Abchasien und
Südossetien sind Namen aus Fernsehen und Presse, die kaum einer wirklich einer Lokalität auf dem Globus zuordnen kann. Irgendwo da bei Russland und Georgien, wobei auch fast niemand weiß, wo Georgien liegt. Tatsächlich geht es auch gar nicht um Georgien, Abchasien oder Ossetien. Es geht um das größte Geschäft der Welt. Es geht um den Krieg.
Daniel Neun hat auf
Radio Utopie sehr schön die Zusammenhänge und Besitzverhältnisse erklärt:
ABCHASIEN UND SÜDOSSETIEN SIND KEINE "ABTRÜNNIGEN GEORGISCHEN PROVINZEN"
Die Auseinandersetzung zwischen Georgien und Südossetien begannen bereits zu Zeiten der Machtergreifung der "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands" (SDAPR, später Umbenennung in KPdSU) im Oktober 1917 in der damaligen, seit einem halben Jahr bestehenden Räterepublik Russland.
(Die russische Revolution gegen das Zaren-Regime fand im März 1917 statt.)
Georgien erklärte sich 1918 für unabhängig vom damaligen Russland (1922 wurde die "Sowjetunion" gegründet) und verleibte sich Südossetien ein, während Nordossetien für 3 Jahre bei Russland verblieb.
Schon damals kam es in Südossetien zu Aufständen gegen Georgien.
Als die Rote Armee der Bolschewiki 1921 die Oberhand im blutigen russischen Bürgerkrieg gewann und Georgien wieder eroberte, schuf Moskau die unabhängige Provinz Südossetien.
1988 gründeten sich, im Zuge der Perestroika von Generalsekretär Gorbatschow in Moskau, in Südossetien Regionalparteien wie die "South Ossetian Popular Front". Am 10.November 1989 ersuchte dann der Regionalsowjet Südossetiens vom in der Sowjethierarchie übergeordneten Rat der Sowjetrepublik Georgien den Status einer autonomen Sowjetrepublik.
Dies wurde durch den Sowjet von Georgien abgelehnt, und nicht nur das: die georgische Sprache wurde 1989 als allgemeine Amtsprache in ganz Georgien eingeführt.
Für Südossetien (wie für andere ethnische Gruppen in der Georgien wie die Abchasen), eine kulturelle Katastrophe.
Nun erklärte sich die unabhängige Provinz Südossetien 1990 selbst als autonome Sowjetrepublik, gleichrangig mit Georgien.
Georgien wiederum erklärte daraufhin am 10. Dezember 1990 diese einfach für null und nichtig, ohne dass es irgendeine Berechtigung dazu gehabt hätte. Die bereits paralysierte Zentralregierung der Sowjetunion in Moskau griff nicht mehr ein.
Das heisst: 1990 versuchte Georgien die Annexion von Südossetien und nicht umgekehrt etwa Südossetien einen Weg als "abtrünnige Provinz" Georgiens.
Trotz eines Einmarsches georgischer Truppen 1991, mit ca.1000 toten Südosseten und 100.000 Vertriebenen, verlor Georgien schliesslich den Krieg und musste sich 1992 auf das eigene Territorium zurückziehen.
Das von westlichen Ölmagnaten umworbene Regime Georgiens hatte aber noch nicht genug.
Am 9.April 1991 hatte sich Georgien selbst für unabhängig von der Sowjetunion und am 21.Februar 1992 seine alte Verfassung von 1921 während der dreijährigen Unabhängigkeit für rechtsgültig erklärt.
Das bedeutete eine Annexion der bis dahin in der Sowjetunion ebenfalls autonomen Region Abchasien.
Diese erklärte sich nun am 23.Juli 1992 selbst für unabhängig und wehrte sich in einem blutigen Krieg erfolgreich gegen einen Einmarsch Georgiens.
D.h. nach dem Versuch der Eroberung Südossetiens scheiterte Georgien in den 90er Jahren auch mit dem Versuch der Eroberung Abchasiens, was seit 1921 nicht mehr "Teil" von Georgien gewesen war, welches damals ganze drei Jahre seinerseits unabhäng als Staat existierte.
Natürlich stellt sich immer die Frage, ob solche Kleinstaaten wie Abchasien oder Südossetien lebensfähig sind. Mit solchen Begründungen könnte sich Deutschland oder Frankreich natürlich jederzeit Luxemburg einverleiben. Natürlich gibt es auch keine gerechten Lösungen.
Elsaß-Lothringen und das Saarland sind Beispiele aus der jüngsten deutschen Geschichte.
Gerade hat die Welt die Unabhängigkeit des Kosovo gesehen, die genau so fragwürdig ist, wie die von Abchasien und Südossetien, aber eben dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung entspricht. Es ist schon seltsam wenn genau die Staaten, die unbedingt die Unabhängigkeit des Kosovo wollten, egal was auch immer sie offiziell sagten, die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien nicht wollen.
Der Grund ist einfach und heißt Öl. Genauer er heißt Öl stehlen und weg transportieren.
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Georgien ist ein christlich orthodexes Land, das andere Religionen massiv unterdrückt und sogar auf Spenden Steuern fordert. Aserbaidschan ist ein zwar theoretisch muslimisches Land, das sogar mehrheitlich schiitisch ist wie der Iran und der Irak. Aber der aserbaidschanische Islam ist praktisch ein Islam für den Ramadan, also so wie in Deutschland, wo viele "Christen" es bestenfalls mal an Weihnachten in die Kirche schaffen.
Gleichzeitig fürchtet sich die aserbaidschanische Regierung vor der Orthodoxie des Irans und vor einem erstarkten Russland gleichermaßen. Zwar bietet die Türkei auch Platz für Pipelines, aber die USA trauen den Türken nur bedingt, weil die zum einen selbst ein eigenes Interesse am kurdisch/irakischen Öl hätten, zum anderen weil in der Türkei immer ein religöser Umsturz möglich wäre.
Deshalb wurde sich schon vor langer Zeit, der Ausweg Georgien und Aserbaidschan offen gehalten und beiden Staaten massive Versprechen für einen Beistand gegen Russland gemacht. Ein wesentliches Element dieser Versprechen war die schnelle Natoerweiterung, die sicherlich auch bald Georgien und Aserbaidschan umfassen wird.
Um Russland in Schach zu halten soll in Polen eine Raketenabschußstation und in Tschechien das dazugehörige Zielsystem installiert werden. Als Russland das auf Kuba versuchte, rasteten die USA unter Kennedy vollständig aus. Putin wird Kuba jetzt massiv stützen, um einen Gegendruck aufbauen zu können. Er muss dort Raketen stationieren um die Amerikaner bedrohen zu können, wie sie Russland bedrohen.
Natürlich war der Angriffsplan Georgiens auf Abchasien und Südossetien mit den USA abgesprochen. Vermutlich sollte im Zusammenhang damit auch in
China ein Großanschlag der Uiguren zeitgleich durch US-Soldaten unter falscher Flagge durchgeführt werden. Dies misslang zum Glück, weil die kirgisische Regierung den wilden Haufen festgenommen hat.
Wo Angela Merker und Steinmeier stehen ist sicherlich keine Frage. Sie sind wie immer die dankbaren Haustiere der USA die alles klasse finden, was die Amerikaner der Welt so antun. Es mag sein das Frau Merkel zu dumm ist, solche Dinge überhaupt mitzubekommen, aber Steinmeier weiß genau Bescheid. Allerdings geht auch Steinmeier wohl davon aus, dass aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der beginnenden Rezession, demnächst viele Leute arbeitslos werden. Die könnte man in solchen Kriegen doch herrlich verheizen.
Es ist also davon auszugehen, das Deutschland seiner georgischen Brudernation zur Hilfe eilen wird um Abchasien und Südossetien zu erobern. Vielleicht darf Deutschland dann die Rohre für die Pipeline durch das Schwarze Meer nach Rumänien oder Bulgarien liefern. Gleichzeitig wird übrigens versucht die Pipeline durch die Ostsee, die Deutschland und Russland enger aneinander binden würde, zu hintertreiben.
Eine Pipeline die über polnisches Gebiet läuft, könnten die USA in Polen jederzeit unterbrechen um Deutschland zu erpressen. Natürlich wären formal die Polen schuld, aber die reagieren ja auch schon als Schoßhündchen der Bush-Administration. Es sieht ganz so aus, als ob der Krieg gegen den Iran wirklich noch unter Bush beginnen wird. Der Aufmarschweg wird wohl auch durch Georgien und Aserbaidschan gehen und die Deutschen werden mit dabei sein.
Es wird deutlich kälter auf dieser Welt. Deutschland sollte sich nicht in einen kalten Krieg mit Russland treiben lassen. Da kann Deutschland nur verlieren. Man darf aber die Frage stellen ob es noch Sinn macht mit den US-Amerikanern verbündet zu sein. Vieles spricht dagegen.
Leider fallen nun im Kaukasus mal wieder wie immer unschuldige Kinder, Alte, Männer, Frauen dem ganzen zum Opfer.
Manchmal kann man nur bedauern, dass nicht vor rd. 65 Jahren die A10 funktioniert hat... Ber schnell weg mit solchen Gedanken, da hätte es genauso vor allem Unschuldige getroffen!
http://www.hense.com/2008/02/20/pipelines-in-zentralasien-politik-und-macht-pur/
... ist diese Region von zentraler Bedeutung für die zukünftige (zusätzliche) Oel und Gas - Versorgung sowohl für die EU wie für die USA. Ohne sie würde die EU von Russland abhängig und die USA weniger Oel aus der Region bekommen. Es ist klar, dass die EU und die USA die Lage vor Ort zumindest ausnutzt um ständig einen Keil zwischen Russland und dem Nahen Osten zu treiben. Bush war nicht umsonst als Besucher in Georgien. Ausserdem gehört die Strategie der USA, einen Keil zwischen Asien und dem Nahen Osten zu treiben übergeordnet dazu. Deshalb auch die Intervention in Afghanistan und die Machterhalteung von Musharaf in Pakistan. Jetzt wo Indien dem Atompakt der USA zugestimmt hat, braucht die USA Musharaf nicht mehr - denn Indien soll jetzt zum Block zwischen China und dem Iran werden. Alles easy durchschaubar, wenn man will. Es geht um Geld und die Hegemonie der USA.
Zwar steht damit zu befürchten, dass den Südossetiern womöglich ein Krieg nicht erspart bleibt aber, dadurch dass wir nicht auf ihrer Seite sind muss sich wenigstens keiner von ihnen mit Kerner & Co abgeben. Ein kleiner Trost.
Selbst wenn es, wie von Georgien behauptet, Provokationen, vereinzelte Angriffe, von Seiten der Osseten im Vorfeld des georgischen Angriffs am Freitag gegeben haben mag, so rechtfertigt dies noch lange nicht eine derartige grossangelegte Militäroperation mit schweren Panzern und Flächenwaffen, die unzweifelhaft auch zu hohen Verlusten unter unbeteiligten Zivilisten führen musste.
Dass hierauf eine harte russische Antwort erfolgen würde, war vorhersehbar und vom Brandstifter Saakaschwili wohl auch beabsichtigt. Ob seine Rechnung am Ende auch aufgeht? Ich weiss es nicht....
Seine Beweggründe? Nun, "Torschlusspanik" im Angesicht einer bald wechselnden US-Administration erscheint mir am wahrscheinlichsten.
Desweiteren der Versuch, den Konflikt um die umstrittenen Gebiete Abchasien und Süd-Ossetien auf eine höhere, internationale Ebene zu heben,
die EU in diese Konflikte hineinzuziehen.
Was wir derzeit erleben ist aber auch eine sehr aufschluss- und lehrreiche Lektion über (westliche) Doppelmoral und die erneuten Versuche (westlicher)Massenmedien, Mörder in Unschuldslämmer verwandeln.
Allen voran wiedereinmal SPON mit Christian Neef, der nach dem Motto lügt: "Macht Agressoren zu Friedenstauben!"
Demnächst also die Verteidigung deutscher Interressen nicht nur am Hindukusch sondern auch wieder im Kaukasus? Oder wie soll ich den Satz von Neef: "Selbsttäuschung, Angst vor einer schwer berechenbaren Großmacht, Unkenntnis der ethnischen Probleme in der Region und heillose Zerstrittenheit im eigenen Haus EU – so bleibt man einflusslos am Kaukasus." verstehen?
Doch, ich habe mich (s.o.) entschieden: Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte....