wortallergien
eben habe ich im tagesspiegel einen stark gekürzten AFP-text gelesen. gekürzt und leicht editiert wurde der Text vom tagesspiegel, aber sätze wie dieser liess man drin:
Bildern des israelischen Fernsehens zufolge erschoss sich der Grenzsoldat, als der israelische Präsident Schimon Peres und Ministerpräsident Olmert auf dem Rollfeld Sarkozy und dessen Ehefrau Carla Bruni-Sarkozy zum Abschied die Hände reichen wollten. Niemand wurde verletzt.
niemand wurde verletzt? hat sich der grenzsoldat mit einer schreckschusspistole erschossen? haben israelische militärs endlich eine tötungs-methode gefunden, mit der man menschen töten kann, ohne sie zu verletzten?
---
auszug aus dem mitschnitt der historischen rede von bundeskanzlerin angela merkel zum Beginn der Agenda 2020, gehalten am 7. Oktober 2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, Sie heute abend hier begrüßen zu können im Erich-Honecker-Gedächtnishaus, insbesondere meinen lieben Kollegen Herrn Doktor Wolfgang Schäuble [Applaus] gleich hier vorne in der ersten Reihe, der es sich nicht hat nehmen lassen seine Expertenrunde zum Thema "Schutz der Menschenrechte in einer globalisierten Welt" [Gelächter] mit der chinesischen Regierung für die heutigen Feierlichkeiten zu unterbrechen und direkt mit dem Hubschrauber einzufliegen. (...) Ebenfalls heiße ich Herrn Edmund Stoiber willkommen [Applaus], der erst letzte Woche für seine hervorragenden Verdienste um den deutschen Sozialstaat das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. (...) Unser besonderer Ehrengast ist Herr Gerhard Schröder [Applaus, Pfiffe], der unlängst von der SPD in die FDP gewechselt ist, ein lange überfälliger und lobenswerter Schritt.
Siebeneinhalb Jahre ist er her, der denkwürdige Tag der Verkündung der Agenda 2010 durch die Regierung unseres lieben Kollegen Schröder. Hochtrabende Zielen standen damals auf dem Programm, an dem Sie alle mitgewirkt haben. Doch leider, wie die letzten Jahre gezeigt haben, war die Agenda 2010 insgesamt ein Fehlschlag. Denn es wurde trotz (...) aller Bilanzbeschönigungen keine Vollbeschäftigung erreicht, und das Prekariat ist weiterhin beängstigend klein. Die Rente mit 75 wurde erneut verschoben, und noch immer gibt es zuviele Sozialschmarotzer, wie Sie wissen, meine Damen und Herren, die sich zu fein sind sich für medizinische Experimente zu verkaufen und stattdessen auf Kosten der Allgemeinheit sich mit Hartz IV immerhin gerade noch so vor dem Verhungern retten können! [Applaus]
---
Der Mensch ist kein Nadelkissen. Ich schon gar nicht.
Es ist im Allgemeinen eher weniger anerkannt, Angst vor Spritzen zu haben. Schon als Kleinkind bekommst du gesagt: "Ist doch nur ein kleiner Pieks! Ein Indianer kennt keinen Schmerz! Halt nur still, das tut schon nicht weh.", und noch während du dich tapfer deinem Urvertrauen hingibst, rammt dir ein wohlmeinender Kinderarzt eine Spritze in den Po, dass es sich gewaschen hat, während seine blonde Arzthelferin aufmunternd grinsend vor dir steht und mit einem doofen Belohnungslolli wedelt.
Natürlich merkst du dir das nachhaltig und bist in Zukunft auf ganz andere Weise tapfer: Du tust einfach so, als würde es nicht für eine Sekunde wehtun, wenn eine Nadel alle deine Hautschichten durch- und in dein Körperinneres eindringt. Wird dir Blut abgenommen, blickst du anteilnahmslos aus dem Fenster. Auch wenn es doch ein wenig unangenehm ziept, wenn die Arzthelferin den Kolben engagiert von der Nadel rüttelt, um anschließend beschwingt einen neuen aufzusetzen.
Ein Leben lang wirst du darauf trainiert, dass ein kurzes Einziehen der Luft zwischen deinen Zähnen oder ein dumpf ausgeatmetes „Aaa“ nicht nur ein Zeichen von Schwäche ist, sondern ganz nebenbei bloße Anstellerei darstellt, mit der man sich noch nicht mal einen Lolli verdient. Du möchtest keine Mimose sein, für die man nur eine hochgezogene Augenbraue und ein müdes "Ist doch gleich vorbei …" übrig hat. Es muss also schon einiges passieren, damit du dir die Blöße gibst und die Maske des tapferen Häuptlings absetzt.
---
Die englische Königin und ihr Ritter Salman Rushdie
Wer kann darüber erstaunt sein, daß das englische Königshaus, dessen Empire weltweit den größten Anteil an der Vernichtung traditioneller Kulturen hat, den übelsten pornographischen Beschmutzer der Ehre des Propheten und seiner Familie (Sall Allahu Alyahi wa Alihi wa Sallam!) zu ihrem Ritter erwählt?
Vielmehr erstaunt es daß der Sohn eben jener"Queen", der sich nie von den himmelschreienden, kulturfeindlichen Untaten seiner Familie distanziert hat, auf "traditionalistischen" Tagungen ein Grußwort halten, oder gar die Schirmherrschaft für solche akademisch-traditionalistische Spektakel übernehmen darf. Spektakel, die allein dadurch schon ihre Distanz zur wirklichen Tradition und ihre Verbundenheit mit den übelsten Auswüchsen der Moderne erweisen. Denn deren heuchlerische Gipfel ist für lange Zeit das englische Empire gewesen, bevor es von USrael überflügelt wurde - wobei sowohl das zionistische Gebilde als auch die USA mit ihrer globalen Anmaßung Bastarde des englischen Königshauses sind.
Aber auch die Frage stellt sich, warum eine Islamische Republik überhaupt diplomatische Beziehungen mit einem Land unterhält, das terroristische Seperatisten unterstützt und dabei ungeniert zum "Geburtstag der Queen" in seiner Botschaft Empfänge für seine fünfte Kolonne in Teheran abhalten kann?
Jetzt wäre jedenfalls ein guter Zeitpunkt die Konsequenz aus dem fortgesetzten feindlichen Verhalten des englischen Königshauses gegenüber dem Islam und der Umma zu ziehen und die Beziehungen zu diesem Hort der Heuchelei und der Intrige abzubrechen.
---
Flaggeleien
Was wird das noch werden nach dem gestrigen Basel? Kommt jetzt Verdun?
Eine Erinnerung (an ein probates Mittel, ein Volk davon abzulenken, daß es gelenkt wird und noch ein bißchen mehr):
Anfang April vergangenen Jahres hatte unsereiner Fahrdienst und mußte deshalb gegen einen spätnachmittäglichen Sonntag zum Bahnhof der Kleinstadt. Mitten auf dem Parkplatz standen drei von diesen rallyfizierten Altautos Parade. Deren Dächer hoben sich rythmisch mit jedem Technobaß um zwei bis drei Zentimeter. Das ist an sich nichts ungewöhnliches auf dem Lande, sogar in größeren Städten sieht man sie. Zum Wochenende werden diese gerade noch dem Schrotthändler entrissenen und mit Unterstützung von mehreren Monatslöhnen und über jede erdenkliche Freizeit hinweg in die Sparte Edelschrott hinaufdesignten ehemaligen Rostlauben ausgeführt. In München kommen sie gerne aus dem östlichen Hinterland und tragen auf dem Nummernschild das schlichte Kürzel EBE. In Köln heißen sie, wie von Jürgen Becker in dessen Rheinischem Kapitalismus zu erfahren war, «Bereifte Mörder», was für BM = Bergheim steht, eine Gegend, aus der die meisten deutschen Rennheroen kommen. Rainer sacht dazu «BlechMörder». Für Hamburg oder Lübeck (aber letzteres rubriziert ohnehin unter Kleinstadt) fällt mir dazu kein Synonym ein. Auf jeden Fall Alltag auf deutschen Straßen.
Doch die drei erwähnten mobilen Einheiten stellten dann doch zweifelsohne einen Höhepunkt in unsereiner Korrespondentenlaufbahn dar (der Photoapparat lag selbstverständlich im Büro). Sie waren national positioniert und eingefärbt: der Linke schwarz, der Mittlere rot, der Rechte gold (oder war's andersrum?). Nicht nur, daß sie prachtvoll glänzend die Gesinnung ihrer jugendlichen, leicht leergesichtigen Eigner repräsentierten, auch oben trugen sie noch Wichs.
---



















