fällt der vor langer Zeit einmal sozialdemokratischen SPD ein, das sie sich von ihrem Koalitionspartner deutlicher abheben muss. Das ist schwierig, weil sie ja seit den Zeiten des Gerhard Schröders, genau wie die CDU/CSU, Befehlsempfänger der Bosse ist. Wenn zwei die Meinung des gleichen Herrn verkaufen müssen, wird es schwierig mit der Profilierung.
Aber zum Wochenende brauchen die Zeitungen Inhalte. Da macht sich so ein Koaltionkrach doch ganz nett. Dann bläst der Beck die Backen auf, das der dürftige Stoppelbart wie ein liebeskranker Seeigel aussieht. Natürlich darf er nicht pusten, sonst wird das nichts mit den schönen Aufsichtsratsmandaten nach seinem Ende als SPD-Chef. Also flötet er nur was vom Ende der Koalition.
Selbst Peter Struck, der so gerne beleidigt ist, wenn man ihm die Wahrheit über ihn selbst sagt, bläht sich auf und raunzt anstelle seiner Abgeordnetensklaven mal den politischen Gegner an. Gute Show. Macht was her.
Dummerweise scheint der Beck Schwierigkeiten mit dem Aufblasen und dem gleichzeitigen Verschluss der anderen Körperöffnungen zu haben. Schon am Sonntag hat er das Höschen voll und säuselt davon, das die Koalition nicht in Gefahr sei. Er kann sich vor Schreck über sich selbst gar nicht mehr einkriegen, der Held.
Wir Bürger hatten auch nicht erwartet, das eine von Beck, Müntefering und Struck geführte Partei sich so etwas wie eine eigene Meinung leisten will und kann. Ist doch viel zu teuer. Könnte ja die Altersversorgung gefährden.
Aber nun haben sie wirklich Grund die Hose voll zu haben. Die Halbwertzeit von Managerdankbarkeit ist nämlich denkbar kurz. Nachdem Werner Müller und sein getreuer Paladin Alfred Tacke geglaubt hatten, sich mit der Ministererlaubnis die ewige Dankbarkeit und damit auch Sicherheit erkauft zu haben, müssen die beiden Nichtbestochenen nun feststellen, das die Zeit der Dankbarkeit vorbei ist. Müller ist zum Abschuss durch die RWE freigegeben und Tacke wird wohl auch gehen müssen.
Natürlich wird es den goldenen Handschlag geben, aber das ist ein Almosen gegenüber dem, was die beiden Herren sonst noch hätten abzocken können.
Jetzt kommt sogar Wolfgang Clement ins Grübeln, der ja ganz zufällig und ohne das es einen Zusammenhang zu seiner bescheidenen Politik gegeben hätte, in die Aufsichtsräte gerutscht ist. Ich werde es mit Vergnügen sehen, wenn die auch ihn rauswerfen.
Ja so ist, das ein Verrat oder die Vernichtung einer sozialdemokratischen Partei reichen heute nicht mehr für dauerhafte Dankbarkeit. Müntefering und Struck werden wohl bis zum Rentenalter den Arbeitern das Geld stehlen müssen, die Sache mit den Jobs aus Dankbarkeit, läuft nicht mehr so gut wenn man die eigene Partei erst gründlich vernichtet hat.
Das ist natürlich nur Genuss an der Rache. An dem was Deutschland diesen Leuten zu verdanken, an den vernichteten Existenzen, den betrogenen Hoffnungen und an der verbauten Zukunft ändert das nichts mehr. Leider.
Aber wenn ein Handtaschendieb nicht gefasst werden kann, freut man sich doch wenn er vor ein Auto läuft. Das sieht dann irgendwie nach Gerechtigkeit aus, auch wenn es keine ist.
Gruß
Alex
Ich hoffe allerdings im Moment einen Faden zu haben, an dem ich eifrig zuppele. Wenn das so aussieht wie es mir erzählt wurde, dann habe ich zumindest ein kleines Beil um der Krake Bertelsmann den einen oder anderen Arm abzuschlagen.