Kurzkommentar 2008-07-10
• Mordaschow will TUI-Anteil nicht an Fredriksen verkaufen
• Arques versilbert Actebis-Immobilien
• Intel investiert in deutschen Solarzellenhersteller
• Sicherheitsarmband für alle Passagiere
• Die Billionen-Panik
Mordaschow will TUI-Anteil nicht an Fredriksen verkaufen
Der zweitgrößte TUI-Aktionär Alexej Mordaschow geht auch auf neue Avancen des größten Eigners John Fredriksen nicht ein, ihm seine Anteile abzugeben.
..
Fredriksen komme mit seinen eigenen 15 Prozent und den Anteilen befreundeter Aktionäre derzeit auf rund 30 Prozent der TUI-Anteile, betonte der Sprecher. Weitere zehn Prozent wären möglicherweise ausreichend, um die Aufspaltungspläne auf einer Hauptversammlung durchzusetzen. Zehn Prozent der TUI-Aktien würden nach derzeitigem Aktienkurs 360 Millionen Euro kosten.
Es stellt sich einmal mehr die Frage ob nicht eine sehr hohe Spekulationssteuer, die über 50 Prozent liegen sollte, gebraucht wird um solch einen Unsinn zu erschweren. Der Druck der von Fredriksens ausgeübt wird schadet dem Unternehmen insgesamt und wird viele Arbeitsplätze kosten. Fredriksen nimmt seine Gewinne und verschwindet lachend währen wir die Opfer versorgen. Warum werden John Fredriksen und seine Handlanger nicht zu unerwünschten Personen in Deutschland erklärt und seinen Unternehmungen zukünftige Geschäfte untersagt? Es ist an der Zeit Zeichen zu setzen.
Mordaschow setzte gestern auch ein Zeichen und hat rund vier Mio. TUI-Aktien von der spanischen Hotelgruppe Fiesta Hotels and Resorts erworben und damit seinen Anteil um 1,5 Prozent erhöht. Das Spiel wird für Fredriksen immer teurer.
---
Arques versilbert Actebis-Immobilien
Ein Jahr nach dem Kauf des drittgrößten europäischen Informationstechnologie-Großhändlers Actebis verkauft die Starnberger Beteiligungsholding Arques jetzt wichtige Immobilien des Handelskonzerns. Neben der Actebis-Zentrale in Soest wird auch ein dazugehöriges Logistikzentrum in Bad Wünneberg (Nordrhein-Westfalen) für 32 Mio. Euro veräußert, teilte Arques am Mittwoch mit. Käufer sei der renommierte US-Immobilienfond W. P. Carey in New York. Eine Arques-Sprecherin ergänzte auf Anfrage, dass über eine Verkauf-Rückanmietung die Immobilien weiter für Actebis zur Verfügung stehen. Arques hatte den Verkauf von Actebis-Immobilien bereits beim Kauf der Gesellschaft für insgesamt 110 Mio. Euro in Aussicht gestellt.
Im Grunde genommen der gleiche Missbrauch. Arques wird die Erträge aus dem Immobiliengeschäft auf irgendeine Art und Weise aus dem Unternehmen ziehen, dass dann die höheren Kosten am Hals hat und diese durch Stellenabbau finanziert. Dazu kommt dann noch ein buchmäßiger Verlust beim Verkauf der Actebis-Anteile und der Verkaufserlös und ohne Arbeit, ohne Substanz zu schaffen, sind mindestens 30 Millionen verdient. Die Ackermann Rendite eben. Auch da würde eine Spekulationssteuer helfen die wenigstens für 36 Monate bei Anteilen über der Prozentgrenze gelten sollten.
---
Intel investiert in deutschen Solarzellenhersteller
Intel Capital hat sich mit 24 Millionen Euro am deutschen Solarzellenhersteller Sulfurcell beteiligt. Insgesamt erhielt das Unternehmen im Rahmen der jüngsten Investorenrunde 85 Millionen Euro neues Kapital. Sulfurcell hat seinen Sitz in Berlin und stellt Dünnschicht-Solarmodule her.
..
Die auf CIS/CIGSe basierenden Solarmodule gehören Intels Angaben zufolge zu den effizientesten Dünnschichtmodulen. Dünnschichtsolarzellen sind im Gegensatz zu konventionellen Siliziumsolarzellen etwa um den Faktor 100 dünner. Sie müssen allerdings üblicherweise auf ein Trägermaterial aufgebracht werden.
Intel Capital investiert vermehrt in Unternehmen, die sich mit regenerativen Energien, Energieeffizienz sowie umweltschonendem Transport und Materialien beschäftigen. Im Juni 2008 beteiligte sich Intel Capital mit rund 50 Millionen US-Dollar an Spectra Watt. Das Unternehmen will Photovoltaikzellen für Solarmodulhersteller entwickeln.
Diese Dünnschichtmodule können zum Beispiel direkt in Dachbedeckungen eingebracht oder innerhalb von Fassadenelementen eingesetzt werden. Selbstverständlich ist die Beteiligung für Intels Verhältnisse lächerlich, aber sie zeigt eine Denkrichtung. Es lohnt sich da einmal weiter zu denken, auch wenn die Photovoltaik bei uns deutliche Grenzen hat.
---
Sicherheitsarmband für alle Passagiere
Wie wäre es mit etwas Folter auf dem Weg in den Urlaub?
Ein ranghoher Beamte des U.S. Department of Homeland Security DHS, oder Heimatschutzministeriums, oder noch besser US-GESTAPO, hat sein grosses Interesse an einem sogenannten Sicherheitsarmband ausgedrückt, welches wie ein Schockgerät, ähnlich einem Taser, funktionieren würde.
Dieses Armband würde dann:
- als Ersatz für die Bordkarte fungieren
- alle Daten des Passagiers beinhalten
- den Aufenthalt des Passagiers und seines Gepäcks aufzeigen
- und den Passagier auf Kommando bewegungsunfähig machen
Letztendlich ist das wohl das Ziel der Herrschenden. Uns alle mit solchen Sicherheitsarmbändern auszustatten um den kleinsten Widerstand unterdrücke zu können. Gab es nicht mal einen Film mit derartigen Halsbändern die dann explodierten wenn sich zwei zusammengehörende Gefangene von einander entfernten. Das Ziel ist klar. Nur ist unsere Technik heute schon besser.
---
Die Billionen-Panik
Müssen die Banken weltweit, ohnehin schwer mitgenommen von der Kreditkrise, bald neue Verluste bislang ungeahnten Ausmaßes wegstecken? Die Züricher SonntagsZeitung berichtete jüngst Entsprechendes und sorgte damit für einigen Wirbel. Ihr Autor zitierte eine interne Studie des amerikanischen Hedgefonds Bridgewater Associates. Ihr zufolge stehen der Bankenbranche nach den bereits eingeräumten Verlusten von 400 Millarden US-Dollar nun weitere 1,2 Billionen an Abschreibungen und Ausfällen ins Haus. Nicht wacklige Subprime-Hypotheken oder Kreditderivate sollen dafür der Grund sein. Vielmehr warnt Bridgewater vor weiteren faulen Hypotheken, Verbraucherkrediten und Kreditkartenschulden.
..
Droht damit nun die nächste Bankenkrise? Auch Fondsanalysten zweifeln schon länger daran, dass alle Geldhäuser in der Lage sein werden, die ihnen drohenden Bilanzlöcher mit frisch eingeworbenem Eigenkapital zu stopfen. Übersetzt heißt das: Auch ihrer Meinung zufolge steht uns eine Bankenkrise mit konkreten Großpleiten bevor. Ein Börsencrash wäre die Folge. Argwöhnische Beobachter könnten zwar unterstellen, Bridgewater spekuliere auf fallende Bankaktien und habe die vertrauliche Studie möglicherweise gezielt lanciert. Doch damit würde der Fonds, dessen Analysen für viele Notenbanker zur Pflichtlektüre zählen, sein Renommee aufs Spiel setzen. Sollen Anleger also ihre Aktien schnellstmöglich verkaufen und ihr Vermögen in Form von Bargeld oder Gold horten?
Die Antwort heißt nein. Hedgefonds-Manager neigen dazu, extreme Positionen einzunehmen. Sie deklinieren gerne auch die schlimmsten denkbaren Szenarien bis zum Ende durch.
Schon seit längerer Zeit gehe ich von einer Gesamtschadenssumme zwischen 800 und 1.600 Milliarden Euro aus. Ich habe deshalb den Euro als Maßstab gewählt, weil der Dollar einfach keine Bezugsgröße mehr ist. Das Schöne an der jetzigen Finanzmarktkrise ist, das der Markt immer noch an sich glaubt.
Dies mag in einigen Fällen ja auch reine Verzweiflung sein, führt aber andererseits dazu, das es bei einem Sinkflug bleibt und nicht zu einem Absturz kommt. Ein Absturz wäre sehr viel teurer als dieser Sinkflug, bei dem über das Antreiben der Inflation, letztendlich die Steuerzahler und Verbraucher die Lasten tragen. Damit werden zwar wieder einmal Verluste sozialisiert, aber wenn die EZB jetzt auf einem Zinserhöhungskurs bleibt, kann alles für Europa noch erträglich werden.
Für die USA und Fernost ist aber keine Rettung in Sicht. Da wird nur der Todeskampf künstlich verlängert. Egal wiev iel Geld dort in die Märkte gepumpt wird, es wird die Währungen nicht retten können.
---
Tags für diesen Artikel: abzocker, arbeitslos, betrug, dollar, euro, europa, finanzmarkt, folter, photovoltaik, solarenergie, spekulation, überwachung, usa
Artikel mit ähnlichen Themen:
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks


















