Guillaume de Posch schmeißt zum 31.12 dieses Jahres überraschend die Brocken bei Pro Sieben Sat 1 hin:
Der Leiter des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1, Guillaume de Posch, räumt überraschend seinen Posten. De Posch scheide nach vier Jahren an der Spitze des Unternehmens auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember 2008 aus, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.
Zu den Gründen wurden zunächst keine näheren Angaben gemacht. De Posch selbst begründete seinen Schritt in der Mitteilung damit, nach der Übernahme der skandinavischen Senderkette SBS eine neue Herausforderung suchen zu wollen. ProSiebenSat.1 stehe auf einer soliden Basis.
Ja, sicher die Spitze eines Fahnenmastes, die zudem noch angespitzt und eingeseift wurde kann eine sichere Basis sein. Für Vögel, weil die bei einem Irrtum immer noch weiterfliegen können. Guillaume de Posch kann aber nicht fliegen und hat gerade gespürt wie sich jene Spitze in seinen Hintern rammte:
Pro Siebens Dividende empört Kleinaktionäre
Die Kleinaktionäre haben Management und Investoren von Pro Sieben Sat 1 wegen der hohen Verschuldung der TV-Sendergruppe scharf kritisiert. Sie warfen den Großaktionären, den US-Finanzinvestoren Permira und KKR, auf der Hauptversammlung am Dienstag vor, den Münchner Konzern auszuplündern.
..
Mit der Ausschüttung einer gewaltigen Dividende trotz katastrophaler Geschäftszahlen und Rekordschulden seien die Finanzinvestoren Permira und KKR davor, ihre Melkkuh zu schlachten.
Auch der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Klaus Schneider, zeigte sich empört. Die Bilanz sei ein reiner „Schönwetterabschluss“, die Dividende übersteige den Jahresgewinn und sei maßlos. Die Geschäftseinbrüche im laufenden Jahr seien massiv. Die Folge sei ein „hausgemachtes Kursdesaster“, sagte Schneider. Angesichts immer neuer Sparrunden bei einem schon ziemlich ausgequetschten Unternehmen bezweifle er, dass Pro Sieben Sat 1 die angestrebte Führungsposition in Europa erreichen könne.
..
KKR und Permira hätten ihre europäische Sendergruppe SBS zu einem „grenzwertig teuren“ Preis an Pro Sieben Sat 1 verkauft und den Konzern „bis über den Kopf verschuldet“. „Die aufgebürdete Verschuldung ist so hoch, dass man als freier Aktionär nur beunruhigt sein kann.“
Der scheidende Finanzchef Lothar Lanz verteidigte die SBS-Übernahme als „strategisch und wirtschaftlich ein sehr guten Kauf“. Allerdings musste er einräumen, dass der Schuldenberg innerhalb eines Jahres von 90 Mill. Euro auf 3,4 Mrd. Euro gestiegen ist. Trotzdem will der Konzern 270 Mill. Euro Dividende zahlen - mehr als der gesamte Jahresgewinn von 249 Mill. Euro. Vorstandschef Guillaume de Posch verteidigte das ungewöhnliche Vorgehen: „Pro Sieben Sat 1 ist ein kerngesundes Unternehmen.“ Der neue Sparplan mit einem Volumen von 70 Mill. Euro werde nicht zu Lasten des Programms gehen.
Ein Vorstandsvorsitzender der sich auf solche Geschäfte einlässt, wird wohl keine andere Wahl gehabt haben. Es ist logisch, das er so schnell wie möglich geht, um nicht die Verantwortung übernehmen zu müssen. Wahrscheinlich wird er von Permira und KKR auch einen sehr, sehr golden Handschlag bekommen, schließlich hat er ihnen mal eben schnell 3,4 Milliarden zugeschustert für etwas das weniger als eine halbe Milliarde wert ist.
Es ist nicht weiter wichtig, da es egal ist ob Pro Sieben Sat 1 lebt oder stirbt. Das Programm ist egal und für N24 wird sich jemand finden, der den Zweig übernimmt. Tatsächlich aber kommt es in Mode deutsche Unternehmen auf diese Art und Weise auszunehmen. Wir verlieren mit großer Geschwindigkeit durch solche Geschichten Substanz und es ist mehr als fraglich ob diese Substanzverluste ausreichen um Unternehmen wie Permira und KKR mehr als nur kurzfirstig zu retten.
Den so wie deren Anteil an Pro Sieben Sat 1 heute bestenfalls noch einen Wert von einer tief dunkelroten Null aufweist, geht es ihnen ja auch bei Hugo Boss. Die Heuschrecken können heute nicht mehr einfach weiterfliegen, weil es keine neuen Nahrungsgebiete mehr gibt und ihnen der Treibstoff fehlt, aber sie können auch nicht mehr irgendwo ein Loch aufreißen um ein anderes zu stopfen.
Schon lange ähnelt die innere Struktur dieser Heuschrecken nicht mehr tragfähigem Gewebe sondern eher ungepflegten und zerrissenen Fischernetzen. Man hört leise das Totenglöckchen, Leute mit sehr guten Ohren berichten sogar davon, das es langsam aber sicher im lauter läutet und dabei wachst, bis niemand mehr den Ton überhören kann.
Guillaume de Posch könnte es gerade noch rechtzeitig schaffen den Staub von seinen Füßen zu schütteln, bevor die ganze große Glocke die Not der sterbenden Heuschrecken in die Welt hinaus tönt.




















Von 90 Millionen € Schulden auf 3400 Million in einem einzigen Jahr! Das ist fast das 38-fache!
Als ob es nicht absurd genug wäre, dass ein Unternehmen eine höhere Dividende ausschüttet, als es überhaupt an Gewinn erwirtschaftet hat, das dann auch noch in einer solchen Lage zu tun, das kann keine Dummheit mehr sein, nur noch Absicht.