Kurzkommentar 2008-07-12
• Bahn-Börsengang - Keine „Dax-Untergrenze“
• Fingerabdrücke werden zum Problem
• Nieder mit der Softwarebranche!
• Walter Mayer folgt Claus Strunz als „BamS“-Chefredakteur
• Türkische Armee erschießt zehn Kurden
Bahn-Börsengang - Keine „Dax-Untergrenze“
Zwar gebe es bei Börsengängen immer ein potenzielles "Katastrophenszenario". Ein Plan "B" sei jedoch nicht in der Schublade. Gleichzeitig erteilte er Medienberichten, wonach nach dem bereits von längerem inoffiziell genannten 4.November auch der 5. Februar 2009 ein möglicher Tag für die Erstnotiz wäre, eine Absage. "Wer einen Plan A und einen Plan B verfolgt, der wird am Ende erfahrungsgemäß keinen der beiden ausführen", sagte er.
Das war klar. Genau wie es keine echte Werbung für die Bahnaktie gibt. Wozu auch. Mehdorn und Tiefensee haben den Druck doch nur gemacht, weil die Leute denen die Bahn geschenkt werden soll schon lange feststehen. Vermutlich hat Mehdorn auch schon feste Vereinbarungen wo er das Geld das die Bahn einnimmt, verspielen wird. Denn in Substanz der Bahn soll ja nichts fließen. Vermutlich wird kurz vor dem Verkauf noch von der EZB eine heftige Zinserhöhung angekündigt und nach dem Verkauf zurück genommen. Der Preis soll ja schön niedrig bleiben. Fast wie geschenkt.
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Fingerabdrücke werden zum Problem
Rund 4 Millionen Menschen im UK sind über 75 Jahre alt. Ein Alter, ab dem Fingerabdrücke nur noch mit minderer Qualität - wenn überhaupt - genommen werden können. Der Bericht bringt die Problematik dabei klar zu Papier: "Die Behandlung von Ausnahmen bedarf eines immensen Aufwandes in puncto Technik, aber insbesondere bei der Planung sowie den Kosten." Um diesen "immensen" Aufwand etwas einzuschränken, riet man dem Identity & Passport Service (IPS) schließlich, einfach auf Scans der Retina zurückzugreifen.
Eigentlich ist die Lösung ja ganz einfach. Wenn jemand die Dreistigkeit besitzt älter als 75 Jahre zu werden, darf er eben nicht mehr reisen, Bücher ausleihen, oder Türen an öffentlichen Gebäuden und in Privathäusern öffnen. Kinder nur in Begleitung ihrer Eltern, Alte nur in Begleitung von Aufsichtspersonen. Es sind eben alle verdächtig.
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Nieder mit der Softwarebranche!
Sie programmieren einfach immer wieder Müll. Welches Unternehmen auch immer: Softwarefirmen machen Menschen zunehmend das Leben schwer. Läuft ein Betriebssystem mal halbwegs stabil (trotz solcher Indizien für mangelhaftes Denkvermögen wie das, dass man zum Ausschalten den „Start“-Knopf dücken muss und dass der Mouseover-Text dazu lautet: „Klicken Sie zum Starten auf diese Schaltfläche“), kommt ein neues Betriebssystem, obwohl man sich an alle Unzulänglichkeiten gerade so gewöhnt hat und das Ding tatsächlich als das stabilste System des Herstellers gilt. Für die unvermeidliche Neuheit fungieren die Leute als unbezahlte Produkttester, auch nicht neu, und kaum will ich einer Kollegin neue Dateien per USB-Stick rüberspielen, stürzt deren neuer Rechner ab. „Ja, ja, ich weiß“, sagt sie. Sie wird das neue Betriebssystem runterwerfen und das alte wieder draufsetzen, natürlich wie so oft bei Software-Problemen mit professioneller Hilfe, natürlich wie so oft gegen Cash und mit enormem Zeitaufwand.
Nun könnte man ja mit einem lachenden Auge auf die Redmonter verweisen und anführen das Open Source eben doch viel besser ist und damit den alten Streit wieder neu anfachen. Allerdings ist es nicht so einfach. Qualitiät ist vor allem eine Einstellungsfrage. Wenn man aufgrund von hoher Komplexität Fehler nicht ausschließen kann, sollte es eine einfache Möglichkeit geben Updates zurück zu nehmen. Das ist auch schwierig, aber der beste Weg.
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Walter Mayer folgt Claus Strunz als „BamS“-Chefredakteur
Der bisherige „BamS“-Chef Claus Strunz, 41, seit Oktober 2000 Chefredakteur der Sonntagszeitung, wird zum 15. Oktober 2008 die Chefredaktion des „Hamburger Abendblatt“ übernehmen. Mayers Nachfolger bei der „B.Z.“ wird sein bisheriger Stellvertreter Peter Huth, 39.
Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner findet schöne Worte für den Wechsel: Er freue sich, dass man „nach einer längeren und erfolgreichen Amtskontinuität der Chefredakteure" der drei Titel „nun eine komplett interne Erneuerung" vornehmen könne. Verlagskreise beurteilen den Wechsel indes anders: Es habe zuletzt unüberbrückbare Differenzen zwischen „Bild"-Herausgeber Kai Diekmann und Strunz gegeben. Außerdem wurde Strunz intern vorgeworfen, sich lieber in Talkshows zu präsentieren, anstatt sich um die „BamS"-Geschäfte zu kümmern.
Das ist sicherlich ein Dämpfer für Strunz, den viele mit Genuß wahrnehmen werden. Allerdings kann das Zerwürfnis mit Diekmann nicht sehr groß sein, weil Diekmann ihn ja nur abstraft und er den Konzern nicht verlassen muss. Es gibt allerdings auch andere Interpretationen, die eher dahin tendieren, das Strunz gerade für mehr Fernsehauftritte vom sinkenden Schiff BamS getrennt werden soll um Springer insgesamt erfolgreicher zu präsentieren.
Der Abschiedsbrief von Clarissa drückt aber sicher die mehrheitliche Meinung aus.
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Türkische Armee erschießt zehn Kurden
Mit allen Mitteln bemüht sich das türkische Militär, die von PKK-Rebellen entführten deutschen Kletterer zu befreien. Nun haben Soldaten in der Povinz Sirnak eine Gruppe von PKK-Kämpfern mit Wärmekameras aufgespürt und zehn Kurden getötet. Die Provinz befindet sich mehrere hundert Kilometer südlich des Ararat.
Ja und wie das der Befreiung der entführten Kletterer dient, wenn man ein paar hundert Kilometer entfernt Kurden erschießt. Das macht deren Leben vielleicht sogar todsicher oder macht es sie sicher tot? Für Springer ist scheinbar nur ein toter Kurde ein guter Kurde.
Vernünftig wäre, wenn man verhandeln würde.
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