Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse die machen einen trotzdem das sie wahr und eigentlich ganz toll sind, nicht so richtig glücklich:
Kein Wunder, dass der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen, Pietro Vernazza, für Verunsicherung sorgte, als er Anfang des Jahres in der Schweizerischen Ärztezeitung einen Artikel mit der Überschrift veröffentlichte: „HIV-infizierte Menschen ohne andere STD (sexuell übertragbare Erkrankungen) sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös.“
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Die Ergebnisse, die Vernazza aus mehreren Studien zieht, sind weder neu, noch richten sie sich vor allem an Homosexuelle. Im Gegenteil: Seit Jahren wird beobachtet, dass die sogenannte Viruslast im Blut und vor allem im Sperma von Aidskranken mit einer wirksamen und konsequenten Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, dass das Übertragungsrisiko gleich null ist. In der Schweiz, in der viel mehr Heterosexuelle HIV-infiziert sind als in Deutschland (2007 waren in der Schweiz von 750 neuen Fällen 345 heterosexuell, 310 homosexuell, in Deutschland waren es von 2752 Neudiagnosen 1543 Homosexuelle und 413 Heterosexuelle), geht es bei serodifferenten Paaren daher besonders um die Erfüllung ihres Kinderwunsches.
Bei einer Studie mit 62 Paaren - der HIV-positive Mann erhielt antiretrovirale Medikamente - kam es zu keiner Infektion. Ausschließen müssen die Ärzte dabei allerdings, dass der Aidspatient unter einer weiteren sexuell übertragbaren Erkrankung leidet, zum Beispiel Syphilis oder Herpes. Sonst kann das Infektionsrisiko schnell um das Zehn- oder sogar Hundertfache steigen.
Vergleichbare Studien mit homosexuellen Paaren gibt es noch nicht.
Das erste was einem dazu einfällt ist "El Condom basta" jene schreckliche Verballhornung von dem alten Inkalied El Condor Pasa. Schluss mit dem Kondom. Wer seine sexuellen Erinnerungen noch aus jenen seeligen Vor-Aids-Zeiten bezieht, der weiß, wieviel Spaß die Gummis gekostet haben, wieviel schlechtes Gewissen sie verursachen wenn man sie heute vergißt.
Dummerweise ist dieser Traum aber immer noch ausgeträumt. Er gilt bestenfalls für Männer die antiretrovirale Medikamente erhalten und auch regelmäßig einnehmen und deren feste Partnerinnen. Männer und Medikamente. Man könnte ein Buch daraus machen. Wenn Männer die Pille nehmen müsste würde die Geburtenrate drastisch steigen. Wer jetzt den Schluss zieht das man mit den dämlichen Kondomen aufhören könnte, gefährdet sich und andere.
Was wir haben ist der Hauch einer Chance für die Zukunft. Wer die sich jetzt verbaut, verbaut sie auch anderen. Lassen wir zunächst einmal die Paare mit Kinderwunsch unter ärztlicher Überwachung der Werte ihre Chance. Alle anderen sollten sich schöne bunte Kondome kaufen und gleichzeitig ihre Politiker in den Hintern treten, damit genügend Geld für eine wachsende Forschung und vor allem für eine Behandlung und Überwachung aller infizierten vorhanden ist. Dann haben wir eine gute Chance, dass unsere Urenkel dieses Problem nicht mehr haben.
Bis dahin ertragen wir ruhig auch die dümmlichste Kondomwerbung. Denn das mieseste Kondom ist immer noch besser als der schönste Tod. Nein das sind nicht die sauren Trauben, es ist die offensichtliche Unerreichbarkeit dieser Trauben.



















