< Kinder, Fernsehen und Asthma | Siemens, Lincas und die Deutsche Bank darf nicht berichtet werden. >
Kurzkommentar 2008-07-08
• FTD-Insider-Index - Vorstände horten eigene Aktien
• Bericht: Netzeitung in Gefahr
• Linke fordert Mindestrente für alle
• Hinrichtungen in den USA - Was über Leben und Tod entscheidet
• Siemens-Gesamtbetriebsratschef droht mit Streik
FTD-Insider-Index - Vorstände horten eigene Aktien
Europas Topmanager decken sich massiv mit Aktien ihrer Unternehmen ein. Sie sehen die deutlichen Kursverluste als übertrieben an und gehen von steigenden Notierungen aus. Der FTD-Insiderindex, der das Vertrauen der Führungskräfte in die Aktien ihrer Arbeitgeber misst, stieg auf 97,8 von 100 möglichen Punkten.
Ich halte Europas Topmanager zwar für nicht sonderlich intelligent, aber so bescheuert sind sie dann doch nicht. Wenn mich einer befragt, dann sage ich als Manager oder sonstiger Mitarbeiter des Hauses, das Beste und Schönste was mir gerade noch so erträglich erscheint. Und Morgen wenn all die Dummen die Nachricht in der FTD gelesen und geglaubt haben, dann kann ich den letzten Rest der mir noch rumliegt verscheuern und dann dürfen andere mit diesen Aktien unglücklich werden.
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Bericht: Netzeitung in Gefahr
Der Belegschaft der Netzeitung droht die Kündigung. Welt online berichtet aus dem Umfeld der Internetpublikation, am kommenden Donnerstag werde entschieden, ob alle 16 Mitarbeiter entlassen würden oder die halbe Belegschaft. Die 2000 gegründete, ausschließlich online erscheinende Netzeitung gehört wie die Berliner Zeitung und die Hamburger Morgenpost zur BV Deutsche Zeitungsholding von David Montgomery. Im Juni war bekannt geworden, das dort insgesamt 150 Stellen gestrichen werden sollen.
Ich war ja noch nie ein besonderer Freund der Netzeitung aber es ist natürlich bedauerlich. Andererseits brauchen Journalisten die in erster Linie nur Verkünder von neoliberaler Propaganda sind und die Ränder um die Werbung herum mit anderer Werbung zutexten, sich nicht zu wundern, wenn sie überflüssig werden.
Das wenige an Beitext was gebraucht wird, kommt billiger aus Indien oder China und die Meinungsartikel voller Demagogie liefern die INSM und Mohn/Bertelsmann direkt für jede angeschlossene Zeitung aus. Nein. Journalisten braucht niemand mehr. Man kann es bedauern, aber es ist unausweichlich.
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Linke fordert Mindestrente für alle
Mit der Forderung nach einer Mindestrente von 800 Euro für alle will die Linke in die kommenden Wahlkämpfe ziehen. Ein entsprechendes Rentenkonzept beschloss der Parteivorstand am Wochenende auf seiner Klausurtagung, wie Linke-Chef Lothar Bisky am Sonntag nach dem Treffen in Berlin sagte.
Dabei setze die Linke bewusst auf umsetzbare Alternativen zur großen Koalition, die bei der Armutsbekämpfung "versagt" habe, fügte Bisky hinzu.
Kern des Konzeptes ist nach Angaben von Parteivize Klaus Ernst der Erhalt der gesetzlichen Rentenversicherung als Basis der Alterssicherung.
Mit der Aufhebung der sogenannten Dämpfungsfaktoren und einer Neubewertung von Anrechnungszeiten wie Ausbildung, Studium oder Arbeitslosigkeit solle es möglich werden, bei der Rente wieder auf 70 Prozent des Arbeitsentgeltes zu kommen.
Zur Finanzierung müsse jedoch die Begrenzung des Beitragssatzes auf 20 Prozent bis 2020 und 22 Prozent bis 2030 aufgehoben werden, fügte Ernst hinzu. Das werde jedoch nicht zwangsläufig zu höheren Belastungen der Arbeitnehmer führen, da diese bis zu sechs Prozent ihres Einkommens in die private Altersvorsorge steckten.
Natürlich ist eine Mindestrente notwendig und die Geschichte mit der privaten Altervorsorge ein übler Witz, der nur die Gelder aus den Taschen der arbeitenden Menschen in die Versicherungskonzerne ziehen soll. Am Ende werden die Menschen weniger herausbekommen als sie eingezahlt haben.
Dumm ist nur, das die Linke diesen Vorschlag gemacht hat. Damit wird er von allen anderen Parteien automatsich abgelehnt. Vielleicht sollten wir unsere Parteien abschaffen. Taugen tun sie alle nichts.
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Hinrichtungen in den USA - Was über Leben und Tod entscheidet
Mehr als 3000 Menschen sitzen in den USA in den Todeszellen, aber nur einige Dutzend werden jedes Jahr hingerichtet. Warum werden die Urteile gerade an ihnen vollstreckt?
Doch die Ungerechtigkeiten hören auch nach dem Urteilsspruch nicht auf, wie US-Wissenschaftler herausgefunden haben.
Schließlich werden von den Tausenden Häftlingen jedes Jahr nur einige Dutzend hingerichtet. 2007 etwa waren es 42. Doch warum mussten ausgerechnet sie sterben? Warum war ihre Hoffnung auf Begnadigung, eine Wiederaufnahme des Prozesses oder sogar eine Aufhebung des Urteils, die ja auch immer wieder vorkommt, vergeblich?
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Nachdem der Computer anhand dieser Profile "gelernt" hatte, sollte er für 300 weitere Häftlinge bestimmen, ob sie bereits hingerichtet wurden und noch im Gefängnis saßen.
Wie Karamouzis und Harper im International Journal of Law and Information Technology berichteten, gelang dies mit erstaunlich hoher Genauigkeit. Von den 142 bereits getöteten Strafgefangenen identifizierte das Programm 130 (91,5 Prozent), von den noch lebenden 158 Häftlingen sogar 147 (93 Prozent).
"Angesichts der Tatsache, dass kein einziger in der Studie berücksichtigter Faktor direkt mit dem Gerichtsprozess oder dem Verbrechen zu tun hatte", so das Fazit der Forscher, "führt dieses Ergebnis zu ernsthaften Fragen bezüglich der Gerechtigkeit des Justizsystems".
Die Todesstrafe an sich ist ja schon wirkungslos, weil sie nichts anderes als ein staatlicher Mord aus Rache ist. Natürlich ist die Auswahl derer die hingerichtet werden genauso fragwürdig, wie die Urteile an sich. Bessere Ermittler, bessere Staatsanwälte und bessere Richter brauchen aber nicht nur die USA. Die werden überall gebraucht. Dazu ist vor allem Geld notwendig. Aber gerade die Law and Order Politiker wie Roland Koch bauen gerne bei der Polizei ab, genau wie bei der Kindererziehung um die Probleme noch zu verschärften.
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Siemens-Gesamtbetriebsratschef droht mit Streik
Der Gesamtbetriebsrats-Chef des Siemens-Konzerns droht angesichts der erwarteten massiven Stellenstreichungen mit Streik. «Ein Arbeitskampf ist möglich», sagte Ralf Heckmann der «Süddeutschen Zeitung».
Die Arbeitnehmerseite werde sich beim Treffen mit dem Management zu Wochenbeginn über die Pläne informieren. «Erst dann werden wir darüber entscheiden, ob wir verhandeln oder nicht», kündigte Heckmann an. Auch rechtliche Schritte müssten geprüft werden.
Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass Siemens im Zuge der geplanten Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro in Verwaltung und Vertrieb weltweit voraussichtlich mehr als 17 000 Arbeitsplätze streichen will, davon 6450 in Deutschland.
Das ist schon mehr als komisch. Heckmann der schon im April 2004 nichts gewusst hatte, und der bis vorgestern wahrscheinlich auch nicht bemerkt haben will, wo die Reise bei Siemens hingeht generiert sich als Gewerkschaftler. Natürlich ist er völlig unglaubwürdig. Er hat den ganzen Sumpf seit 1988 freudestrahlend mitgetragen. Er ist Teil des Systems und natürlicher Feind der Beschäftigten. Das hat sogar die IG Metall in Bocholt jetzt mitbekommen.
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Tags für diesen Artikel: arbeitslos, finanzmarkt, gewerkschaft, journalisten, justiz, linke, manager, medien, mindestrente, siemens
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