Gestern hat es bei den deutschen
Rückversicherern angefangen. Die Finanzkrise ist endgültig in Deutschland angekommen. Wenn auch auf eine etwas seltsame Art und Weise:
Münchener Rück stürzt zwölf Prozent ab
Die Turbulenzen an den Börsen haben den weltweit zweitgrößten Rückversicherer mit voller Wucht erfasst: Der Konzern kappte die Gewinnprognose für 2008, die Aktie fiel massiv. Auch die Hannover Rück verzeichnete drastische Kursverluste.
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"Maßgeblicher Grund hierfür sind die Turbulenzen an den Kapitalmärkten, die im ersten Halbjahr 2008 zu einem spürbaren Rückgang des Kapitalanlageergebnisses geführt haben", teilte das Unternehmen mit.
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So hat der Dax von Januar bis Ende Juni knapp ein Viertel an Wert verloren. Im Aktienportfolio der Münchener Rück sei es daher zu erheblichen Abschreibungen gekommen. Geringere Wertkorrekturen musste das Unternehmen bei festverzinslichen Wertpapieren vornehmen, die traditionell den Anlageschwerpunkt bilden.
Dass sich die Aktienmärkte nur immer wieder mal in Form einer schönen Bärenmarktralley konsoldieren, dürfte wohl mittlerweile jedem klar sein. Dass einige Finanzinstitute jetzt vor
"Naked Shorting" geschützt sind, verlangsamt den Abwärtstrend nur etwas, ändert aber nichts an der wirklichen Lage.
Wenn diese Verluste also nur aus den Wertverlusten im eigenen Depot stammen, dann müssten derartige Verluste auch von allen anderen Versicherern und Banken gemeldet werden. Bei den ersten Pensionskassen hört man ja schon das leise Grollen des sich anbahnenden Crash. Aber der Markt zeigt sich ruhig und gefasst. Hätten die Rückversicherer nicht noch warten können.
Vermutlich nicht. Sie wenden die Salamitaktik an. Scheibchen für Scheibchen, schneiden sie sich an die Wahrheit heran, in der Hoffnung dass am Ende überhaupt noch Wurst und nicht nur Luft übrig bleibt.
Es handelt sich nämlich um einen Teufelskreis. Je weniger die Wertpapiere wert sind, die sie in den Depots haben, desto geringer wird der Versicherungsschutz den sie bieten können. Es ist aber absehbar, dass über kurz oder lang die amerikanischen Kreditversicherer fallen werden, die sich ihrerseits eben bei anderen Rückversicherern abgesichert haben.
Darunter sind bisher bei jedem Risiko immer die großen deutschen Versicherer gewesen, was ja schon in den letzten Jahren ein paar mal hart an die Krise geführt hat, aber eben immer ausgeglichen werden konnte. Fallen die amerikanischen Kreditversicherer was sicher
unvermeidlich ist, werden alle Rückversicherer mit ihren Aktien auf den Markt müssen, was ein fürchterliches Gemetzel bedeuten wird.
Die Versicherer und Rückversicherer sind die größten Kapitalanleger der Welt. Wenn die an ihr eingemachtes müssen, fallen die Kurse ins Unendliche. Die einzige Frage die sich im Moment stellt, ist wann die amerikanischen Kreditversicherer nicht mehr können.
Das wird spätestens dann der Fall sein, wenn sich weder die gepfändeten Häuser, Boote, Autos und Elektrogeräte verkaufen lassen und die Schuldner auch nicht zahlen können. Wenn die erste Kreditkartenfirma die Segel streicht ist alles vorbei. Es kann sein das die Politik des billigen Geldes noch ein Weilchen hilft. aber das Schicksal von
Fannie mae mit den unverkäuflichen Häusern lässt sich nur begrenzt aufhalten.
Was ist wenn Fannie und Freddie morgen kein Geld aus China oder Deutschland mehr bekommen, wie es den Spaniern mit ihren Anleihen passiert ist? Wie soll es dann weitergehen? Es ist äußerste Vorsicht geboten.