Kurzkommentar 2008-08-25
• Scharfer Ritt durch den Arzneischrank
• BRIC: Biodiesel-Markt wächst auf sechs Mrd. Dollar
• Vertriebenen-Chefin Steinbach erhält Bundesverdienstkreuz
• SPD-Spitzenkandidat Maget erwartet von Müntefering Beitrag zur Konsolidierung der SPD
• Kabul wirft US-Armee Tod von 76 Zivilisten vor
Scharfer Ritt durch den Arzneischrank
Erinnern Sie sich noch an Shutterfly? Das Super-Springpferd von Meredith Michaels-Beerbaum erlangte vor vier Jahren zweifelhaften Ruhm, als es positiv auf ein Beruhigungsmittel getestet wurde. Das goldverdächtige Paar durfte nicht zu den Olympischen Spielen in Athen antreten, und die Öffentlichkeit war irritiert. Sein Schwager Ludger Beerbaum dagegen startete mit Goldfever durch, ersprang mit der Mannschaft Gold und wurde erst hinterher disqualifiziert, als die Kontrolleure im Blut des Hengstes Cortison fanden. Beerbaum musste die Medaille zurückgeben, die Mannschaft auch, und jetzt war die Öffentlichkeit schon etwas mehr als irritiert. Der ehrwürdige Reitsport, ein Dopingsumpf?
Natürlich werden Pferde genauso gedopt wie Sportler. Es muss aus allem das letzte heraus geholt werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Natürlich wollen Menschen gewinnen, aber wenn dieser an sich schon starke Trieb auch noch durch eine falsche Sportpolitik unterstützt wird, dann ist klar, dass es kein Halten mehr gibt. Sieger und Medaillen müssen her. Gefördert wird wer außergewöhnliches leistet. Egal wie.
Deshalb muss der Staat die Unterstützung des Profisports komplett einstellen. Gefördert werden darf nur Breitensport bei dem die Anreize für den Siegeswillen bewusst klein gehalten werden müssen. Das wird Doping nicht beenden, aber zumindest begrenzen. Wer allerdings ein Tier dopt, sollte ein Umgangsverbot mit diesen Tieren bekommen. Auf Lebenszeit. Das gilt übrigens nicht nur für Pferde. Auf einigen Hundeschauen und Hundeleistungsschauen wären Dopingproben ebenfalls angebracht.
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BRIC: Biodiesel-Markt wächst auf sechs Mrd. Dollar
Der Biodiesel-Markt steht vor einer regelrechten Wachstumsexplosion. Bis 2012 soll das Marktvolumen allein in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) auf sechs Mrd. Dollar zulegen. Wie die indische Unternehmensberatung Bharat Book Bureau http://www.bharatbook.com anhand einer Untersuchung aufzeigt, wird die durchschnittliche Wachstumsrate des Sektors satte 59,9 Prozent betragen. Derzeit wird der Biodiesel-Markt in den BRIC-Staaten noch mit rund 580 Mio. Dollar bewertet. In den kommenden Jahren werde sich dessen Volumen jedoch rasant vergrößern.
"Es fällt mir zwar ein bisschen schwer, diese Zahlen glauben zu können. Andererseits würde mich eine derartige Entwicklung nicht verwundern, wenn der Ölpreis auf einem ähnlich hohen Niveau bleibt wie bisher. In jedem Fall würde dies natürlich eine gewaltige Steigerung für die Biodiesel-Branche bedeuten", meint Norbert Allnoch, Direktor des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien http://www.iwr.de, im Gespräch mit pressetext. Dem entgegen befindet sich der Biodiesel-Sektor in Deutschland in einer vergleichsweise unglücklichen Situation: "Die Biodiesel-Produzenten werden von allen Seiten in die Mangel genommen - sei es von der Politik, den Mineralölkonzernen oder der Automobilbranche", so Allnoch.
In Deutschland würden die Produktionskapazitäten der Biodiesel-Industrie durch politische Maßnahmen regelrecht zusammengeschrumpft. Gleichzeitig würden diese offenbar an anderer Stelle, wie zum Beispiel in den BRIC-Staaten, wieder aufgebaut, kritisiert der Experte. "Die Schwierigkeiten für die Biodiesel-Produzenten sind auch aufgrund der Billig-Exporte etwa aus den USA immens", erklärt Allnoch gegenüber pressetext. Dadurch habe sich die Beimischungspflicht zu einem enormen Nachteil entwickelt. "So sind die Mineralölkonzerne in der Lage, die Preise zu drücken, worunter die Anbieter hierzulande stark leiden", sagt Allnoch. Ein eigenständiges Konkurrenzprodukt wäre dagegen von Vorteil.
Genau das wollten Sigmar Gabriel und Horst Seehofer doch verhindern. Zum einen müssen sie ihre Verpflichtungen gegenüber den Öl-Multis erfüllen, die ja auch in Zukunft das Land im Würgegriff behalten wollen. Zum anderen bedeutet die Herstellung von Biodiesel Freiheit, weil sie in kleinen dezentralen Systemen erfolgen kann. Dezentralität ist die größte Gefahr für eine Parteiendiktatur unter Kontrolle der Neoliberalen wie sie in Deutschland herrscht. Sobald die Menschen anfangen sich selbst zu organisieren und die Erfolge sehen, braucht niemand mehr diese politische Klasse.
Die Großkonzerne werden überfllüssig oder doch zumindest in ihrer Bedeutung stark eingeschränkt. Global agierende Banken, wie die Deutsche Bank, die längst jeden Bezug zur heimischen Wirtschaft verloren haben, werden obsolet. Selbst dezentrale Anlage- und Beteiligungsformen werden die Regel sein. Demokratie und Selbstbestimmung sind möglich.
Bevor Schäuble und Co. das zulassen rufen sie die USA, um uns bombardieren zu lassen. Die Bundeswehr ist da noch zu unzuverlässig. Die kennen ihre Verwandten noch.
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Vertriebenen-Chefin Steinbach erhält Bundesverdienstkreuz
Regierung erwartet Steinbach-Verzicht auf Sitz im Stiftungsrat für Vertreibungszentrum
Auf diplomatische Weise hofft man in Regierungskreisen der großen Koalition, nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe), den Streit um die Mitgliedschaft von Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und CDU-Bundestagsabgeordnete, im Stiftungsrat für das geplante Vertreibungs-Dokumentationszentrum in Berlin gelöst zu haben. Auf Vorschlag und auf Betreiben des hessischen Landesverbandes der Vertriebenen und der hessischen Landesregierung erhält die CDU-Politikerin demnächst das Bundesverdienstkreuz "für herausragende Leistungen" im Sinne der überparteilichen auf Konsens ausgerichteten Vertriebenenarbeit.
Aus Kreisen des Kanzleramtes wurde der Zeitung zugleich versichert, dass man "fest und zuversichtlich" davon ausgehe, dass Frau Steinbach ganz im Sinne ihrer überparteilichen Arbeit für die Vertriebenen auf eine persönliche Mitgliedschaft im noch zu bildenden Stiftungsrat für die Dokumentationsstätte verzichte. Damit wäre, auch für das Bundeskabinett, der Weg frei, die unselbständige Stiftung unter dem Dach des Deutschen Historischen Museums zu gründen.
Das Bundesverdienstkreuz als Teil eines Kuhhandels damit Erika Steinbach, nicht für den tollen Stiftungsrat antritt. Ja. Das ist eine sehr deutsche Lösung und zeigt die Wertschätzung die das Kanzleramt und die Außenkanzlerin Merkel, dem Bundesverdienstkreuz entgegenbringt. Mit Klopapier gehen die förmlicher um.
Es ist nicht schlimm, dass der Orden nichts wert ist. Das haben Orden so an sich. Sie sind ja auch eher etwas für eitle Gecken. Aber wenn man die Olle schon kaufen muss, warum gibt man ihr dann nicht gleich eine oder zwei Millionen Euro. Klar, die kriegt sie über die Vertriebenenarbeit eh. Geld ist da kein Anreiz mehr. Vielleicht könnte man auch einfach mal den Bund der Vertriebenen auflösen. Es dürfte nur noch sehr wenige Menschen geben die 63 Jahre nach Kriegsende noch bewusste Erinnerungen an Vertreibung haben.
Selbstverständlich ist die Gruppe der Vertriebenen die größte und am schnellsten wachsende Gemeinschaft in Deutschland. Jeder der in eine Familie von Vertriebenen hineinheiratet, wird ja automatisch selbst Vertriebener und auch die Kinder werden als Vetriebene geboren. Ein gutes Geschäft.
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SPD-Spitzenkandidat Maget erwartet von Müntefering Beitrag zur Konsolidierung der SPD
Bayern-SPD will Wahlergebnis nicht Beck anlasten
Der SPD-Spitzenkandidat in Bayern, Franz Maget, erwartet sich einen Beitrag zur Konsolidierung seiner Partei durch den früheren Vizekanzler und SPD-Chef Franz Müntefering. Müntefering wird am 3. September mit einem Wahlkampfauftritt in München nach einer privaten Auszeit wieder sichtbar in die aktive politische Arbeit einsteigen. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe) sagte Maget, die SPD werde sich wieder konsolidieren. "Dazu kann Müntefering einen Beitrag leisten. Er ist aufgrund seiner politischen Lebensleistung ein anerkannter und glaubwürdiger Politiker."
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Maget stellte klar, dass jedes SPD-Ergebnis bei den Landtagswahlen im September, unabhängig von der Diskussion um die SPD-Spitze im Bund oder um die Linkspartei-Debatte, von der Bayern-SPD zu verantworten sei. "Die SPD ist für die Bürger eine Gesamtmarke. Davon kann man sich als Landesverband nie ganz abkoppeln", sagte Maget. "Trotz aller Begleitmusik aus anderen Ländern glaube ich, dass die Menschen wissen, es geht hier allein um die Zukunft Bayerns. Da zählen nur bayerische Themen und auch bayerische Persönlichkeiten. Ein Erfolg wird unserer sein und ein Misserfolg ebenso."
Münteferings Comeback in Bayern wird von der neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Clique in der SPD ja bewusst hoch gespielt, da hilft jetzt auch kein Runterreden mehr. Es soll die Kampfansage gegen Beck werden. Agenda-Franz will Deutschland jetzt ganz fertig machen. Aber egal was passiert, Kurt Beck wird auch diese Zeche zahlen müssen. Er ist eben zu schwach, zu beliebig und wahrscheinlich auch zu dumm. Wahrscheinlich ist, dass die SPD ihr Projekt 18 in Bayern als erstes realisieren wird.
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Kabul wirft US-Armee Tod von 76 Zivilisten vor
Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums insgesamt 76 Zivilisten getötet worden, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Der Angriff soll sich in einem Dorf im Distrikt Shindand in der westlichen Provinz Herat ereignet haben. Das Innenministerium habe zehn Experten aus Kabul in die Region entsandt, um den Vorfall zu untersuchen.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Gordon Johndroe, warnte derweil vor voreiligen Schlüssen. „Ich würde sagen, die USA und die Nato haben große Anstrengungen unternommen, um Zivilisten zu schützen. Und ich würde immer auch vorsichtig sein bei ersten Berichten aus Afghanistan“, sagte er in Crawford im US-Bundesstaat Texas.
Und wie vorsichtig wir sind. Schließlich liegen diese Nachrichten ja auch nur aus diversen Quellen vor und entsprechen dem altbekannten Muster das die USA ohne Gnade jedes Leben riskiert, Hauptsache es rummst schön. Gordon Johndroe der Sprecher des Weißen Hauses ist ein weltbekannter Lügner und Worteverdreher. Er ist genauso unerträglich wie sein Präsident, für den die Bezeichnung Arschloch noch ein Ehrenname wäre.
Das schlimme aber ist das wir Deutschen mitmachen müssen weil wir eine Regierung Merkel Steinmeier dulden die uns noch tiefer in die amerikanischen Kriege führt. Das Morden in Afghanistan muss ein Ende haben. Merkel und Steinmeier müssen gestürzt werden. Frieden wird es mit diesen Parteien und ihren Führungskräften nie geben.
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Tags für diesen Artikel: afghanistan, bayern, beck, biodiesel, doping, gabriel, kriegsverbrechen, nachwachsende rohstoffe, seehofer, sport, wahl
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Also, wo bisher mit den meisten Kommentare meine Zustimmung fanden, bin ich beim Thema Biodiesel der Meinung, dass dieser Spuk so schnell vorbei sein sollte, wie er gekommen ist. Schon von Anfang an fand ich die Idee pervers fruchtbare Äcker dafür zu opfern, damit die Leute in reichen Ländern dem Luxus nachgehen können eine Karosse durch die Gegend zu spazieren und die Entwicklung hat mir bisher in jeder Hinsicht Recht gegeben - selbst die Klimabilanz stimmt nicht, denn Biodiesel ist in der Verbrennung schädlicher als normaler Diesel und man muss auch noch erstmal etliche Hektoliter Wasser verschwenden, um ihn herzustellen (2 Liter Wasser sind nötig, um 1 Liter Biodiesel herzustellen). Unser Hunger nach Biodiesel richtet ausserdem in den Entwicklungsländern einen imensen Schaden an, der mit nichts wieder gut zu machen ist. Millionen hungernder Bauern, Vertreibung von indigener Bevölkerung und Zerstörung der Regenwälder ist davon die unmittelbare Folge, denn es sind eben nicht dezentrale Kooperativen, die an der Herstellung beteiligt sind, sondern milliardenschwere Konzerne, denen Menschen und Natur völlig gleichgültig sind und je mehr Biodiesel wir verlangen, umso grösser wird die Katastrophe sein, die dadurch angerichtet wird.
Biodiesel ist nichts anderes, als ein Hinauszögern von notwendigen Prozessen, die die Menschen in heutiger Zeit durchmachen müssen. Unsere ganze Einstellung zur Mobilität als solches muss sich um 180° wenden, solange keine wirklich erneuerbaren Energieträger für Transportmittel vorhanden sind und wir müssen uns alle der Tatsache stellen, dass unter solchen Umständen Individualverkehr zum schieren Luxus wird. Hier wären kreative Lösungen für den urbanen Raum gefragt, die ein Auto als Transportmittel überflüssig machen. Massive Subventionen in den Personenverkehr müssten gemacht werden, damit die Verkehrsmittel für alle erschwinglich sind. Ich weiss, all das passiert leider nur in einem viel zu kleinem Umfang, aber auf Dauer können wir nicht einen fossilen Träger durch einen anderen ersetzen und so tun, als wäre alles beim Alten. Das ist einfach der falsche Denkansatz, aber ich fürchte, dass ein Umdenken erst dann statt finden wird, wenn der Denkfehler niemand mehr übersehbar ist.
Tatsächlich haben wir jede Menge Material, das wir für teures Geld verrotten lassen, anstatt es umzuwandeln. Biogas und Biodieselproduktion können da Hand in Hand arbeiten.
Außerdem haben wir jede Menge nicht genutzter Anbauflächen. Auch die dicken anaeroben Schlammschichten in vielen Seen sind für solche Prozesse gut zu verwenden und gleichzeitig würde die Qualität der Seen steigen.
Zur Zeit ist eine Wasserstoffwirtschaft mit Kraftwerken in Nordafrika leider nicht durchsetzbar, weil sie auch menschliches Miteinander erfordert.
Deshalb bekommen wir jetzt Krieg um das letzte Öl und wenn das alles ist müssen Alternativen laufen. Biodiesel ist eine davon.
Dennoch, gerade Palmöl ist sehr verführerisch für den Einsatz, da sein Wirkungsgrad einfach besser ist, als Raps & Co und wir importieren deshalb auch viel davon, genauso wie wir auch unser Soja fast nur aus Brasilien importieren, wo die Grossplantagen für die Landbevölkerung langsam zu einer Plage werden. Die Industrie hat sich zwar selbst verpflichtet auf die Nachhaltigkeit der Herstellung von Palmöl und Soja zu achten, das ist aber jedoch, wie so oft, nur ein Lippenbekenntnis, denn dahinter steckt nicht nur die Herstellung von Öl, sondern auch Interessen der Holzmafia, die ungeniert bei uns undeklariertes Holz aus Tropenwäldern verkauft.
Das ist halt das Problem, so richtig auch die Idee der Herstellung von Treibstoff unabhängig von Rohöl sein mag und wöllte man all die ganzen Auswüchse wirklich verhindern, dann müsste man eigentlich Länder wie Indonesien, Malaysia, Brasilien, usw. mit einem Boykott belegen, bis es wirklich sicher gestellt ist, dass die hergestellten Produkte umwelttechnisch und ethisch in Ordnung sind. Das ist allerdings absolut nicht durchsetzbar und daher ist der Einsatz als sehr problematisch zu sehen. So oder so wird sich nämlich auf Dauer die Situation auf der Erde verschärfen, denn auch grosse Hungersrevolten sind nur eine Frage der Zeit und einen Vorgeschmack darauf haben wir schon in der jüngsten Zeit bekommen.
Es ist nur Vernunft erforderlich.
Ich vermute daher, dass es erst zu einer wirklich ernsten und grossen Katastrophe kommen muss, damit die Menschen auch in der Breite begreifen, dass sich in unserem Umgang mit den Ressourcen und mit der Natur sehr viel ändern muss, wenn wir wenigstens einen Bruchteil davon für die Nachwelt erhalten wollen. Man kann daher nur hoffen, dass es nicht zu spät sein wird...