Die Machtlosigkeit der Mächtigen
Verschiedene Mitarbeiter eines großen deutschen Medienkonzerns haben mir unabhängig voneinander berichtet, dass dieser Konzern, der intern nur „Die Maschine“ genannt wird, in einem Maße unsteuerbar ist, dass auch der Boss der Bosse nichts mehr entscheiden kann. Die Mail von Bill Gates an seine Mitarbeiter, die seit gestern durch die Blogs geht (Gates beschreibt darin sehr erheiternd - obwohl gar nicht amüsiert - wie er versucht hat, den Movie Maker herunterzuladen), belegt sehr anschaulich die Machtlosigkeit der Mächtigen. Was Fragen aufwirft:
Wollte Pharao Cheops möglicherweise ein Rundgrab, seine Anweisungen gingen aber in Arbeitskreisen, die Machbarkeitsstudien entwickelten, unter?
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Fans meiden und Fanleiden auf der Berliner Fanmeile
Gestern ist mir doch wieder bewusst geworden, warum ich vor zwei Jahren zwar gerne und oft zum Brandenburger Tor zum WM-Gucken gegangen bin, aber nur ein einziges Mal anlässlich eines deutschen Spiels — und das war dann das schon entspanntere Spiel um Platz 3 gegen Portugal. Aber da es dieses Jahr sowieso nur drei Spiele gibt, die da gezeigt werden, und aus einem puren Reflex heraus, dass doch alles gut finden zu wollen, hat’s mich gestern doch wieder hingezogen. Und es gibt Gesprächsbedarf, Deutschland.
Zuerst hätte ich gerne mal ein paar Worte mit den Organisierenden und Medienverantwortlichen gewechselt, die das alles, nach den Erfahrungen 2006, als „Fanmeile” bewerben, wenn der richtige Ausdruck wäre: Eine Leinwand mit drei Bierständen. [1] Die Zustände um besagte Bierstände als wenig optimal zu bezeichnen, wäre eine nette Grille, wenn die Situation nicht objektiv untragbar gewesen wäre und das in so einer Masse mit der Gefahr verbunden ist, dass es schnell aus dem Ruder laufen kann. Dass da, soweit bekannt, nichts passiert ist, lag jedenfalls nicht an der Besonnenheit der Beteiligten. Wer trägt eigentlich die Verantwortung, wenn man vielleicht 150.000 vom Großen Stern kommende, erwartungsgemäß nach Bier schreiende Halbstarke an einem einzigen Bierwagen vorbeilenkt? Die beiden anderen waren vorne an der Leinwand, wo es schon deutlich weniger Andrang gab, man aber immer noch locker eine ganze Halbzeit für sein Bier anstehen konnte.
Mehr Spaß hatten da wahrscheinlich die um den ziemlich zentral positionierten Crepes-Wagen eingeklemmten Leute: nichts zu trinken, keine Toilletten, aber hübsch viel Zeit neben Öfen und Nutella-Pfannkuchen-Geruch. Einfacher kann man deutschen Fußball nicht als Performance darstellen.
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Merkels Hampelmann
Was der Profalla macht das kann nur richtig losgehen. In der Regel nach hinten. Es ist mir bis heute schleierhaft, wozu sie bei der CDU diesen Pausenclown haben. Für sein lächerliches Äußeres und seine Lautabsonderungsweise kann er ja nichts. Aber ich möchte es, aus lauter Bosheit, hier nicht unerwähnt lassen.
Doch nun zum Thema. Merkels Hampelmännchen hat mal wieder etwas vorgelegt. Diesesmal ist es ein zehn-Punkte-Papier für einen Aufschwung im Osten. Deja vu? Ja, bei mir auch!
Offensicht halten sie bei der CDU ihr altes zehn-Punkte-Papier noch immer für den größten Erfolg der Gechichte. Da haben sie sich gedacht, was der Dicke konnte können wir auch. Also schieben sie ihre eigenen zehn Punkte nach. Da ist dann auch für jeden etwas dabei.
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Balkontrapunkt
Zu meinem neuen Balkon bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Er ist mir einfach zugelaufen, hat an mein Milchglasfenster geklopft, sich dann davor niedergelassen und selbst festgetackert. Das ist jedenfalls die offizielle Version, die ich den Kripobeamten erzählt habe, die heute morgen an meiner Haustür klingelten. Ob ich etwas über den Todesfall meines Nachbarn wüsste, wollten sie wissen. Ich tat unschuldig (wenngleich ich selbstverständlich etwas wusste):
“Nachbar tot? Ich wusste nicht mal, dass Nachbarn sterben können.” Doch die Polizisten wurden misstrauisch, als ich anschließend unschuldig pfiff und fragte, was denn nun eigentlich mit dem Balkon des Nachbarn geschehe. Der sei doch jetzt ganz alleine.
“Das ist ja das Mysteriöse”, entgegnete einer der beiden (es kann aber auch der andere gewesen sein) “der Balkon ist spurlos verschwunden.”
“Oje, haben Sie ihn etwa in Verdacht, den Mord begangen zu haben. Und jetzt liegt er am Strand von Rio. Dieser Verbrecher! Ich habe dem nie getraut und meinen Nachbarn ständig vor seinem Balkon gewarnt.” Meine Stimme bekam etwas Hysterisches.
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Der öffentliche Hupraum
Kann mir mal einer erklären, was an EM-Autokorsos witzig, charmant, bereichernd, oder auch nur ansatzweise ok sein soll? Nur weil irgendeine Ballspiel-Mannschaft ein Turnier gewonnen hat, darf man mitten in der Nacht stundenlang alkoholisiert hupend die Innenstadt blockieren, im Kofferraum sitzen, bei Rot über die Ampel fahren und alle möglichen Leute um ihren Schlaf bringen? Und die Polizisten gucken augenzwinkernd weg? Alles nur, weil irgendwelche Profisportler ihren Job gemacht und vorher noch halbwegs die richtige Hymne gebrummelt haben. Alter Falter!
Wenn im Frühjahr wieder der Deutsche Kleinkunstpreis verliehen wird, werde ich direkt im Anschluss an die Übetragung (meistens im ZDF, nach 22:00 Uhr) in mein Auto steigen, für 1-2 Stunden mit der Hupe “Kabarett” morsen und dabei rückwärts durch einen zentralen Kreisverkehr meiner Wahl rasen. Und dann in der Zelle randalieren, in die sie mich stecken werden. Danach soll mir der Richter mal die kulturell übergeordnete Bedeutung der Balltreterei darlegen.
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