Die FAZ bietet ein ausgezeichnetes Interview mit Silke Maier-Witt
Über die Gerichtsverfahren in Sachen RAF halte ich folgendes für besonders wichtig.
Hat Sie es nicht gewundert, dass Ihre Aussage von der Justiz nicht aufgegriffen wurde? Folkerts wurde für den Buback-Mord zu lebenslanger Haft verurteilt.
Nein, eigentlich nicht. Letztlich ist jedem, der in der RAF war, alles vorgehalten worden. Das war mehr so eine Art Kollektivbestrafung. Auch bei mir kam es nicht darauf an, was ich tatsächlich gemacht hatte, sondern darauf, alles Mögliche abzuhaken. In den Prozessen gegen die RAF-Mitglieder habe ich nicht das Bemühen entdeckt, die individuelle Schuld auszuloten.
Um zu verstehen, das innerhalb der RAF ein Denkprozess stattgefunden hat, folgendes Zitat.
Empfinden Sie Schuld oder Reue?
Reue ist schwierig. Ich empfinde eher Scham. Ich kann mich mit dem, was ich getan habe, nicht identifizieren. Sicher waren es nicht nur niedere Beweggründe, die mich zur RAF getrieben haben. Aber es war doch eher Schwäche als Stärke.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, das die eifrigen Verfolger auch noch ins Nachdenken kommen. Aber das ist nicht sehr wahrscheinlich, denn das was sie für Gerechtigkeit halten ist zumeist nur Selbstgerechtigkeit oder die Unfähigkeit sich das eigene Versagen einzugestehen.



















