Es ist wieder einmal so weit, die Kernel-Entwickler versammeln sich und wehklagen:
In einem Statement auf der Website der Linux Foundation sprechen sich über 140 Kernel-Entwickler gegen proprietäre Treiber unter Linux aus. Sie appellieren an die Hardware-Hersteller, ihre Linux-Kunden mit quelloffenem Kernel-Code zu unterstützen.
..
Die Gruppe, darunter viele in Linux-Kreisen bekannte Namen wie Greg Kroah-Hartman, Alan Cox, Andrew Morton, James Bottomley, Adrian Bunk, Arjan van de Ven und Ingo Molnar, hält Closed-Source-Treiber, die zur Laufzeit vom Kernel geladen werden, für unerwünscht und schädlich.
..
Closed-Source-Treiber würden den Anwendern genau die Freiheiten und Vorteile nehmen, die Linux als Open Source bietet.
Vermutlich liegt es an meinem Alter, aber diese Diskussion ist fast so alt wie die Diskussion zwischen Linus Torvalds und Andrew S. Tanenbaum. Es ist längst alles gesagt, was es zu sagen gibt. Die Argumente beider Seiten haben ihre guten Gründe und ich selbst tendiere eher zur reinen Lehre nutze aber natürlich wie alle eine Mischform.
Nachdem Nokia Trolltech übernommen hat muss ich davon ausgehen das auch KDE und QT nicht mehr lange frei sind und Richard Stallman recht behalten wird. Aber natürlich ist das alles praktisch folgenlos. Wir kaufen die Hardware die auf dem Markt ist und sind, mich persönlich eingeschlossen, nicht bereit auch nur ein paar Cent mehr dafür auszugeben um die Hardware zu kaufen, die ohne proprietäre Treiber läuft.
Wenn ich dann wirklich vor dem Neukauf mal in die eher berüchtigten als berühmten Listen schaue in denen lauffähige Hardware erwähnt wird, dann wird die von keinem Händler in meinem Umfeld mehr angeboten. Steinzeit. Kennt der Verkäufer gar nicht mehr und auch die Händler im Netz haben das vor 8 Monaten das letzte Mal verkauft.
Selbst wenn ich etwas finde, hat der Hersteller wie Logitech mal eben wieder die Technik in seiner Scheiß-Webcamera geändert, so das sie nun doch nicht funktioniert, oder erst nach Monaten mit viel Trickserei. Bei der augenblicklichen Lage ist der Verzicht auf proprietäre Treiber einfach nicht machbar, obwohl er richtig wäre.
Wir bekommen das Problem so einfach nicht in den Griff. Also gibt es nur eine Sache die wirklich machen könnten. Wir müssen bestimmte Hersteller einfach boykottieren. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und soll seinen Dreck behalten. Wir brauchen eine Positivliste. Wir brauchen Testteams die in aller Selbstverständlichkeit von Herstellern mit neuen Produkten auch aus der laufenden Entwicklung versorgt werden um frühzeitig zu testen. Unnötig zu sagen das diese Leute schweigen müssen gegenüber den Mitbewerbern.
Aus solchen Umfangreichen Tests können dann die Bewertungen kommen und dann liegt es an jedem selbst diese Hardware zu kaufen. Auch wenn sie etwas mehr kostet, als irgendein Aldi-Dreck. Dazu gehört natürlich auch, das man Fragen zu proprietärer Hardware einfach nicht mehr beantwortet, keine Sekunde Entwicklungsarbeit in sie steckt und die entsprechenden Hersteller brandmarkt.
Die Macht von Microsoft beruht ja tatsächlich darauf das sie natürlich bewusst in Hardwareentwicklung eingreifen um anderen Betriebssytemen das Leben schwer zu machen, was natürlich nicht beweisbar aber oft ablesbar und auch verständlich ist.
Erklärungen und Betteleien nützen nichts. Entweder wir handeln oder wir akzeptieren die Situation.























Naja, das würde ich schon machen.
Mich ärgert mehr das Problem unfreier Formate, z.B. ist es immer noch relativ schwierig, MP3-Player zu kriegen, die auch OGG spielen können. Dann dieses ganze PDF- und Flash-Gedöhns, das sich im Netz ausbreitet wie die Pest und zu dem es keine freien Alternativen gibt.
Linuxprogramme können ja viel, aber wir hatten immer Mühe, Dokumente zum Bearbeiten rundschicken zu können (einer mit Windows, einer mit Mac, einer mit Linux). Bei irgendwem ging dann immer nichts mehr, es folgten aberwitzige Konvertierorgien ... Meine Güte, dieser Quatsch stiehlt einem dermaßen Zeit und Lust, da würde ich mich wirklich freuen, wenn die Konzerne mal aufhören könnten, ihre Drecksformate rauszuschleudern, und statt dessen an freien Alternativen mitwerkeln würden.
Aber selbst wenn sie's verkünden, versuchen sie noch, Extrawürste zu braten, wie MS mit seinem "offenen" Dokumentformat. Völlig verpennt, die Brüder, die arbeiten immer noch mit Strategien, die eigentlich längst überholt sind.
Wir Anwender sind es. Also ich selbst. Das macht es ja gerade so schwer. Ich auch ein Word hier laufen um mit mehreren Leuten an Büchern arbeiten zu können, in einem virtual Windoofs. Bin ich nicht herrlich inkonsequent.
Aber die Hardware ist ja noch nicht mal das Riesenproblem. Viel schwieriger ist es die Leute auf freie Software umzustimmen. Wenn ich meinen Freunden ein OpenOffice.org-Dokument schicke, beschweren die sich immer, dass sie es nicht öffnen können. Also konvertiere ich entweder nach PDF (und damit kann man es nicht mehr bearbeiten) oder speichere es als Word-Dokument. Dämlich, aber so ist die Menschheit wohl.