auf radioaktive Kontamination kontrolliert". Erst auf Nachfrage es Landkreises wurde mitgeteilt, dass diese Lauge mit "Cs-137 mit einer Aktivierungskonzentration, die im
Bereich der Umweltradioaktivität liegt" belastet ist. Auch heute noch hält das HZM so gut wie alle Informationen zurück, gibt nur auf Nachfrage Informationen heraus.
Cs-137 ist ein künstliches Isotop aus der Kernspaltung. Allgemein bekannt wurde es nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986, wurde aber auch schon früher durch oberirdische Atombombenteste freigesetzt.
Wie kommt Cs-137 in die Lauge auf der 750-m-Sohle? Es sind zwei Varianten vorstellbar:
1.
die Lauge steht im Kontakt mit dem auf eingelagerten Atommüll
2.
das Cs-137 wird vom Deckgebirge mit in das Atommülllager eingebracht.
Zu 1): Der Betreiber versichert, das die eindringende Lauge noch keinen Kontakt zu den Atommüll-Fässern hat und der Müll noch nicht aufgelöst oder angelöst worden ist.
Zu 2): Da Cs-137 erst seit den 50er und 60er Jahren in der Umwelt vorkommt, muss die Lauge, die heute in das Bergwerk fließt, zu diesem Zeitpunkt an der Erdoberfläche/Biosphäre gewesen sein. Die Halbwertzeit von Cs-137 beträgt 30 Jahre. Der letzte große Eintrag von CS-137 in die Bisophäre in unserer Region geschah 1986 durch Tschernobyl. Da die Konzentration im Rahmen der Umweltaktivität liegt, kann davon ausgegangen werden, das die heute einfließende Lauge 1986 noch Oberflächenwasser war, der Zerfall von den Atombombentests ist schon weiter fortgeschritten.
Welche dieser beiden Varianten als "sicherer" zu betrachten ist, mag ich nicht beurteilen. Die eine, dass die Gebinde mit dem Atommüll sich schon heute auflösen und Radioaktivität ausgewaschen wird, oder das Oberflächenwasser binnen 20 Jahren sich bis zum Atommüll vorgearbeitet hat. Das zweite bedeutet auch, das das Errichten von Strömungsbarrieren und der Schachtverschlüsse lediglich kosmetischen Wert hat. Im Grubengebäude sollen die Flüsse der kontaminierten Lauge verlangsamt und gelenkt werden, für einen Zeitraum über tausende von Jahren - der Transportpfad zwischen Grubengebäude und Deckgebirge bis in die Biosphäre / unsere Umwelt benötigt aber nur wenige Jahrzehnte - dieses zeigt das Cs-137 hier ganz deutlich.
Machen wir es uns ganz einfach und glauben an einen Eintrag aus der Umwelt, sagen wir 1986 durch Tschernobyl. Diese Lauge ist heute auf der 750-m-Sohle. Das würde, wenn wir von Umweltkonzentration reden, bedeuten das nichts, aber auch gar nichts vom Cäsium-137 im Salz eingelagert wurde sondern alles durchrauschte. Jeder der mal in den Schnee gepinkelt hat, weiß, das selbst Schnee als Filter wirkt. Salz würde dies in einem weit größeren Ausmaß machen. Deshalb finden wir ja auch die vielen Einlagerungen im Salz, die bei Salzlampen zu so tollen Farben führen.
Wenn das Wassser so schnell fließt, das es nichts einlagert haben wir einen Bach, oder kleinen Fluss, aber dann stimmt die Menge von täglich 220 Litern nicht. 220 Liter könnte das Wasser sein, was noch im Salz enthalten ist, und ein paar Fässer sind leider kaputt und kontaminieren dieses Wasser. Im schlimmsten Fall sind viel mehr Fässer kaputt und Oberflächenwasser wie auch Wasser aus dem Salz rauschen an anderer Stelle durch den Salzstock und die Herrschaften messen einfach an der verkehrten Stelle.
Die Art wie dieses Helmholtzzentrum aus München mit der Gefahr für die Gesundheit von Millionen Nichtbayern umgeht, lässt vermuten, das sie überhaupt keine Ahnung haben. Denen geht es nur darum alles zu verschließen und die Verantwortung, wie auch die Kosten loszuwerden. In einer vernünftigen Welt, hätte man dieser traurigen Schar von Laiendarstellern nicht einmal die Verwaltung einer Nachtschüssel anvertraut, aus Angst das sie auf der Treppe damit fallen und der Dreck im Flur liegt. Aber wir leben nicht in einer vernünftigen Welt.
"wissen für die welt von morgen" titelt dieses Münchner Helmholtzzentrum auf seiner Website, und bietet statt minimaler Verantwortlichkeit für die Gegenwart, ein buntes Sammelsurium von Themen, von denen sie vermutlich auch keine Ahnung haben, mit denen sich aber gut öffentliche Mittel aus den Taschen der deutschen, vorzugsweise nichtbayrischen Steuerzahler ziehen lassen. Wissenschaft genau wie sie nicht sein sollte.
Ich würde versuchen nicht in die Gegend um Asse zu ziehen. Das was zu Anfang vielleicht ein wenig Übertreibung war wird jetzt ernst. Man sollte sich die Gegend schnell noch mal ansehen bevor man sie für ein paar hunderttausend Jahre nicht mehr betreten kann. Die werden das Bergwerk fluten, damit niemand ihre Fehler mehr nachweisen kann.
Wenn sie vor einer Sache Angst haben dann davor, dass ihre Verantwortungslosigkeit und ihre Rücksichtslosigkeit ruchbar wird. Wer in Deutschland heute noch Atomkraft will, der soll bitte in der Nähe von Asse II wohnen und sein Trinkwasser aus einem der Brunnen dort beziehen. Aber da wird sich keiner finden. Die Herren wollen leben, die lassen nur die Niedersachsen sterben.























40 km entfernt... - mir ist schlecht!