Kurzkommentar 2008-08-26
• Finanzkrise: Hedgefonds-Anbieter Ore Hill klammert sich an sein Geld
• MLP-Chef fordert Stimmverbot für Anschleicher
• US-Angriff: Wut und Trauer in Afghanistan
• Hartz IV wirkt - Das Wunder am deutschen Arbeitsmarkt
• "Moderne Sklaverei"?
Finanzkrise: Hedgefonds-Anbieter Ore Hill klammert sich an sein Geld
In den USA verbietet erneut ein Hedgefonds seinen Anlegern per sofort, ihr Geld abzuziehen. Experten warnen vor dem Zusammenbruch des Fonds.
Laut einem Investor hatten die Anleger kurzfristig rund 300 Millionen Dollar an Einlagen abziehen wollen. Das ist ein Viertel des Fonds von Ore Hill Partners, der insgesamt 1,2 Milliarden Dollar schwer ist. Insgesamt verwaltet das Unternehmen 3 Milliarden Dollar in verschiedenen Fonds; für Abzüge gesperrt ist vorerst nur einer.
Der betreffende Fonds hat in der ersten Jahreshälfte 6,5 Prozent an Wert verloren. Vergangenes Jahr hatte er nach zweistelligen Wachstumsraten, in den beiden Vorjahren noch eine Wertsteigerung von 1,8 Prozent erzielt.
Ore Hill gehört seit März gehört sie zur Hälfte der britischen Man Group, dem weltgrössten börsennotierten Hedgefonds.
Natürlich ist es nicht das Geld des Hedgefonds sondern das der Anleger. Aber auch die Deutsche Bank und Josef Ackermann kamen ja schon einmal mit einer solchen Erpressung durch. Allerdings ist das nur ein Aufschub. In Zukunft werden Neuanleger solche Klauseln wohl kaum noch unterschreiben.
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MLP-Chef fordert Stimmverbot für Anschleicher
MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg hat Sanktionen gegen Aktionäre gefordert, die sich unter Umgehung der Meldepflichten bei einem Unternehmen einkaufen. "Wer unangemeldet auftaucht, sollte sein Stimmrecht für einen spürbaren Zeitraum verlieren", sagte Schroeder-Wildberg dem "Handelsblatt". Er reagierte damit auf den überraschenden Einstieg des Schweizer Versicherers Swiss Life bei MLP. Swiss Life hatte ein von AWD-Chef Carsten Maschmeyer heimlich zusammengekauftes Aktienpaket übernommen. AWD gehört seit Anfang des Jahres mehrheitlich zu Swiss Life. "Das Vorgehen hat in jedem Fall gezeigt, dass die andere Seite nichts von unserer Unternehmenskultur versteht", sagte der MLP-Chef.
Schroeder-Wildberg schloss eine engere Kooperation mit den Schweizern aus. MLP werde mit Swiss Life konstruktive Gespräche führen - "nur eben nicht über einen verstärkten Vertrieb ihrer Produkte", betonte er. Einen Großaktionär zu bevorzugen, wäre für MLP undenkbar. "Jede Einflussnahme wird von unseren Beratern sofort sanktioniert - ohne dass es dazu einer Aufforderung aus dem Vorstand bedürfe."
Es gibt so Aussagen auf die hätte man im Nachhinnein doch besser verzichten sollen. Eigentlich müsste Schroeder-Wildberg froh sein, dass sich überhaupt noch jemand für seinen Laden interessiert und dass er eigentlich nur wegen der fehlenden Unternehmenskultur noch am Ruder ist, weiß er wohl auch nicht. Zum Brüllen komisch aber wird es, wenn er davon spricht, das seine Berater Beeinflussung sanktionieren. Die sanktionieren zu geringe Provisionen und zu arbeitsintensive Produkte. Aber viele sind ihm ja eh schon weggelaufen.
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US-Angriff: Wut und Trauer in Afghanistan
Wut und Trauer im Dorf Asis Abad kennen keine Grenzen. Mindestens 89 Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, sind am Freitag in der westafghanischen Gemeinde bei einem Angriff von US-Kampfflugzeugen ums Leben gekommen. Nachdem Augenzeugen und Politiker in der Provinz Herat bereits nach dem Angriff von der extrem hohen Opferzahl berichtet hatten, bestätigte am Sonntag auch eine von Präsident Hamid Karsai entsandte Kommission einen der schwersten Zwischenfälle mit zivilen Opfern seit Jahren.
Dorfbewohner hatten ihrem Unmut am Samstag mit Gewalt Luft gemacht. Als afghanische Sicherheitskräfte den Angehörigen der Opfer Hilfsgüter bringen und Mut zusprechen wollten, griffen hunderte Menschen die einheimischen Soldaten mit Steinen an. Auch Schüsse fielen. Am Ende blieb der Armee nur der Rückzug aus Asis Abad, denn die aufgebrachten Landsleute ließen sich nicht beruhigen.
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Schon seit Jahren appelliert der Präsident erfolglos an die ausländischen Truppen, mit mehr Rücksicht bei ihren Militäraktionen vorzugehen. "Wir können die zivilen Opfer nicht länger akzeptieren", sagte Karsai vor einem Jahr bei einem Treffen mit Nato-Vertretern. Bereits damals klagte er, dass "Kooperation und Koordination" von Internationaler Schutztruppe Isaf, US-geführter Koalition und einheimischen Sicherheitskräften nicht ausreichend seien.
Inzwischen ist die Zahl der Ziviltoten des Anti-Terror-Kampfes noch weiter gestiegen. Nach Angaben des Dachverbandes von rund 100 internationalen und einheimischen Hilfsorganisationen in Afghanistan (ACBAR) sind seit Jahresbeginn mehr als 1000 Zivilisten bei Kämpfen und Anschlägen ums Leben gekommen. Dabei müssen auch die ausländischen Truppen immer häufiger den Tod von Zivilisten einräumen.
Die Tatsachen sind ja schon lange bekannt. Das Problem auch. Genau wie in Vietnam setzen die USA auf Bomben um nicht selbst kämpfen zu müssen, weil dann die eigenen Verluste zu hoch wären. Hohe eigene Verluste würden aber die Kriegslust der amerikanischen Bevölkerung sehr stark dämpfen. Mit Bomben, Raketen und Granatenbeschuss aus weiter Entfernung lässt sich aber nicht zielgerichtet operieren. Schon gar nicht wenn man gegen Partisanen kämpfen will.
Partiaanen arbeiten aus der Bevölkerung heraus und je mehr Tote es in der Zivilgesellschaft gibt, desto größer ist der Zulauf den die Partisanen haben. Das ging den Deutschen in Russland so und den USA in Vietnam. Partisanenbekämpfung ist schwer. Meist ist es einfacher die Lebensumstände der Zivilbevölkerung so zu verbessern, das den Partisanen die Mitglieder weglaufen. Nordirland und die IRA waren so ein Beispiel.
Das was die USA und die beteiligten deutschen Truppen machen, wird zu immer mehr Gewalt und letztendlich zur Flucht aus Afghanistan führen. Jeder Euro der in diesen Krieg investiert wird und jedes Leben das riskiert, jede Gesundheit die ruiniert wird, sind überflüssig. Leider aber entscheiden Politiker wie Frau Merkel, die sich weder für die toten, noch für die lebenden Deutschen interessiert über Krieg und Frieden. Sie wird wohl für Krieg besser bezahlt, als für Frieden.
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Hartz IV wirkt - Das Wunder am deutschen Arbeitsmarkt
Einige Ökonomen sprechen schon vom Wunder am deutschen Arbeitsmarkt. Die wirtschaftliche Entwicklung schwächt sich ab, im zweiten Quartal ist die deutsche Wirtschaft sogar geschrumpft. Doch die Arbeitslosigkeit sinkt. Im Aufschwung der letzten zwei Jahren ging die Arbeitslosigkeit stärker zurück als jemals zuvor in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Dieser Erfolg hat einen Grund: Die ungeliebten Hartz-Gesetze zeigten im Wirtschaftsaufschwung genau die Wirkung, die sie zeigen sollten. Der Arbeitsmarkt ist diesmal nicht geprägt vom üblichen Auf und Ab der Konjunktur mit einer ständig steigenden Sockelarbeitslosigkeit. Vor allem qualifizierte Arbeiter und Angestellte aus der Mittelschicht nehmen jetzt auch Jobs an, die sie vor den Hartz-Reformen noch abgelehnt hätten.
Das erklärt die neue Dynamik am Arbeitsmarkt: Es ist für viele Menschen nicht mehr so attraktiv, vom Arbeitslosengeld zu leben. Wenn nach einem Jahr der Absturz auf Hartz-IV-Niveau droht, suchen sich viele doch einen neuen Job - und nehmen ihn auch dann an, wenn sie sich eigentlich für bessere Aufgaben qualifiziert fühlen und weniger verdienen als vorher.
Das ist ein für die Zeit typischer Artikel. Sie freut sich daran, das die Menschen Arbeit um jeden Preis annehmen müssen, weil Hartz IV droht. Was natürlich diese Knallchargen von Journalisten wie Carsten Germis nicht mitbekommen ist, dass durch diese Vorgehensweise zwar die Unternehmensgewinne steigen, aber immer mehr Menschen ein Zweitgehalt vom Staat brauchen, weil sie vom ersten Gehalt nicht mehr leben können.
Einem Carsten Germis kann man auch nicht erklären, dass die Binnennachfrage unser größtes Problem ist und dass diese nicht funktioniert, weil zu geringe Löhne bezahlt werden. Aber Carsten Germis hat das Problem wahrscheinlich nicht. Für solche dumme, aber meinungsmachende Artikel zahlen sowohl die INSM und andere Demagogen bestimmt gutes Geld. Er hat es sich verdient und zum Glück riecht man ja seinen eigenen Geruch nicht.
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"Moderne Sklaverei"?
Mit Leiharbeit kaum Chance auf Festanstellung
Leiharbeit boomt in Deutschland. Aber auch der Missbrauch dieser Beschäftigungsform nimmt zu. Arbeitgeber begründen Leiharbeit meist mit besseren Jobchancen. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus.
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Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, werden durchschnittlich nur 15 Prozent der Zeitarbeiter von ihren Entleihern fest angestellt.
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Ein Mitarbeiter berichtet, früher habe er für 40 Euro die Stunde direkt für den Lkw-Hersteller gearbeitet, heute seien es gerade einmal knapp 16 Euro. Denn trotz vorheriger 20-jähriger Tätigkeit sei er vom Daimler-Betriebsarzt ausgemustert worden - zu hoher Blutdruck und Taubheit seien der Grund gewesen. Heute arbeite er als Leiharbeiter wieder bei Daimler. Der Verleihfirma waren seine Handicaps offenbar egal.
Tatsächlich dient Zeitarbeit neben der reinen Sklaverei und der Bereicherung an den Sklaven, vor allem der Lohndrückerei. Es ist doch herrlich für Daimler Leute aus gesundheitlichen Gründen zu entlassen und sie dann für weniger als die Hälfte ihres alten Lohnes, als Leiharbeiter wieder einzustellen. So macht man Gewinne. Irgendwann sollen nach den Regeln der INSM und Mohn/Bertelsmann ja alle Deutschen nur noch rechtlose Zeitarbeitssklaven sein. Es gibt keine gute Zeitarbeit.
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Tags für diesen Artikel: afghanistan, dollar, euro, europa, finanzmarkt, hartz iv, hedgefond, krise, usa, zeitarbeit
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Aufwachen Deutschland! Oder gänzlich verweigern!
Mehr fällt mir dazu nicht ein.