Kurzkommentar 2008-07-23
• Kommentar - Sonntags-Arbeit
• Langfristige Pflegearbeiten schwächen Immunsystem
• Das Netz, die Politik, und wir alle
• Europas Banken drohen wegen Konsumkrediten Milliardeneinbußen
• Erzbischof Zollitsch fordert kleinere Moscheen
Kommentar - Sonntags-Arbeit
Dabei sorgen Subventionen nur für Verzerrungen und Ungerechtigkeiten und belasten, sofern sie über Schulden finanziert werden, die künftigen Generationen. Warum muss der Angestellte den Zuschlag, den er für seine Sonntagsarbeit erhält, nicht versteuern, während der Selbstständige alle Einkünfte versteuern muss, egal wann er sie erarbeitet hat? Schließlich ist Sonntagsarbeit für das Familienleben des Selbstständigen genauso schlecht wie für das des Angestellten. Ordnungspolitisch sauber wäre es, solche Vergünstigungen zu streichen. So sehen es auch die Klardenker in beiden Volksparteien, Roland Koch und Peer Steinbrück. Doch weil es hier um Hilfen für den "kleinen Mann" geht, tun sich die populistischen Gemüter schwer. Dabei hätte der "kleine Mann" etwas von einer Radikalreform, wenn im Gegenzug die Steuersätze sinken würden.
Ja, die Rheinische Pest. Da werden die beiden Rammböcke des neoliberalen Raubtierkapitalismus zu Klardenkern ernannt und der kleine Mann soll sich das nehmen lassen was er sich hat, um auf Steuererleichterungen zu warten, die dann das Großkapital bekommt. Wo mögen nur die Leser der Rheinischen Pest herkommen, dass sie sich täglich eine solche gequirtlte Scheiße an den Kopf hauen lassen?
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Langfristige Pflegearbeiten schwächen Immunsystem
Die Pflege von Kindern, die an Entwicklungsproblemen wie Autismus oder Down-Syndrom leiden, kann das Immunsystem der Eltern schwächen. Wissenschaftler der University of Birmingham http://www.bham.ac.uk haben herausgefunden, dass ihre Reaktion auf einen Impfstoff gegen Lungenentzündung schwächer ausfällt. Es scheint so zu sein, dass der Stress zu einer Schwächung des Immunsystems führt, schreiben die Forscher in dem Fachmagazin Brain, Behavior, and Immunity. http://www.sciencedirect.com/science/journal/08891591
Frühere Studien haben negative Auswirkungen bei älteren Menschen nachgewiesen, die ihre erkrankten Ehepartner pflegten. Die aktuelle Studie ist laut BBC jedoch die erste, die einen derartigen Effekt bei jüngeren, gesunden Menschen sichtbar gemacht hat. Dabei wurde von der Voraussetzung ausgegangen, dass eine Pflege grundsätzlich rund um die Uhr erforderlich ist. Insgesamt 60 Eltern erhielten die Impfung als Teil der Studie. Die Hälfte hatte Kinder mit Problemen im Entwicklungsbereich. Bluttests zeigten, dass pflegende Eltern mit geringeren Mengen an Antikörpern auf den Impfstoff reagierten.
Ich bin bei Studien zwar immer kritisch, aber diese dient keinem Geschäftsinteresse und könnte deshalb wahr sein. Allerdings muss man dann einen Schritt weiterdenken. Dauerstress haben ja nicht nur Pflegende, sondern auch Menschen deren berufliche und private Situation auf der Kippe steht, oder die abgestürzten Hartz IV Empfänger die noch Hoffnung haben.
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Das Netz, die Politik, und wir alle
Irgendetwas passiert irgendwo online bei einer Partei und es entsteht eine Lose-Lose-Situation. Im Fall von meinespd.net war es ein Beck-kritisches Forum. Hätte die SPD dieses Forum nicht gelöscht, wäre die Schlagzeile gewesen: "selbst bei den Genossen im Internet hat Beck keinen Rückhalt mehr", eventuell sogar noch mit dem Zusatz, dass die eigenen Mitarbeiter nicht eingreifen wollen, wenn derartiges passiere, um noch mehr in die gewollte Kerbe zu hauen. Denn das Schöne am Netz ist ja, aus Sicht eines Redakteurs: er kann Schlagzeilen fabrizieren, die auf den Vorurteilen seiner Leser beruhen. Es wird also schon stimmen. Auch wenn, wie in diesem Fall, alle nur aus der Presse von der Existenz des Forums erfahren haben. Dieser Fall und das Vorgehen der Partei sind keinesfalls SPD-spezifisch, das kann bei allen anderen Parteien auch eintreten. Denn mit dem Internet passiert etwas, bei dem die dezentral aufgebauten, aber von der Theorie her zentral geführten Parteien noch nicht verstanden haben, wie sie damit umgehen sollen.
Nico Lummer hat zwar nicht unrecht, aber es gibt einen Punkt dabei der einfach so nicht stimmt. Als ich noch in Parteien, oder genauer gesagt in der SPD war, gab es diesen zentralen Führungsanspruch nicht. Ein Willy Brandt oder ein Herbert Wehner überzeugte einfach noch durch seine Persönlichkeit. Er brachte die Leute hinter sich. Aber zu der Zeit hatten wir in den Ortsvereinen die unterschiedlichsten Truppen. So gab es einige, die, die DKP links überholt hätten und andere die von ihren Standpunkten her, eher mitten in der CDU waren.
Das Kandidatengerangel war hart und oft kamen wirklich die Besten durch. Das änderte sich schon unter Schmidt, als plötzlich alles staatstragend sein musste und abweichende Meinungen nicht mehr toleriert wurden. Heute bestimmt die Parteizentrale was gedacht werden darf. Gesagt werden darf das aber auch schon lange nicht mehr. Die Kandidaten werden von außen durchgeleitet, so dass die trübsten Tassen, die aber gehorsam nicken, nach oben kommen.
Wer sich die Parteispitzen in Deutschland, aber insbesondere die SPD-Spitze ansieht, weiß wohin dieser Weg geführt hat.
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Europas Banken drohen wegen Konsumkrediten Milliardeneinbußen
Nach US-Ramschhypotheken drohen Konsumkredite das nächste Milliardengrab für europäische Banken zu werden.
Einer Studie der Beratungsfirma Oliver Wyman und des Kredit-Dienstleisters Intrum Justitia zufolge stehen den Instituten in den nächsten drei Jahren Belastungen wegen problematischer Privatdarlehen von 120 Milliarden Euro ins Haus. Die Eintrübung des konjunkturellen Umfelds und sinkende Häuserpreise führten zu einem drastischen Anstieg der Risikovorsorge für Konsumkredite und private Hypotheken, sagte Wyman-Partner Matthew Sebag-Montefiore am Montag. Hinzu kämen Wertberichtigungen für diese Darlehen in den Büchern der Institute. Dabei seien Banken in Spanien, Großbritannien und Irland wohl am härtesten betroffen.
Weitere 300 Milliarden stecken in amerikanischen Konsumentenkrediten an denen europäische Banken Anteile gekauft haben. Übrigens fehlen immer noch die Nachrichten aus Griechenland. Da sollte es langsam aber sicher auch laut werden.
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Erzbischof Zollitsch fordert kleinere Moscheen
Robert Zollitsch, Vorsitzender der Bischofskonferenz, ruft Muslime zu mehr Bescheidenheit auf. So sollen in Deutschland kleinere Moscheen gebaut werden, sonst seien sie zu aufdringlich. Für die Türkei dagegen sei eine umfassende Religionsfreiheit nötig – oder der EU-Beitritt sei in Gefahr.
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In Deutschland gebaute Moscheen sollten laut Zollitsch nicht größer sein als notwendig. Allzu hohe Minarette könnten in der Bevölkerung als aufdringlich empfunden werden und Distanz und Argwohn hervorrufen.
Zollitsch äußerte zugleich seine Sorge über die Aufgabe von katholischen und evangelischen Gotteshäusern. Damit werde das christliche Element in der Gesellschaft nicht mehr so deutlich sichtbar. Das sei ein Verlust für das Land.
Ja, so sind sie die marktradikalen Katholen. Wenn bei ihnen die Buden leer bleiben, weil die Menschen Kindesmissbrauch und Ratzingers mittelalterliches Denken hassen, dann darf die Konkurrenz nur kleinere Läden bauen. Für das christliche Element haben wir in Deutchland die katholische Kirche und die Christlichen Parteien. Das reicht. Mehr Strafe hat kein Deutscher verdient.
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Tags für diesen Artikel: banken, finanzmarkt, führung, gesundheit, immunsystem, islam, kredit, kreditkarten, krise, lohn, moschee, spd, steuer, stress
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