Man hofft immer, dass dieses gierige Tier Neoliberalismus tot ist
Aber die Hoffnung täuscht immer wieder. Eines von diesen Wesen, deren Tod man mit einem fröhlichen: "Na endlich. Das wurde aber auch Zeit!" begrüßen würde, ist Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank und neben seinem Chef Josef Ackermann wohl mit eines der hässlichsten Gesichter des Neoliberalismus.
Norbert Walter tritt immer dann auf, wenn den Menschen der neue Kurs bekannt gegeben werden soll. Er ist so eine Art brennender Dornbusch und vorherwandernde Rauchwolke in einem. Natürlich darf man seinen Zeichen nicht folgen, sie dienen ja nur dazu die Menschen immer tiefer in die Wüste und die Hoffnungslosigkeit zu führen.
Nachdem nun seit langer Zeit Lohnerhöhungen immer als Gefahr für den Aufschwung bezeichnet wurden, schlägt Walter nun die Gegenrichtung ein:
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat den Tarifabschluss bei der Lufthansa als zu hoch und unflexibel kritisiert.
Er erwarte zudem eine tiefgreifende Krise der Luftfahrtbranche, sagte Walter der "Passauer Neuen Presse" (Samstagausgabe).
"Die Lohnerhöhung fällt sicher etwas hoch aus", sagte Walter. "Die Löhne müssen stärker am Ergebnis der Unternehmen orientiert werden", forderte er. Die rund 34.000 Bodenmitarbeiter des Konzerns sollen rückwirkend ab Juli eine gestaffelte Gehaltserhöhung von insgesamt 7,4 Prozent zuzüglich einer Einmalzahlung erhalten. Ein gleicher Abschluss wird für das Kabinenpersonal angestrebt.
Die Lufthansa hat im Gegensatz zu anderen Luftfahrtunternehmen schon über längere Zeit sehr gute Ergebnisse erzielt, die von Norbert Walter aber einfach frech übergangen werden, obwohl die Lufthansa sich damit selbst den Aktionären anpreist.
Operatives Ergebnis der ersten drei Monate steigt auf 188 Millionen Euro / Alle Geschäftsfelder tragen trotz herausforderndem wirtschaftlichen Umfeld zum Erfolg bei
Die Deutsche Lufthansa AG hat in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 ein Rekordergebnis von 188 Millionen Euro erzielt. In einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld, geprägt von historischen Höchstständen des Rohölpreises, Unsicherheiten durch die Finanzmarktkrise und verschärftem Wettbewerb, steigerte der Konzern Verkehrszahlen und Ergebnis deutlich. Lufthansa knüpft damit im laufenden Geschäftsjahr an die gute Entwicklung des Vorjahres an. "Der Start in das Jahr 2008 ist bestens gelungen", sagte Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen. "Der Kurs stimmt, wir setzen uns ab und haben bereits eine respektable Flughöhe erreicht. Lufthansa wird dank ihrer ausgeprägten Kundenorientierung, gezieltem Mitteleinsatz, umsichtiger Steuerung und stetiger Effizienzsteigerungen weiter kontrolliert und profitabel wachsen."
Alle Geschäftsfelder des Lufthansa Konzerns trugen mit einem verbesserten operativen Gewinn zur Ergebnisverbesserung bei. Das Geschäftsfeld Passagierbeförderung konnte im intensiven Wettbewerb erneut punkten. Zum herausragenden Quartalsergebnis trugen die attraktiven Premium-Produkte, der gezielte Ausbau des Streckennetzes sowie die erfolgreiche Integration der SWISS bei. Für die Zukunft sei es wichtig, dass die Fluggesellschaften des Lufthansa Konzerns die bereits starke Position im Firmenkundengeschäft ausgebaut hätten, betonte Mayrhuber. Das Geschäftsfeld Logistik erzielte in den ersten drei Monaten des Jahres durch einen Umsatzanstieg bei gleichzeitigen Kosteneinsparungen ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis. Beide Geschäftsfelder haben die gestiegenen Treibstoffkosten erfolgreich kompensiert. Trotz negativer Währungseinflüsse verbesserten die Geschäftsfelder Technik und Catering ihre Profitabilität. Das Geschäftsfeld IT-Services profitierte im ersten Quartal bereits von der eingeleiteten Restrukturierung.
Lufthansa zeigt sich unverändert zuversichtlich, für das Gesamtjahr 2008 an das operative Ergebnis des Vorjahres anzuknüpfen zu können und strebt eine weitere Verbesserung an.
Das sind Texte die Norbert Walter kennt. Er wird sogar noch viel bessere Kenntnisse haben, weil unter anderem ja auch Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Weber, der Aufsichtsratschef der Deutschen Lufthansa noch bis vor kurzem im Aufsichtsrat der Deutschen Bank war. Was also treibt Walter da eigentlich.
Die Antwort ist einfach. Es geht darum das die Arbeitnehmer nie Lohnerhöhungen fordern dürfen. Lohnerhöhungen sind gut, wenn sie Vorstände und Aufsichtsräte betreffen, aber schlecht, wenn sie Mitarbeiter betreffen. Egal wann.
Natürlich wird die Zeit für die Luftfahrtgesellschaften härter. Gar keine Frage und auch hier schon des öfteren thematisiert. Aber das hat mit der Aussage Walters nichts zu tun. Walter will schon jetzt, vor der Rezession die Löhne drücken um dann in der Rezession noch weiteres Nachgeben, Mehrarbeit und Abbau von Sozialleistungen fordern zu können. Kommt dann wieder ein Aufschwung darf der nicht durch wachsende Löhne gefährdet werden.
Selbstvertständlich werden sich alle Arbeitgeberverbände in der Zukunft mit Freude auf Norbert Walter berufen, wie sie sich ja auch auf Josef Ackermanns Renditewahnsinn und Verschuldungsfrohsinn ohne auch nur eine Sekunde des Nachdenkens eingelassen haben:
Das Grundübel aber ist, der bereits angesprochene Renditewahn, den Josef Ackermann bis auf 25 Prozent hochpeitschte, ohne das ihm eine Stimme der Vernunft entgegen getreten wäre. Aber die allgemeine Finanzmarktkrise hat auch die neoliberale Welt kräftig durchgeschüttelt. Klügere Köpfe als Josef Ackermann und vor allem seriösere Banker, sehen das Ergebnis des Neoliberalismus und bekommen Angst. So auch Matthias Graf von Krockow Sprecher der Privatbanken Sal. Oppenheim und BHF Bank, die, die größte unabhängige Privatbankengruppe Europas sind.
"Die im Zuge der Globalisierung enorm gestiegenen Renditeansprüche waren ja immer nur mit einer höheren Verschuldung zu erfüllen. Die Gier muss gestoppt werden. Man kann nicht mit fremder Leute Geld große Spielkasinos betreiben. 15 Prozent nachhaltige Eigenkapitalrendite sind mit einem normalen, soliden Geschäft einfach nicht machbar."
Gut. Diese Erkenntnis gibt der gute Graf ein wenig spät zu Protokoll, aber immer noch besser späte Reue, als gar keine Reue. Von Krockow hält 15 Prozent Eigenkapitalrendite nicht für nachhaltig machbar. Normale Leute sehen Sätze zwischen 3 und 7 Prozent als nachhaltig machbar für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft. Damit steht die Obergrenze fest. Natürlich kann es immer wieder einmal Sondereinflüsse geben.
Wer wie Ackermann auf 25 Prozent aus ist, der schadet den Unternehmen, den Menschen die in ihnen arbeiten und der Volkswirtschaft in der er lebt. Dieser Schaden dürfte sich heute in Deutschland auf mehre hundert Milliarden Euro beziffern lassen und es ist an der Zeit, dass die Bankenaufsicht aus solchen Erkenntnissen ihre Schlüsse zieht und Ackermann die Berufsausübung untersagt.
Tatsächlich ist natürlich nicht Josef Ackermann alleine das Problem. Es ist das System Deutsche Bank, das eigentlich schon seit Mr. Peanuts existiert, dem ehemaligen Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, der die 50 Millionen DM, die viele kleine Handwerks- und Baufirmen im Rahmen der Schneider-Pleite verloren hatten, als Peanuts bezeichnete.
Seit damals, also seit 1994 ist klar das die Interessen der Deutschen Bank nichts mehr mit den Interessen der Menschen in Deutschland zu haben, oder besser genau entgegengesetzt zu den Interessen der Mehrheit der deutschen Bevölkerung stehen. Das ist grundsätzlich nicht weiter tragisch. Schließlich ist die Deutsche Bank ein rein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen und das Grundgesetz, nachdem Eigentum verpflichtet, war ja schon damals von Wolfgang Schäuble mehrfach vergewaltigt worden.
Dummerweise war die Deutsche Bank aber lange so etwas wie eine staatstragende Institution die sich insbesonders über die Bankiers Hermann J. Abs und Robert Pferdemenges als Berater Adenauers einen Status erarbeitet hatten, der eigentlich einem zweiten Wirtschafts- und Finanministerium nahe kam.
Auch Abs und Pferdemenges waren nicht sonderlich sozial, aber sie waren nicht doof und sich ihrer Verantwortung bewusst, was man von ihren Nachfolgern dann immer seltener behaupten konnte. Völlig grotesk wurde es dann als Ackermann bei Vodafone mit Canning Fok, Geschäftsführender Direktor bei Hutchison Whampoa auftauchte um Esser und die seinen mit ein paar Geldgeschenken zur Aufgabe zu bewegen.
Nein, natürlich war das keine Bestechung und Channing Fok oder ein anderer Mann von Hutchison Whampoa haben auch nicht direkt über die Nichtbestechung mit Esser verhandelt und es ist alles nur ein wenig sonderbar. Ackermann wurde ja auch nicht als Krimineller verurteilt, wie es richtig gewesen wäre, sondern musste nur völlig unschuldig eine Geldauflage von 3,5 Millionen Euro bezahlen, was angesichts seines Jahreseinkommens wirklich Peanuts sind.
Hutchison Whampoa und Kirk Kerkorian tauchen dann auch immer wieder mit dem Auf- und Abbau der Welt AG von Herrn Schrempp auf. Immer zum Nachteil deutscher Firmen und immer nah an den Interessen der Deutschen Bank. Man kommt gar nicht mit dem Erzählen hinterher, muss sich auf das Wichtigste beschränken. Schön war die Geschichte mit der IKB
Die NZZ weiß zu berichten wie ein Ackermann denkt:
Wieviel die Deutsche Bank an der Krise der Mittelstandsbank IKB verdient habe, wisse er nicht. «Klar ist, dass wir der IKB wie allen anderen Produkte verkauft haben», sagte Ackermann. Diese Produkte seien auch sehr gut gewesen.
Die waren wirklich sehr gut. Sie kosten die Deutschen ja nur mal eben 8 Milliarden Euro, die Ackermann lachend einstreicht. So ähnlich wie die 75 Milliarden beim Vodafone-Deal, den auch die deutschen Steuerzahler tragen dürfen. Es war ein gutes Produkt, wie die Geschäfte die Ackermann bei Daimler eingefädelt hat und die Milliarden kosteten. Aber eben nicht Ackermanns Milliarden sondern die der deutschen Bürger.
Das erinnert dann gleich auch wieder an den Fall Siemens und die Lincas Electro Vertriebs-GmbH bei dem sich die Frage aufdrängt, ob es sich nicht doch um eine kriminelle Vereinigung handelt, bei der die Deutsche Bank führendes Mitglied ist.
In eine ähnliche Richtung zielt ja auch die Nordex Affäre bei der ein klug eingeworfener Analystenbericht, viele Anleger richtig Geld kostete und Frau Klatten einen Profit von 300 Millionen Euro einbrachte.
Wenn also Norbert Walter etwas sagen will, dann soll er sich zu den Verfehlungen seines Hauses äußern und nicht zu den berechtigten Forderungen der Menschen nach höheren Löhnen. Es ist nämlich die Deutsche Bank die mit ihrem Renditewahnsinn eine große Teilschuld daran trägt, das die Menschen keine Arbeit und keine Hoffnung mehr haben und das diejenigen die noch in Arbeit sind immer weniger verdienen. Es ist die Deutsche Bank die dadurch gerettet werden soll, das die Inflation frei laufen gelassen wird.
Ein Chefvolkswirt, der diese Tatsache nicht schon im Vorfeld erkannt hätte wäre ein Vollidiot. Wenn er sie aber erkannt und nichts gesagt hat, dann ist er entweder ein Feigling oder ein Verbrecher. Aber es ist vollständig egal was er ist. Sein Todestag ist für die Bürger in Deutschland ein Feiertag. Auch wenn hunderte andere sicher nach kommen werden, ide ähnlich gemein sind. Man muss sich auch über kleine Dinge freuen können.
Schöner wäre es wenn ein Gericht sich wirklich einmal mit der Deutschen Bank beschäftigen würde. Aber diese Hoffnung ist in diesem Deutschland nur ein Traum. Den Bürgern bleibt nur die Wut und der Hass. Norbert Walter wird weiter reden und anderen alles missgönnen. Prof. Josef Ackermann konnte sich nicht nur einen Titel sondern auch das Recht kaufen.
Aber eines das ist nicht käuflich. Das ist ehrliche Achtung. Für die Deutsche Bank und ihre Führungsebene gibt es aber etwas kostenlos. Die grenzenlose Verachtung der Deutschen. Die haben sie für umsonst.
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