Es ist schon fast eine Gesundheitswoche auf diesem Blog. Dabei gibt es dafür überhaupt keinen Grund. Der Blog bildet nur die Nachrichtenlage ab. Aber noch einmal für meine Freunde. Meine gesundheitliche Situation hat sich nicht verschlechtert. Es ist alles so wie es bei einem alten Mann ist. Eigentlich sogar besser.
Die Nachricht aus den USA verwundert nicht, werden die Amerikaner doch immer mächtiger. Leider nicht politisch oder wirtschaftlich sondern an Körperumfang und Gewicht:
The number of Americans with diabetes has grown to about 24 million people, or roughly 8 percent of the U.S. population, the government said Tuesday.
A report by the Centers for Disease Control and Prevention, based on data from 2007, said the number represents an increase of about 3 million over two years. The CDC estimates another 57 million people have blood sugar abnormalities called pre-diabetes, which puts people at increased risk for the disease.
The percentage of people unaware that they have diabetes fell from 30 percent to 25 percent, according to the study.
Dr. Ann Albright, director of the CDC Division of Diabetes Translation, said the report has "both good news and bad news."
"It is concerning to know that we have more people developing diabetes, and these data are a reminder of the importance of increasing awareness of this condition, especially among people who are at high risk," Albright said in a statement.
"On the other hand, it is good to see that more people are aware that they have diabetes."
Natürlich ist es gut, das bei mehr Leuten Diabetes erkannt wird und dementsprechend weniger Leute mit einer unerkannten Diabetes in Folgekrankheiten kommen. Andererseits haben wir eine Diabetesbehandlung die uns einfach irgendwie nicht weiter bringt.
Natürlich können wir viele Folgeerkrankungen durch die Gabe von Insulin in unterschiedlichen Formen verhindern, andererseits habe ich das Gefühl das die Diabetskranken und da schließe ich mich ausdrücklich mit ein, immer schneller lernen, falsch mit ihrer Krankheit umzugehen. Es ist relativ einfach das eigene Fehlverhalten mit Insulin auszugleichen. Jeder der des Lesens und der Grundrechenarten mächtig ist, ist dazu in der Lage.
Das hat zur Folge das wir uns selbst betrügen. Wir leben nicht nach unserer Erkrankung sondern regeln diese, oder besser ihre momentanen Folgen einfach weg. Die typische Gewichtszunahme die immer schlimmer wird, je länger und lockerer man mit dem Insulin umgehen kann, ist ein deutliches Signal, das eine Entwicklung sich beschleunigt.
Wir sind heute in der Lage die Alltagstauglichkeit trotz Fehlernährung und mangelnder Bewegung weitgehend aufrecht zu erhalten. "Eine halbe Sahnetorte. Kein Problem, die spritze ich mir weg.". Daraus entsteht sehr schnell ein System aus Lügen gegen sich selbst, bis zu Schluss nichts mehr unmöglich erscheint. Von 112 auf 139,5 Kg sind da eine leichte Übung. Nach oben gibt es kaum Grenzen.
Natürlich bricht dieses Kartenhaus irgendwann zusammen. Das geht um so schneller je weniger Bewegung es gibt. Die Insulintherapie führt zu einem Wohlgefühl und erlaubt den Selbstbetrug, der nicht nur den ständigen Verstoß gegen die Ernährungsregeln unsanktioniert lässt, sondern auch fast vollständige Bewegungslosigkeit erlaubt.
Eine Entwicklung der sich so leicht nachgeben lässt und die so folgenlos scheint, es aber natürlich nicht ist. Nein, das soll kein Plädoyer gegen Insulin sein. Im Gegenteil, das können nur die wenigsten durchhalten und die müssen schon sehr geschickt sein. Es geht mir um etwas anderes.
Wir haben in Deutschland eine Pflichtberatung / Diabetikerschulung die auch dazu führt, dass die Leute sich eine Zeitlang bewusster verhalten. Danach ist es aber wie mit der Geliebten, die man geheiratet hat. Sie ist da, aber der Neuigkeitswert lässt nach, genau wie die Aufmerksamkeit. Ein schleichender Prozess, der sich an Scheidungen ablesen lässt. Die Scheidung von der Diabetes erfolgt meist auf Friedhöfen nach einer oft noch langen und schweren Krankheit, die zudem noch viel Geld kostet.
Der Mensch sollte ein vernünftiges Lebewesen sein, aber selbst die, die sich selbst für ziemlich schlau halten, fallen in die gleichen Fallen wie die Dummen oder besser sie fallen schneller und tiefer, weil sie zu schlau sind.
Da helfen auch all die netten, nützlichen und wohlgemeinten Briefchen der Krankenkassen nichts. Wir brauchen einen Art TÜV für Diabetiker, aber wahrscheinlich auch für andere Dauererkrankungen. Der niedergelassene Arzt kann das heute im Praxisalltag nicht leisten, weil die Zeit und das Geld dafür nicht da ist. Der schafft gerade die Grundversorgung und die Behandlung der Extreme, sofern die extremen Fälle nicht einfach ganz ausweichen.
Es muss also eine Abrechnungsposition für diesen Diabetiker-TÜV geschaffen werden und die Aufgabe muss weg von den Ärzten, hin zu den Leuten, die sonst die Diabetiker-Schulung machen. Eine vernünftige Analyse der aktuellen Situation in einem Einzelgespräch mit einer ausführlichen Aufnahme der aktuellen Daten und einen halben Tag Nachschulung in jedem Jahr, ist etwas das jeder leisten kann, egal wie eng sein Zeitrahmen ist.
Davon verspreche ich mir zum einen bessere Daten über die Entwickung in der Bevölkerung zum Nutzen aller, aber auch für den Einzelnen einen Punkt an dem er oder sie den inneren Schweinehund wirklich anfassen muss. Den Leuten die auch mit diesen Möglichkeiten nicht genügend Eigeninitiative entwickeln könnte mit einer Gesprächsrunde geholfen werden. Wir können es uns einfach nicht leisten, so weiter zu machen wie bisher. Es ist eine Frage der Kosten und der Lebensqualität.






















