Wie ein Glaube entsteht
Angelika Neuwirth leitet das spannendste Projekt der westlichen Islamwissenschaft: Erstmals wird die Genese des Korans rekonstruiert.
Wer Angelika Neuwirth auf ihren Gedankenreisen begleitet, muss ausdauernd sein und schnell. Von Jesus geht es zu Mohammed, von der arabischen Halbinsel des 7. Jahrhunderts nach Potsdam ins Jahr 2008. Gerade folgte man ihr durch die Straßen Beiruts, schon sitzt man in einem Hörsaal in Damaskus. Koranzitate pflastern die Route dieser Odyssee.
Es gibt ja auch viel zu erläutern und einiges richtigzustellen. Obwohl Angelika Neuwirth und ihr Team bislang kaum eine Zeile zu ihren neuesten Forschungen veröffentlicht haben: Ihr Projekt erregt mächtig Aufsehen, hat ihr Einladungen aus der ganzen Welt eingebracht und einen Ordner voller Zeitungsartikel. Das Wall Street Journal berichtete auf Seite eins. Und ein Leitartikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung raunte, was unter Neuwirths Leitung entstehe, sei imstande, islamische »Herrscher zu stürzen und Reiche wenden«.
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Zwei Identitäten, ein Pass
Wir sind jüdisch und wir sind deutsch - aber wir haben nur einen Pass: den deutschen. Mein Mann hat vor einigen Jahren seinen israelischen Pass abgegeben, um die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen zu können. Und ich habe die israelische Staatsbürgerschaft nie angenommen, um den deutschen Pass nicht zu verlieren. Wir haben uns für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden, weil wir in Deutschland leben und hier unsere Eltern und Geschwister haben, weil wir uns mit dem deutschen Pass in ganz Europa niederlassen und weltweit weitgehend visumsfrei können - und weil wir auch ohne israelischen Pass zumindest für eine Zeitlang wieder in Israel leben können.
Dass wir uns überhaupt entscheiden mussten, haben wir dem deutschen Staatsangehörigkeitsrecht zu verdanken. Das ist so inkonsequent, dass es schon fast weh tut.
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Tor
Nur ein einfältiger Tor würde auf den Gedanken kommen, dass Gesine Schwan beabsichtigen könnte anlässlich ihrer Kandidatur für das Amt des deutschen Bundespräsidenten, eine Rede am Tor vor dem Weißen Haus in Washington zu halten und mit diesem Wunsch einen heftigen Streit zwischen dem amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, dem Senator von Washington und dem amerikanischen Außenminister auslöst.
Im umgekehrten Fall, zum Beispiel weil Barack Obama, anlässlich seiner Kandidatur für das Amt des amerikanischen Präsidenten, eine Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu halten gedenkt, hört man aus der Hauptstadt des Landes mit der unbegrenzten Einfältigkeit, dass sich die mächtigste Kanzlerin der Welt, der regierende Bürgermeister von Berlin und der deutsche Außenminister darüber in die Haare geraten.
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Interview mit einem Kranken
Klaus ist Ende zwanzig und weiß seit sechs Jahren, dass er an Multipler Sklerose erkrankt ist. Die Krankheit gilt als unheilbar. Noch merkt man ihm nichts an, aber es ist eine Frage der Zeit, bis sich die Lähmungen bemerkbar machen werden. Ich wollte wissen, wie das ist, wie er damit lebt und was er über Behinderung denkt.
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Zeig mir Deinen Schwanz und ich sage Dir…
Du hast vielleicht bisher immer geglaubt, Deine Zukunft sei etwas ungewisses, etwas ungeschriebenes und unbekanntes. Gut, dank Horoskopen und Kaffeesatz weiß man in der Regel, was der nächste Tag so bringen wird und ist man selbst zu faul, kann man wunderbar die netten und kompetenten Damen und Herren diverser Vorhersagesender im TV anrufen. In unserer modernen Welt ist das möglich und man fragt sich, warum so wenige diese absolut praktische und nützliche Einrichtung nutzen.
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