Natürlich kommt Prof. Dr. Norbert Schneider der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) nicht auf dem geraden Wege sondern benutzt Kinderpornographie als
Deckmäntelchen:
Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), hat sich für neue, möglichst globale Regulierungsansätze in der vernetzten Medienwelt ausgesprochen. Diese sollten Bestimmungen für digitale Rotlichtbezirke umfassen, erklärte der Medienwächter auf der Konferenz Neue Medien und Technologien der Informationsgesellschaft am Mittwoch in Berlin: "Es braucht im Internet auf Dauer ein vollziehbares Verbot von Pornographie, von Kinderpornographie sowieso."
Gegen Kinderpornographie dürfte wohl so ziemlich jeder sein. Zumindest offiziell. Bei den Feinheiten scheiden sich dann schnell die Geister. Meist schon da, wo festgelegt werden soll was Kunst und was Pornographie ist, oder an der Stelle wo aus dem Kind ein "gebrauchsfähiger" Teenie wird. Das in verständliche und international gültige Gesetze zu packen ist sicherlich sinnvoll.
Aber was bedeutet das der hochgelehrte Herr Professor Rotlichtbezirk, Pornographie und Kinderpornographie in einen Topf wirft. Er ist Jahrgang 1940, also eigentlich in Freiheit groß geworden. Hat die Entwicklung weg vom Rotlichtviertel und hin zu einem viel entspannteren Umgang mit dem Sex doch voll miterlebt. Er war auch bei Kolle noch nicht zu alt.
Diese Zusammenfassung ist nichts anderes als ein kleiner mieser Trick. Für ganz normale Pornographie geht sehr viel Geld ins Internet. Dieses Geld könnte aber in andere Kanäle wie z.B. bezahlte Pornosender fließen, die von den Landesmedienanstalten, also von Herrn Schneider, gegen Entgelt kontrolliert würden. Natürlich müssten die Zuschauer nicht nur den Sender sondern eben auch Prof. Dr. Norbert Schneider und die Landesmediengesellschaften bezahlen.
Das funktioniert aber nur wenn der Wettbewerb ausgeschaltet ist. Wenn sich Lieschen Müller nicht mehr für Hänschen Klein vor ihrer Webcam ausziehen darf und Hänschen Klein das Loch seiner Träume nicht mehr zu sehen bekommt. Aber dann lässt Schneider die Katze vollständig aus dem Sack. Es geht ihm nicht nur gegen die Pornographie:
Schneider meint, das Internet habe traditionelle, vor allem am Rundfunk ausgerichtete Modelle der Medienregulierung über den Haufen geworfen. Aus dem Privileg, Rundfunk zu gestalten, werde "ein bezahlbares Jedermann-Prinzip". Dies sei für Regulierer ein Albtraum, da "der Wert der Lizenz absackt". Die zunehmende Medienherrschaft der Finanzinvestoren, die auf Profite und nicht auf kulturelle Vielfalt setzten, schüre die Sorge, dass mediale Angebote mit einem öffentlichen Mehrwert "unter Artenschutz gestellt werden müssen und Regulierung damit zu einer Art Denkmalschutz wird".
Medienregulierung bedeutet Kontrolle. Kontrolle bedeutet Macht. Wer will schon Macht verlieren? Schneider sichtlich nicht. Aus dem Privileg Rundfunk zu gestalten wird ein bezahlbares Jedermann-Prinzip. Da trappst nicht nur die Nachtigall, da brechen ganze Elefantenherden durch den Busch. Ein
Privileg ist ein Vorrecht, das einem Einzelnen oder einer sozialen Gruppe zugestanden wird. Ein Ausnahmegesetz. Das vergeben wird von königlicher oder doch zumindest fürstlicher Hand.
De Mann ist Theologe. Der kennt den Begriff genau. Wahrscheinlich bringt er den Begriff Privileg mit dem Begriff Gnadenerweis in sehr innige Verbindung. Vermutlich stört es ihn, obwohl er Evangele ist, das er nicht das Recht hat, auf jedes Buch und jedes geschriebene Wort sein
Imprimatur , seine persönliche Druckerlaubnis zu setzen.
Wer die Fähigkeit zu publizieren als Privileg versteht das gönnerhaft gegeben oder genommen werden kann, steht für ein ganz anderes System. Der steht für Zensur und Eliten- oder Fürstenherrschaft. Dies ist besondere immer dann bedenklich, wenn solch eine Person staatliche Rechstpositionen vertritt und verwaltet. Man kann von außerhalb der Demokratie denkend natürlich auch nicht demokratisch handeln.
Die Bevölkerung stellt verwundert fest, das die Demokratie im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk immer mehr verschwindet, während neoliberale Demogagie und
Kriegstreiberei immer mehr wesentlicher Inhalt oder doch zumindest wesentliches Beiwerk zur allfälligen Schleichwerbung werden.
Da sehen die Landenmedienanstalten aber keinen Ansatzpunkt zur Kritik. Das entspricht vermutlich der Denkweise von Leuten wie Prof. Dr. Norbert Schneider. Vermutlich sieht er sich als Teil der Elite, die das Recht hat Privilegien zu vergeben und zu entziehen. Deshalb ist es ja auch nicht verwunderlich, das er den Wertfall seiner kostbaren Privilegien, der Lizenzen beklagt. Natürlich vergisst er nicht in dem Zusammenhang auch von einem "öffentlichen Mehrwert" zu sprechen. Dieser "öffentliche Mehrwert wahrscheinlich besteht wahrscheinlich darin, dass Kerner nicht nur Kerner selbst produziert und damit viel Mehrwert für Kerner erzeugt, sondern auch noch Kerners Werbewert für Air Berlin steigert und damit noch weiteren Mehrwert erzeugt.
Da ist die nackte Else hinter ihrer privaten Webcam, die wenigstens so tut als ob ihr die Sache Spaß machen würde, doch bei weitem ehrlicher und authentischer. Deren Fettröllchen sind da sogar kostenloser Mehrwert für die Freunde der Dicken. Das ist für viele wahrscheinlich sogar ästhetischer als der sich windende Kerner, der bei seinen vielen Herren bald gar nichts mehr sagen kann und will.
Wer Pornographie und freie Rede im Netz verbieten und über einen angeblichen Mehrwert der Öffentlich Rechtlichen faselt, stellt sich einfach selbst außerhalb jede Diskussion. Die Landesmedienanstalten, Rundfunkräte und vor allem die Öffentlich Rechtlichen Medien sind ein Anachronismus. Sie gehören in die Zeit der Feudalherrschaft. Für ihren Erhalt Zensur ausüben zu wollen ist genau so eine Frechheit, wie die Bürger dazu zu zwingen, für Inhalte die nur sehr wenige wollen zu bezahlen.
Was damit begann das die Öffentlich Rechtlichen ein paar Seiten im Netz hatten, dann dazu führte, dass man um im Netz auf seinem eigenem Blog schreiben zu dürften, Fernsehgebühren für besondere Empfangsgeräte zahlen muss, soll jetzt darin enden, das Leute wie Prof. Dr. Norbert Schneider das ganze Netz so zensieren, das nur die Inhalte der Privilegierten, derjenigen die den Herrschenden dienen, noch gesehen werden dürfen.
Das Maß ist voll. Nur eine vollständige Zerschlagung der Öffentlich Rechtlichen oder besser deren sofortige Privatisierung kann diesen Irrweg beenden. Es herrscht Zensur in Deutschland, seit dem niemand mehr ohne Zwangsgebühren für die Öffentlich Rechtlichen zu zahlen, seine Meinung veröffentlichen darf. Wenn das so weitergeht, muss in ein paar Jahren schon auf Papier eine Abgabe gezahlt werden, weil es ja zur Weitergabe von Meinung dienen könnte.
Ich denke, es handelt sich ganz einfach um ein ganz armes Würstchen, das es durch braves Buckeln irgendwie geschafft hat, in eine Führungsposition zu kommen. Nun sieht er halt schon seit vielen Jahren die Felle wegschwimmen (auch wenn es nicht so ganz innerhalb seines Vorstellungsvermögens liegt, dass die zuständigen Politiker schon langsam genug schalten werden, um ihm in seinen Lebzeiten trotz offensichtlicher Sinnlosigkeit seine Arbeitsstelle zu sichern), aber bisher nicht den "Mut" gehabt hat, den Mund zu öffnen. Und nun, nach vielen Jahren des stummen Zuschauens, will er halt auch seine 15 Minuten haben.
Mitleid wäre eher angebracht, ernstnehmen kann so ne Gestalt doch niemand.
Pornografie jeder Art schadet nachhaltig und sollte daher ganz verboten werden.
Gute Argumente dazu bei
http://www.uni-siegen.de/~merk/downloads/pornographie_freudenquelle.pdf
Ich finde das durch und durch überzeugend!
Andreas[/color]
Sie haben das Internet nicht verstanden.
M. Boettcher
Natürlich wollen die, die Diktatur ganz ohne Frage. Der einzige Weg wie sich die Neoliberalen dauerhaft an der Macht halten können.
sehr schöner Artikel! - Sein Witz ist die Entlarvung, genauer, der deutliche Hinweis auf die Selbstentlarvung der Öffentlich Rechtlichen: Hatten wir diesen gegenüber vorher immer nur ein ungutes Gefühl gehabt, ohne genau zu wissen, woran das lag, so wird jetzt klar:
In der Art und Weise, wie Professor Schneider sich für die Kontrolle und finanzielle Ausbeutung des Internets stark macht, liegt ein Schlüssel zum Verständnis dessen, was es mit den Öffentlich Rechlichen überhaupt auf sich hat und immer schon hatte. Sie sind und waren von Anfang an ein den Zeiten des Feudalismus entsprungener Anachronismus. Der Analyse des entscheidenden Schlüsselwortes des «imprimatur» gelingt eine Art von Entlarvung, die recht eigentlich die Offenlegung einer Selbstentlarvung ist.
Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, in einer dem Kung Fu nachgeahmten Methode die Kraft des Gegners gegen ihn selbst sich umlenken zu lassen. Wir müssen wissen und darauf vertrauen, daß, wann immer jemand täuschen will oder er sich selbst täuscht, solche Fälle von Fremd- und Selbsttäuschung einem inneren Gesetz des Sprachgebrauchs folgend selbst ihren sprachlichen Ausdruck finden. Die Wahrheit liegt gewissermaßen auf der Straße, wir müssen sie nur aufheben und uns nicht - sehr eigenartig! - von ihrer Offensichtlichkeit täuschen lassen. Dazu vielleicht bei Gelegenheit mal ein Wort mehr.
Mit besten Wünschen
Salim
Die Schneiders werden siegen. Leider. Zum Schluss werden sie den Zugang zu missliebigen ausländischen Servern sperren.
Für mich kann nur der Weg, der absoluten Strafverfolgung ans Ziel führen